Archiv für 16. Juli 2015

Ein paar befreundete Schauspieler, die sich von Bühnenzeiten kennen, die alle längst im TV-Business ein weit überdurchschnittliches Einkommen haben, die gesetzte Namen im Pfründenland sind, die gleichzeitig durchaus frustriert sind, dass sie immer den gleichen Rollentypus darstellen müssen, die können es sich leisten, an die zwei Monate frei zu nehmen, um endlich den Film zu machen, den sie immer schon machen wollten, muss natürlich ein Noir-Film sein, weil da ist jeder begeistert, „schwarze Komödie“, das glaubt jeder zu können, der davon begeistert ist, erst recht wenn er vom deutschen Fernsehfach ist, und insofern kann immer jeder mitquatschen, denn dabei stehe, so zitieren die Filmemacher das Lexikon der Filmbegriffe „hinter der Fassade zynischer Grenzüberschreitungen“ häufig ein „aufrichtiges Anliegen, falsche Hierarchieren, Konventionen und Verlogenheiten innerhalb einer Gesellschaft mit den Mitteln filmischer Satire zu entlarven“. Nichts davon ist leider zu sehen im Endprodukt dieses Filmes von Justus von Dohnányi, Regie, Drehbuch und eine Hauptrolle und seinen mitproduzierenden und mitspielenden Schauspielerkollegen Jan Josef Liefers und Stefan Kurt.

Dieser Film hat null öffentliche oder gesellschaftliche Relevanz; ist bestenfalls von Interesse für einen Psychologen oder Ethnologen, der sich für das angestaubte Innere von bejahrten Schauspielerseelen interessiert. Er strahlt den abgestandenen Mief einer Schauspielergarderobe aus (darüber gibt es einen schönen Sketch von Helmut Qualtinger). Er wirkt wie ein schlechter Studentenscherz, wirkt wie ein Frustrationskompensationsausweis von sich nicht genug anerkannt fühlenden Darstellern.

Hier versuchen deutsche Pfründenstars aus ihren Rollenklischees auszubrechen, und da sie überwiegend langweilige, deutsche TV-Rollen spielen, wollen sie hier mal richtig die Sau raus lassen, wollen zeigen, was für witzige Gespräche sie zu x-beliebigen Themen führen können (siehe vorletzter Absatz). Wollen zeigen, was für abgefuckte, kulturlose, schnoddrige Typen sie spielen können ohne jede Sprech- und Sprachkultur.

Sie legen wie für ein Urlaubstreffen Bericht ab davon, was für eine schöne Zeit sie in Südfrankreich verbringen konnten und wie sie sie kreativ genutzt haben, denn der Film spielt in Saint Tropez, ist weiter nicht nacherzählenswert, allein schon wegen der Kamera, die ewig Schwierigkeiten hat, Erzählenswertes zu finden, und deshalb immer Unmengen belanglose Gebäude und Landschaft ins Bild mitnimmt, andererseits dem Hunger der Darsteller nach Nahaufnahmen ständig nachkommen muss; also die Kamera kann bei der Entschlüsslung dieser späten Pennäler-Freizeit auch nicht weiterhelfen.

Aber sie haben den Film Noir begriffen, denn auch bei ihnen kommt ein gelber Kanarienvogel in einem Käfig vor, wie beim berühmten „Eiskalten Engel“ von Melville mit Alain Delon. Allein der Umgang mit diesem Kanarienvogel und dem Käfig zeigt, dass diese deutschen Herrschaften nicht allzuviel verstehen von dem Metier, von dem sie angeblich so schwärmen. Hängt allerdings auch mit der nach wie vor darnierderliegenden deutschen Filmkultur zusammen, gerade im Gegensatz zu französischen. Wie oft schaffen es dort Schauspieler ansprechende, anrührende, interessante Filme zu machen. Während die deutschen nur dümmlich die Sau raus lassen. Da ist schon beinah kriminell zu nennen, auf jeden Fall in der Nähe der Veruntreuung öffentlicher Gelder anzusiedeln, denn sie haben noch die Chuzpe, diese ihre Freizeit in Südfrankreich öffentlich fördern zu lassen mit Zwangsgebührengeldern und Filmfördergeldern und blasen sich auch noch auf, mit was für einem kleinen Budget sie doch im Gegensatz zu einem Tatort aufwarten können.

