Das können die Engländer, eine rührende Geschichte dick rührend erzählen, nahrhaft wie ein Plumpudding, ohne auch nur eine Sekunde ins Rührselige oder in den Kitsch abzugleiten.

Der hier diese Gefühlszügel meisterhaft in der Hand hält, das ist der Regisseur Roger Spottiswoode, der ein Drehbuch von Garry Jenkins und James Mowen zur Umsetzung hatte.

Es ist die wahre Geschichte eines ehemals Drogensüchtigen und wie er dank der Beziehung zum Kater Bob den gefährlichen Seilmarsch bis zur Befreiung auch vom Methadon geschafft hat. Seine Geschichte hat er als Buch veröffentlicht „ A Street Cat named Bob“. Es wurde ein Bestseller. Ein Youtube-Clip hat schnell die Million Aufrufe geknackt hat.

Soziodram mit glücklichem Ausgang zur spannenden Filmstory gebürstet. Wie einer aus den sozialen Netzen fällt, das Scheitern der Ehe der Eltern dürfte der Anlass gewesen sein. James wird Straßenmusiker, landet im Drogenmilieu, ist obdachlos; der Film schildert das so realistisch, dass man mit dem Darsteller von James, Luke Treadaway, richtiggehend aufatmet, wie er im Gegenzug zum Einstieg in ein Methadonprogramm eine Wohnung zugewiesen bekommt und es kaum fassen kann, dass er fließend heißes Wasser hat.

Ohne dass er es sich versieht, hat er einen Mitbewohner, den Kater Bob, wie er bald genannt wird, einen Streuner. Aus Verlegenheit nimmt James ihn mit zu seinen Straßenmusikauftritten mit seiner Gitarre. Ab dem Moment tritt der Erfolg ein. Die Leute freuen sich über den Sänger mit der Katze auf den Schultern. Er kann jetzt anständig einkaufen für sich.

Allerdings ist er nicht weit von seinem Drogenmilieu entfernt; der Rückfall droht ständig und die strengen Auflagen des Programms sind eine extreme Herausforderung.

Ein positives Element stellt die Entwicklung der Beziehung zur Nachbarin Baz, Darren Evans, einer Hundewalkerin dar; aber auch hier gibt es Fallen. Hinzu kommt eine Begegnung mit dem Vater, dessen neue Frau nichts von dem Drogensüchtling wissen will.

In England haben sie die Tradition, die Filmkultur und auch das nötige Personal dazu, solche Geschichten, Soziodramen, überzeugend rüberzubringen; selbst wenn am Schluss der Original-James Bowen zu sehen ist, Luke Treadaway braucht sich keinesfalls verstecken, der transportiert die Geschichte fabelhaft und mit ihm alle Figuren um ihn herum.

Der Film wirft ein grelles Schlaglicht auf ein gewaltiges soziales Problem, ähnlich wie Ich Daniel Blake von Ken Loach.

Es gibt zu denken, wenn man sieht, wie enorm schwer es ist, aus einem Suchtkreislauf hinauszukommen trotz aller staatlichen Bemühung von Methadonprogrammen über den Verkauf von der Zeitschrift „The Big Issue“ und wie einer über seinen Schatten springen muss, wenn er auch aus der Methadonschlaufe herausfinden will; wie außerdem einiges an Glück dazukommen muss, damit das gelingt.

Soziodram, das zu Soziohappiness führt.
Nie kitschig, nur folgerichtig – und ein bisschen Glück gehabt.

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