Sofia Coppola, die sich für diesen California-Life-Style-Film von einem Artikel in Vanity Fair hat inspirieren lassen, hat eine seelenmassierende Erzählweise, eine verführerisch schöne, richtig süffige Filmhandschrift. Sie erzählt aus einer reichen Welt, aus einer Welt des Überflusses an schönen Dingen.

Sie erzählt aber auch, dass in dieser Welt viel Nachlässigkeit herrscht, Villen von Stars, die zum Einbruch direkt verführen dank nicht abgeschlossener Fenster und Türen, während die Herrschaften, wie uns das Internet lehrt, gerade in New York am Drehen sind oder woanders ein Konzert geben oder eine Party besuchen.

Sie erzählt aber auch davon, dass in dieser Welt unbesehen der Person Recht und Ordnung herrscht. Sie erzählt davon, dass es nach wie vor eine Bonny-und-Clyde-Begeisterung in den USA gebe und dass man ein Star werden kann ungeachtet der Tatsache, ob man ein Künstler oder ein (sympathischer) Einbrecher ist.

Ferner erzählt sie uns, dass im Internet eine Art Waffengleichheit zwischen den Räubern und den Cops herrsche. Denn einerseits findet die jugendliche Gang aus guten Verhältnissen, Schüler, Kids, Teenager, die sich langweilen, die koksen und in der Disco tanzen, dem Rausch frönen, die mit diversen Mitteln ihr Coming-of-Age zudröhnen und betäuben, ihre Opfer, Stars mit Schmuck und Juwelen und riesigen Schränken voll mit feinen Schuhen und edlen Klamotten oder sündhaft teuren Uhren oder gar Bargeld, im Internet, da gibt es Fotos von den Villen von oben und auch die Infos, wo der Star sich gerade aufhält.

Auch die Polizei bedient sich des Netzes, zusätzlich zu teilweise installierten Überwachungskameras. Die sozialen Netzwerke helfen der Polizei, mehr über die Einbrecherbande zu erfahren.

Sympathisch stellt Coppola die Gruppe beispielsweise in einer Szene dar, in der sie wie eine erfolgreiche Popband, alle mit Sonnenbrillen, nebeneinanderher über einen Boulevard in L.A. schreiten und die entsprechende Musik dazu. Abgesehen davon waren es Jugenddummheiten, denn eigentlich sind die Teens idealistisch, wollen für den Frieden auf Erden arbeiten, Stichworte „Live, Nature, Love“ laut einem Plakat an einer Zimmerwand oder eine führende Position einnehmen, eine Stimme auf der Welt werden, die vernommen wird, die wahrgenommen wird.

Dank ihrer Brüche, dürfen sie diese ihre Philosophie über Interviews mit Vanity-Fair auch verbreiten. Die erste Stufe zum Startum ist somit erfolgreich gemeistert. Dumm nur, dass bis zur nächsten Stufe, einige Jahre Knast dazwischen liegen werden, mit Schwerverbrechern in den orangen Gefängnisanzügen, um womöglich in einer Zelle daneben einen echten Hollywood-Star, der wegen eine Diebstahls im Wert von wenigen Dollars einsitzt, schreien zu hören. Diese Gefängnisrealität Amerikas wird nicht weiter thematisiert. Politisch-kritisch wäre gegen die schöne Erzählung. Die Gefängniserfahrung, die müssen die mit sich selber ausmachen.

Aber auch: Einer der belanglosesten, langweiligsten Film des Jahres. Villen-Hopping, Shopping-Hopping, Life-Style-Hopping, Vanity-Hopping und das alles im Schmorsaft des Reichtums. Chanel, Prada, Miu-Miu vor dem Hintergrund von Privatunterricht zu Hause und Besuch eines schlecht renommierten privaten Lehrinstituts in Indiana Hills – gepflegte kalifornische Hochglanzlangeweile – und der Bob Hope Airport vermag auch keine Hoffnung geben.

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