Altbacken und abgestanden wirkt die Humorlage. Was haben wir gelacht bei dem bereits schimmligen Uraltgag mit dem Toupet, ausgewalzt wie ein Pizzateig und nicht mal gut gebracht oder desgleichen bei dem Gag mit den Handschellen, und nicht in einer Sekunde ausgereizt, nicht eine Sekunde lustig, nicht weniger mit dem Kollegen, der im Kamin stecken geblieben ist. Auf die Anklagebank für irrelevante, rein privatistische Verwendung von Steuer- und Zwangsgebührengeld gehören hier: arte, Präsidentin Veronique Cayla, der Hessische Rundfunk hr, Intendant Dr. Helmut Reitze, FFA, Vorstand Dr. Peter Dinges, Medienboard Berlin-Brandenburg, Geschäftsführung Kirsten Niehuus, Elmar Giglinger, Medienstiftung Hamburg-Schleswig-Holstein, Geschäftsführung Annemarie Stoltenberg.

Aber wenn ein Nietzsche-Zitat in einem Drehbuch vorkommt, dass die Frauen die Fallen der Natur seien, so ist das schon Grund genug für Subvention. Diesem Satz wird später mit einem denunzierenderen Frauenwitz, dem über die Schlösser, noch nachgetreten. Und Dialoge als eine Abfolge losen Geschwätzes zu Themen wie Frauen, Psychologie, Liebe, Lust, Waffen, ein Riesenbla ohne jede Hilfswirkung für die Geschichte oder zur Charakterisierung der Figuren.

So hängt die Handlung vollkommen in der Luft, kann nicht eine Minute Spannung erzeugen. Diesen weiteren Beweis, dass das deutsche Kino sich außerordentlich schwer tut mit dem Geschichtenerzählen, braucht niemand. Es steht diesen Namen aus dem Pfründenland selbstverständlich frei, sich so eine filmische Selbstbelustigung zu leisten, kann für die Partizipierenden durchaus befreiend wirken, aber bittschön nicht mit öffentlichen Geldern, schon gar nicht mit Rundfunkzwangsgebührengeldern. Immerhin, das haben diese Schauspieler in ihren langjährigen Karrieren bei Shakespeare gelernt: wenn alle Figuren tot sind, ist das Stück aus.

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Dieser internationale Koproduktionsmischling aus USA, Russland, Polen, Deutschland und Puerto Rico, der laut IMDB geschätzte 1 Million Dollar gekostet hat, soll bereits über 30 Millionen eingespielt haben; wobei die Produktionskosten mir noch hoch gegriffen scheinen, denn der Film hat nur eine einzige Einstellung und die ist auf einen Computerbildschirm gerichtet. Die Leinwand als Computerbildschirm – der Bildschirm als Leinwand.

Das ist ein Experiment und ich empfinde es als anstrengend, muss ich im Kino auch noch das haben, was ich eh zuhause schon habe? Wobei ich zuhause ja eingreifen kann, während ich im Kino tatenlos zusehen muss, wie eine Gruppe junger Leute über Skype miteinander redet und durch einen Hacker und einen angeblichen Selbstmord in Aufruhr versetzt werden.

Viel Arbeit muss es für die Übersetzer gegeben haben, denn der Bildschirm ist ständig voll mit Texten, wie sie auf so einem Bildschirm zu finden sind, wenn denn noch Facebook aufgemacht wird oder ein Begriff gegoogelt, so stehen auch all die Randbemerkungen da und frisch gechattete Texte dazu. Immerhin fehlt hier die ekelhafte, algorithmenbedingte Eigenenart des Internets, die dem User noch ständig mit gezielten Anzeigen sein eigenes, individuelles Surfverhalten spiegelt.

