Vielleicht noch die letzte Möglichkeit, die Menschheit zu retten. Übel sieht es schon aus hienieden. Als hätte Donald Trump die Präsidentenwahl gewonnen: Washington in Schutt und Asche. Die Nebenwirkungen des T-Virus sind dabei, alles menschliche Leben auszurotten, die Menschen zu infizieren und zu grässlichen Monstern mutieren zu lassen; es wimmelt von Untoten – Dystopie pur.

Hoffnung gibt uns die anfängliche Ich-Erzählerin Alice (Milla Jovovich); sie berichtet den Hergang der Geschichte, wie die Forschung in Rancoon ein Mittel zur Beseitigung fast sämtlicher Krankheiten der Menschen entdeckt hat und wie erst nach und nach die gravierenden Nebenwirkungen zu Tage getreten sind.

Dr. Isaacs (Iain Glen) böse Pläne: erst die Menschheit ausrotten und dann mit den sicher aufbewahrten Reichen und Mächtigen das schöne Leben installieren.

Das Hologramm der Red Queen, einem Klon der jungen Alice, ist allerdings widersprüchlich programmiert und verrät aus diesem Grund Alice, dass es ein Heilmittel gibt. Wenn dieser Stoff auf die Welt entlassen würde, so bedeutete das den Tod der Untoten, der Monster und das Ende der verwerflichen Pläne von Dr. Isaac. Es sind noch eine begrenzte Anzahl Stunden, innerhalb derer Alice dieses Mittel aus den Tiefen des Hive in Rancoon beschaffen und freilassen muss.

So ist die Ausgangslage dieser 6. Resident Evil-Verfilmung, Buch und Regie sind von Paul W. S. Anderson (Resident Evil Retribution). Im Gegensatz zum letzten Film von 2012 dominiert in dieser Folge der reine, rasante Videospielcharakter.

In höllischem Tempo rennt die Handlung und das Hit- and- Run durch die Viedospielräume, 3D kommt gelegentlich gar nicht nach. Die Dialoge sind simpel, gut auf Deutsch nachsynchronisiert, die Handlung einfach, die Musik bombastisch – und die Zeit läuft davon.

Die Monster sind gar nicht lieblich. Es fängt an mit einer wilden Szene noch im ruinösen Washington mit dem Angriff eines bösartigen Monstergreifvogels auf unsere Protagonistin, die alle ihre Autofahrkünste zusammenreißen muss, um sich der Bedrohung zu erwehren. Sie kämpft gegen Millionen von Untoten, gegen Isaac im martialischen Panzer, der mit grausamen Finessen der Abwehr ausgestattet ist; auch hier braucht sie viel List und Energie, um diese Armada abzuhängen und sich in Richtung Rancoon loszueisen.

In Rancoon gilt es zuerst den Angriff abzuwehren, auch das ein Fest für die Filmanimateure und die Kulissen- und Kampfapparate-Entwickler. Die Angreifer lassen nicht locker. Immer sind sie wieder da. Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht, Zeit zur Vertiefung menschlicher Verhältnisse bleibt nicht; ein paar Gute rotten sich zusammen, die alte Freundin Claire (Ali Larter) stößt dazu, der Doc (Eoin Macken) und noch einige; sie haben einen lebensgefährlichen Hindernislauf vor sich.

Aber sie funktionieren alle prima wie Spielfiguren in so einem Spiel. Der Nachteil eines solchen Videospieles im Kino ist einzig, dass man den Verlauf nicht mit einer Konsole beeinflussen kann.

Paul W. S. Anders hat als Autor dafür gesorgt, dass man das Kino erleichtert verlassen kann und, wenn einer Fan ist, sogar glücklich, denn ein Schlupfloch für weitere Fortsetzungen lässt er offen.

Viedospiel-Effekten-Spektakel mit einigen gröberen Auseinandersetzung zwischen den Gegnern, mit apokalyptischen Vernichtungsmaschinerien und heimtückischen Fallen.

Ein schöner Satz: „Keine Waffen, keine Munition, da fühlt man sich gleich viel sicherer“ in der „gut orchestrierten Apokalypse“.

Allerdings frage ich mich, was das für eine Welt sein soll, wenn die Überlebenden aus der „Arche Noah für Reiche und Mächtige“ wieder anfangen wollen: wer wird dann den Dreck machen, wer wird die Arbeit machen, wer wird die Reichen noch reicher und die Mächtigen noch mächtiger machen, wenn es kein Volk mehr gibt?

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