Der kleine Rabe Socke heißt so, weil er erstens klein ist – im Vergleich zu vielen anderen Tieren – und zweitens weil er nur eine Socke hat und die ist auch noch rot-weiß gekringelt und die Zehe ist viel zu groß. So kann er mit dieser Sockenzehe, wenn er sich auf ein Bein stellt und das Sockenbein in die Höhe streckt (sollte man als Erwachsener wieder einmal als Turnübung versuchen) Selbstgespräche mit seiner Socke oder seiner Zehe oder seinem Fuß darunter führen, kann nachdenken darüber, ob er denn nun ein Egolist sei oder ein Teammensch.

Frau Dachs wirft ihm ersteres vor, er wolle nur Autorennenfahren und nichts für die Ernte tun, die Vorsorge trifft, damit die Tierwelt im Winter Vorräte hat und nicht Hunger leiden muss. Deshalb bekommt er Fahrverbot.

Jetzt fügen sich zwei Dinge, ein Glück und ein Unglück, dass Socke beweisen kann, dass er teamfähig sein und an alle denken, das aber gleichzeitig mit seiner Rennleidenschaft verknüpfen kann, dass er also wie der Schlusssong die Moral des Filmes auf den Punkt bringt, sein kann wie er ist. Und dabei trotzdem sozial bleibt.

Mit dem Bären will er im Vorratshäuschen naschen, behauptet aber, sich zu belohnen, weil er mit einem raffinierten Trick, denn schlauer als die anderen ist er, die anderen Tiere dazugebracht hat, seine Strafaufgabe, das Einsammeln der Nüsse, für ihn mit überwältigendem Folg zu erledigen und somit zum Wintervorrat beizutragen. Weil aber diese Hütte schon angeknackst ist, genügt eine unvorsichtige Bewegung und sie kracht zusammen. Alle Vorräte kullern raus, rollen zum Bach hinunter und werden von diesem weggetragen. Ein trauriger Winter steht bevor.

Das Glück, was gleichzeitig passiert, das ist, dass ein Autorennen stattfindet mit einer beachtllichen Preissumme, 100 Goldtaler sollen es sein, wofür Frau Dachs genügend Wintervorrat einkaufen kann für das ganze quietsch-bunt quirlig-fröhliche Biotop, das uns Ute von Münchow-Pohl und Sandor Jesser wunderbar nach dem Drehbuch von Katja Grübel nach der Geschichte von Nele Moost bestgelaunt animiert haben.

Dieses Rennen wird zum überbordenden Action-Teil, die tollkühnen Tiere in ihren rumpeligen Kisten. Waldmeister ist der Rabe schon. Aber bei diesem Rennen nimmt ein echter Weltmeister aus Lateinamerika teil. Es wird ein verrücktes, gefährliches Rennen mit bunt zusammengebastelten Kisten, motorisiert oder nicht, Ruderboot auf Rädern oder ein Bohrer wie beim Maulwurf, der sich Teile der Rennstrecke selber bohrt und doch nicht vor den anderen ans Ziel kommt.

Der Rabe und Eddie, der Bär, bilden ein Team, dazu kommt die geniale Motorhandwerkerin Fritzi, das Bibertöchterchen, die für das letzte, entscheidende Rennen auch die rettende Idee hat.

Unter den Fahrern bildet sich Solidarität heraus. Wenn das Rennfahrsöhnchen aus Lateinamerika von der Bahn abkommt, und obwohl es um Sieg und Überleben im Winter geht, dann retten der Rabe und der Bär, diesen doppelten Unglücksfahrer, der lieber Flöte spielt als Rennen zu fahren. Er ist der Exponent der einsamen Figur, die die Karrierewünsche des Vaters erfüllen soll, während der Sieger, der Rabe Socke, auf eine ganze Riege von Freunden zählen kann. Die Sprecher erledigen ihren Part mit sich übertragendem Spaß und die große Filmmusik bettet die aufregende Geschichte auf weiche Kissen.

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