Wenn das Kino im Idealfall den Menschen vor die Leinwand setzt, ihm aber durch die Bilder Freiheit und geistigen Abflug ermöglicht, so komme ich mir hier vor, wie in einem Schulungsraum oder vor eine Power-Point-Wand, Kino zum Mitschreiben gewissermaßen, das mich an die schlimmsten Schulzeiten erinnert und mir das Gefühl eines Gefangenen vermittelt, der die Augen überanstrengt.

Immerhin könnte man von Nelson Greaves, der das Buch geschrieben hat und Levan Gabriadze, der die Regie geführt hat, trotzdem den Hut ziehen, dass sie sich auf so ein Experiment eingelassen haben und nicht irgendwie auf Nummer sicher gegangen sind, dass sie sich dieses Stück Alltgagsrealität von Milliarden Menschen vorgenommen haben, wenn auch mich nicht der geringste Grusel überkommen hat, so macht der Film doch auf spezifische Möglichkeiten des Internets aufmerksam.

Das Internet wird hier in seiner ganzen Enge und Fixierung vorgeführt. Und macht bewusst, wie schmerzlich im Kino tote Leinwand, also einfach weiße, statische Fläche ist und der Zuschauer mit seinen Augen wie auf einer Anzeigentafel seine Orientierung sucht. Augengymnastik.

Auch die Tonspur haben sich die Macher billig gemacht, oft nur das Klicken der Tastatur bei der Herstellung von Chat-Texten und gelegentlich etwas Donnergrollen.

Die Wahrhaftigkeit eines solchen Kinos liegt vielleicht darin, dass es ein grausamer Spiegel einer häufigen, realen Lebensituation vieler Menschen inzwischen ist, privat wie am Arbeitsplatz. Eine schmerzhafte Realität, deren Nachvollzug im Kino nicht weniger weh tut; einen gewissen Masochismus im Publikum voraussetzend.

Wobei das Netz nicht der brisanten, interessanten Topoi entbehrt: Versetzen eines Kanals in den Gedenkzustand. Wer hat nicht Facebook-Kontakte, die bereits tot sind?

Eine harte Doku aus dem virtuellen Leben unserer Jugend, wie sie sich im Labyrinth der virtuellen Netzwerke verläuft und verirrt und so eine verzweifelte, virtuelle Gruppendynamik auslöst. Vermittelt im Negativeffekt das Gefühl, als bitte einen ein Bekannter vor seinen Bildschirm und wolle einen mit seinen Problemen belabern.

Wer sich für diesen Film interessiert, den dürften auch interessieren: – Katze macht Rückwärtssalto – Chinesische Oper – Soldat macht FLORIDA – Autsch – meine Katze beobachtet mich im Schlaf, das lässt gruseln. Und vielleicht noch Chatroulette.com

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Brüggemanns bitterböser Blick auf die Zeitgeister lässt diese einen irren Veitstanz aufführen und kommt zu der Erkenntnis, dass die Deutschen doch nur glücklich sind, wenn sie Panzer fahren und andere Länder erobern können. In jeder Überspitzung steckt ein Körnchen politisch unkorrekter Wahrheit. Review anlässlich des Filmfestes München.

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Erschütternd zu sehen, wie das Naturtalent von Sängerin von Amy Winehouse wegen ihrer ganz seltenen Begabung und großartigen Stimme und mangelndem Karrierebewusstsein in einen bombastischen Welterfolg hineinschlittert und darin elendiglich krepiert. Atemberaubend, weil aus nächster Näher und mit privatem Videomaterial, gerade auch aus sorglos glücklichen Zeiten, unterfüttert nebst grandiosen Musikaufnahmen. Ein Talent ist ein Gottesgeschenk, aber die Menschen drum herum machen es kaputt. Review anlässlich des Filmfestes München.

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Schönes Filmmuseum einer großen Liebe nach dem Roman von Thomas Hardy, Drehbuchfassung von David Nicholls und in der Regie von Thomas Vinterberg, aber es dauert, bis der Schäfer Gabriel Oak, Matthias Schoenarts, endlich Bathsheba Everdene, Carry Muligan, küssen darf, ein Bild wie aus der romantischen Malerei entsprungen.

