Dieser Film dürfte entstanden sein aus reinem Geschäftsinteresse, mit dem Versuch, aus den Erfolgsfilmen Snow White and the Huntsman und Die Eiskönigin völlig unverfroren nach nicht weiter ergründeter Erfolgsrezeptur einen Zwitterknaller zu produzieren, dem gerade dieses Bemühen um Erfolg hundert Meter gegen den Wind anzumerken ist und welches ihm zum Verhängnis werden kann.

So haben die Macher, Evan Spilitopoulos und Craig Mazin als Autoren und Cedric Nicolas-Troyan als Regisseur vor lauter Perlenpickerei möglicherweise den Überblick über die Story verloren, vergessen, dass der Sog einer Geschichte eine nicht zu unterschätzende Größe ist.

Der Exposition folgt man noch neugierig, bewundert die enorme Klarheit mit der in staatstragend nach altem Gemäuer eingerichtetem Studio, dem opernhaften Pomp und den Textaufsage-Stehparties, inklusive angenehm unangestrengter deutscher Synchronisation, die Rivalität zwischen den beiden Schwestern Ravenna und Freya dargelegt wird. Freya bekommt die Attribute der Eiskönigin verliehen und wandert enttäuscht nach Norden aus, weil sie ihr Kind nicht bekommen kann. Sie richtet sich ihr eisiges Königreich ein und baut eine Armee auf aus geklauten Kindern, die zu Kämpfern und Soldaten ausgebildet werden, Klinge und Bogen, heißt das Motto. Für die Liebe ist hier kein Ort, sie wird als Schwäche gebrandmarkt.

Logisch, dass auf solche Definition ein Liebespaar unter den Kämpfern sich herausbildet, was sich im Versteckten trifft, was versucht, die Liebe geheim zu halten, es sind Sara und Eric. Die Königin kommt dahinter, tötet Eric und dieser meint durch eine von ihr mit kleiner Geste schnell hervorgezauberte Eiswand zu erkennen, dass Sara stirbt.

Eric wird in den Fluss geworfen. Aber er überlebt und entkommt. So romantisch ist der Film allerdings nicht, dass er uns beschäftigt hält mit der Frage, ob Eric vor Liebessehnsucht schier umkommt. Er erfährt, dass der Spiegel von Snow White verschwunden sei und will ihn wiederbeschaffen, bevor die Eiskönigin davon erfährt, denn sie würde alles daran setzen, an ihn zu gelangen, um ihr Reich auszubauen.

Es setzt jetzt ein Genrewechsel ein, der Film mutiert zur Abenteuerreise auch mittels Personalaufstockung um diversen, grotesken Kleinwuchs und animiertes Personal, was in anderen Filmen sich schon erfolgreich getummelt hat. Auf das Eisreich folgen Wald und Natur pur. Die RomCom zwischen Eric und Sara wird weiter geschmiedet, denn Sara ist im Auftrag der Königin auch hinter dem Spiegel her.

Verraten hat Erics Pläne die Spionin von Freya, eine Keramikeule, die Eric ganz unvermittelt mit einem gezielten Weitwurf vom Baum holt und zertrümmert.

Durch den Genrewechsel und die merkwürdigen RomCom-Einsprengsel wird es jetzt etwas zäh. Die Liebesgeschichte wird halbe Kraft voran weitergesponnen. Es kommt zu Missverständnissen und bis sich alles klärt, vergeht viel Filmzeit mit Ansätzen zu Melodram, Kämpfen, vielen Computertricks und dramaturgischen Twists – und das alles bei einem einmal mehr viel zu düsterem 3D.

Offenbar wird an diesem Erfolgsgierprodukt auch, dass Hollywood sich seiner und seiner Erfolgsrezepte überhaupt nicht sicher ist, und es vielleicht gar nicht analysierbar ist, was den ganz großen Erfolg wie den der Eiskönigin ausmacht. So wirkt dieses Hinterherhecheln umso kleiner, mickriger.

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