Umweltkrimi.

Dir Firma Terravex Energy stößt bei Tiefenbohrungen nach Öl in einem unteriridischen Fluss auf unbekannte Lebewesen, eine Art Oktopus mit Unmengen Tentakeln und mit einem Kopf wie ein Walfisch oder ein Delphin. Sie scheinen sehr intelligent zu sein, sie kommunizieren mit diesen Lauten, die das Kino gerne niedlichen, menschenfreundlichen Tieren zuordnet, die die Zuneigungsinstinkte aktivieren.

Allerdings wohnen diesen niedlichen Tieren unheimliceh Kräfte inne. Durch ihre Entdeckung wurde eine ganze Förderanlage zerstört, ging der Campus drum herum teils in Flammen auf. Das ist der Umweltkrimi an diesem Film von Chris Wedge (Ice Age: Volle Kollision voraus) nach dem Drehbuch von Derek Connolly nach der Geschichte von Matthew Robinson: die Firma Terravex will die Entdeckung vertuschen und diese Lebewesen wie Müll entsorgen, so wie sie es mit ihren giftigen Abfällen hält.

Selbstverständlich bauen die liebevoll tüftlerischen Filmemacher, wie sowohl die eher sensible Orchester- oder Folkmusik, als die Truckfahrten über die grünen Wiesen des Yukon-Valleys als auch der Abspann belegen, die Geschichte anders auf und selbstverständlich werden die neu entdeckten Lebewesen gerettet.

Die Filmemacher erfinden eine formelhaft beschriebene moderne Familie mit dem Sohn Tripp (Lucas Till) im College-Alter, dessen dickste Freundin für das Rettungsabenteuer die Mitschülerin Meredith (Jane Levy) wird. Tripps Vater lebt getrennt in einem Wohnwagen auf dem Öl-Campus, Mutter arbeitet tagsüber und ihr aktueller Freund ist Sheriff Rick (Barry Peper).

Till liebt Motoren und starke Autos. Ihm wird noch ein klischeehaft charakterisierter Hübschi mit Blondine in ganz neuem knallgrünem Pickup als schnöseliger Konkurrent erfunden. Diese Beziehungen sind minimal charakterisiert, um der Story einen elementaren Zusammenhalt zu geben. Des weiteren wartet sie mit Figuren aus dem privaten Wachdienst von Terravex auf, mit einem ziemlich verbogenen Wissenschaftler, der Umweltsünden als Umweltschutz deklariert und der Firma dadurch Kosten spart, sowie der gewinnsüchtige Chef der Firma und dann ist da noch der Inhaber des Autoschrottplatzes. Schnell und strichartig skizzierte Verhältnisse, wie sie für das Funtionieren des Krimis erforderlich sind.

Fix Idee.

Das könnte wunderbar funktionieren. Der Gute, Tripp, kommt in Kontakt mit einem der Tiere, er wird es bald schon liebevoll Creech nennen, entdeckt dessen humanoiden Fähigkeiten, entwickelt eine Beziehung zu ihm, kommt dahinter, dass der Konzern noch zwei weitere Tiere gefangen hält und diese entsorgen will und rettet sie zusammen mit seiner adhoc-Freundin. Reeller Krimiplot.

Aber der Teufel muss unsere Filmemacher geritten haben. Die Toy Story muss in ihrem Kopf herumgeistern: hier werden Autos humane Eigenschaften zugeschrieben und zugezeichnet, hier wird Materie beseelt. Unsere Autoren wollen nun Motor und Kreatur zusammenbringen. Von der Idee müssen sie so begeistert gewesen sein, dass sie sie nicht weiter hinterfragt haben, sondern sie auf Biegen und Brechen umzusetzen versucht haben. Das wirkt, als wollten sie die Toy Story physikalisch-organisch erklären. Da werden sich ausschließende Grundkategorien unserer Welterklärung zusammengemampft: Organik und Mechanik.

Das Monster zwängt sich nun in den Truck von Tripp und verleiht diesem Eigenleben und Riesenkräfte. Wobei einem die Vorstellung richtig weht tut, wie das Tier sich um die Kardanwelle dreht und wie es sich zwischen Fahrgestell und Chassis zwängt, wie es beim Fahren kaum zu sehen ist; eine merkwürdige Doppelmoppelung eines Toy-Story-Autos.

Kreatur und Motor sind realiter nicht zusammenzubringen. Materie zu beleben, ihr eine Seele zu geben, das geht, aber mechanische Materie und kreatürliche Materie eine Symbiose eingehen zu lassen, da zieht sich mir alles zusammen. Das lässt der Phantasie keinen Platz mehr, resp. die Fantasie muss sich drum kümmern, wie sich das Monster wohl krümmt, um nicht unter der Gewalt von Motor und Mechanik zugrundezugehen. Eine Erfindung von wenig Plausibilität.

Bei der Verfolgungsjagd zum Count-Down über enge, bergige, steilabfallende Schotterwege ist das ein ungleicher Wettbewerb, der zu verfolgen schwierig ist, denn es ist nicht klar, worin nun genau die Überlegenheit der öltrinkenden Monster liegt, es werden zwar immer wieder Details illustriert, aber die Info, die es spannend machen würde, wo die Grenzen auch der Monster liegen, die bekommt der Zuschauer nicht und er weiß ja eh, dass die Guten gewinnen werden. „Du wirst mir fehlen Creech, du warst ein toller Truck – keine Sorge, ich weiß, wo ich dich finde“ – Einspruch, der Film ruft nach keiner Fortsetzung.

Der Film macht nicht plausibel, wie eine Molluske, die zwischen Chassis und Motor und Getriebe in eine Auto gezwängt ist, dieses zu höherer Leistung bringt, statt es zu bremsen oder selbst zerquetscht zu werden.

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