Wie denn überhaupt die Bilder traumhaft schön sind, die Darsteller erstklassig ausgesucht, die Regie stimmig, der Konflikt, der vorm Hintergrund des Ideals der großen und wohl auch romantischen Liebe fürs Leben – dabei geht’s dann doch nur um die Ehe – sich entwickelt.

Da ist es richtig, dass die beiden Liebenden als Erste aufeinandertreffen. Er ist der Schäfer, sie arbeitet im Sommer auf dem Hof ihres Onkels. Für ein großes Drama muss das Schicksal mächtig zuschlagen. Die Schafe brechen nachts aus dem Gehege aus und stürzen über die Klippen zu Tode. Der Schäfer steht verarmt da. Sein spontaner Heiratsantrag an die hübsche, unbekannte Nachbarin wird von ihr leichterhand abgelehnt.

Bald erbt Bathsheba den Hof ihres Onkels, bringt ihn auf Vordermann. Sie engagiert Gabriel, der mit treuhündischem Blick seinen Dienst erledigt, seine Liebe zur Herrin tief verbirgt, denn der reiche, unverheiratete Nachbar, Michael Sheen als der Gutsherr William Boldwood, ist auf Brautschau und hätte einiges zu bieten.

Nicht genug der Schäferkonkurrenz: bald tritt in roter Paradeuniform ein dritter Freier auf. Er ist offensichtlich der unsolideste (das zeigt schon die punktgenaue Besetzung mit Tom Sturridge als Seargant Francis Troy), der ist ein raffinierter und unverschämter Verführer, der Schäfer ist zu dumb, der Gutsherr zu anständig.

So landet Bathsehba in der unglücklichsten aller möglichen Ehen. Drastische Szene vom Hochzeitstag, auch da rührt sich die Natur, wartet wie im klassischen Drama mit einem Unwetter auf, der Gatte aber will die Naturgesetzlichkeit nicht wahr haben, behauptet, es gebe kein Unwetter und es werde nicht regnen, er lässt die Knechte nicht vom Saufen weg, das er spendiert hat; aber die Kornernte ist in Gefahr. Nur Gabriel, der treuguckende Diener kämpft gegen den Sturm und legt Blachen über die Getreidehaufen, die frisch vermählte Bathsheba steht ihm bei.

Der Film spielt 1870 an der englischen Kanalküste, die steil abfällt. Es fahren schöne Kutschen vor, der Verführer Troy hat selbst eine schlimme Enttäuschung hinter sich; es gibt diese friedlichen Bilder der händischen Getreideernte und Bathsheba ist eine selbständige Frauenfigur, die zuerst auf Widerstand in der Branche stößt, die sich durchsetzen muss, das zeigt eine Szene auf dem Getreidemarkt oder wie sie den unredlichen Gutsverwalter, der das Gut hat verkommen lassen, stehenden Fußes entlässt.

Jedoch: Bathsheba tändelt auch mit der Liebe, mit einem anonymen Gedicht an den Nachbarn Boldwood. Mein Problem bei all dem schier perfekten und wunderschönen Museum ist die Figur des Schäfers, dass der soviel Geduld hat, dass er so sich alles bieten lässt und treu auf der Reservebank Platz nimmt bis die Launen von Frau Bathsehba das wahre „Schäfer“Stündchen zulassen – das ist schon reine, schier unglaubliche Engelsgeduld, vermutlich: Schäferromantizismus pur.

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Hier stoßen wundersam flüßig und warmherzig erzählt drei Themenkomplexe fruchtbar aufeinander: die Würde des Alterns, das Verkinden im Alter und eine grauenvolle Vergangenheit als dritter Mitspieler.

Alvaro Brechner hat als Hauptfigur den titelgebenden Senor Jakobo Kaplan (von seiner Frau liebevoll Yankele gerufen), ein Dritt-Reich-Flüchtling, der als Kind nach Südamerika gelangte und sich hier angenehm eingerichtet hat. Allerdings hat er in seinem Leben nicht im geringsten die großen Taten vollbracht, die ihm in die Wiege gesungen wurden. Und seine Söhne sehen auch nicht darnach aus. Überhaupt ist diese Prognose längst vergessen. Sie kommt Jakobo erst wieder in den Sinn, wie seine Sinne anfangen nachzulassen, das Augenlicht.

Wie Alvaro Brechner das erzählt, das ist ein Hingucker. Wie Jakobo erst mit dem Auto nicht mehr zurecht kommt. Wie er versucht, beim Augentest zu schummeln. Das bringt ihn zur Besinnung auf den Sinn seines Lebens, das bisher wenig erzählenswert war. Es ist nie zu spät. Jakobo lässt große Männer der Geschichte Revue passieren, Churchill, der mit 77 zum zweiten Mal Premierminister geworden ist, Goethe, der mit über 80 den Faust geschrieben hat oder gar Urvater Abraham.

Nach einer Krise auf einem 3-Meter Sprungbrett machts Klick bei ihm. Inspiriert durch die Entdeckung in Lateinamerika, dessen Verschleppung nach Israel und den Medienrummel, den der Eichmann-Prozess weltweit ausgelöst hat, will Jakobo sich einen mutmaßlichen alten SS-ler, der am Strand eine bescheidene Wellblech-Kneipe namens „Estrella“ betreibt, Julius Reich heißt er, gefangennehmen und nach Israel verschleppen. Um in die Annalen der Holocaustaufarbeitung einzugehen.

Den Coup will Jakobo mit Wilson durchführen. Der ist ein ehemaliger Polizist, der wegen Korruption korrupt und heimlich aus dem Dienst entlassen wurde (und weiter vom Chef, den er geschützt hat, kassiert). Die Familie will diesen Bekannten nun als Fahrer für Jakobo engagieren. Jakobo will ihn für seine Zwecke nützlich machen, für die Entführung.

Es folgt die Beobachtung der Zielperson. Das ergibt schöne Strandbilder, denn Zielperson geht verdächtig regelmäßig am Strand spazieren und schwimmen. Es folgt Eindringen in dessen Privatsphäre, in diejenige seiner Tochter und in die Beerdigungsvorbereitungen für einen weitern Deutschen, der eben verstorben ist. Es wäre übertrieben zu behaupten, die beiden stellten sich professionell an. Sonst wäre es ja auch keine Komödie, in der es mehr um den Sinn des Lebens geht, um die Sinnfrage, die sich im Alter stellt, auch die Frage der Würde bei abnehmendem Orientierungssinn und Gedächtnis als um die Nazizeit, die der Angelegenheit allerdings merklichen Schub verleiht.

Der Film fängt 1937 in Polen an mit der Bar Mitzwa von Jakobo und springt dann nach Montevideo 1997 mitten in die Sinnkrise auf dem Sprungbrett. Bald schon wird auf der Tonspur, hm, als Impulsgeber vielleicht für den kreativen Vorgang im Hirn von Jakobo, der Schlager „SS in Uruguay“ eingespielt.

Brechners smarte Erzählweise. Der Verdacht auf das Nazitum von Reich, der immer langärmelig rumläuft, wird erhärtet durch die Namensgebung seines Imbisses „Estrella“, denn es gab ein Schiff namens „Stern“, deutsch für Estrella, das eine Ladung voller Nazis nach dem Ende des Dritten Reiches vor den Häschern nach Lateinamerika in Sicherheit gebracht hat.

Für den Film wäre allerdings hilfreich, wenn der Zuschauer vorher etwas mehr Information über die Kapos in den KZs hätte. Die Szenen sind allesamt liebevoll ausgearbeitet, auch um ein Zeitkolorit zu geben, über die Beach Boys gibt es eine Sendung am Radio und die Tochter von Reich wird zur Herausgabe von Infos geködert mit einer Saga, sie sei die Erbin von Beckenbauer. Dumm nur, dass sie keine Ahnung hat, wer das ist. Es sind die Details, die den Film verständlich und leicht konsumierbar machen.

Vielleicht eine leicht hinterfotzige, kauzige Posse zu nennen.

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