Der Erfolgsfilm „Findet Nemo“, der 2003 in die Kinos gekommen ist, hat laut IMDb bis Ende Dezember 2012 über 900 Millionen Dollar eingespielt. Jetzt, zehn Jahre später, reicht der Autor und Regisseur Andrew Stanton eine sorgfältige 3D-Fassung nach, die wunderbar die Tiefen von Meer und Aquarien, aber auch von Korallenriffen und Fischschwärmen und versunkenen Schiffen und dem Hafen von Sydney und das Innere eines Walfisches cineastisch auslotet.

Man sitzt als Zuschauer wie mit plattgedrückter Nase an der Glaswand einer Wunderwelt und lässt sich atemlos bezaubern. Denn auch die Geschichte ist stark, nicht umsonst der Erfolg.

Schon die Geburt von Nemo, dem kleinen Clownfisch, ist mit Unglück verbunden. Ein Hai dringt ins Korallengebiet ein, in dem Marlin mit seiner Frau vierhundert, nun was sind das: Eier abgelegt hat; sie haben noch diskutiert, wie sie ihren Nachwuchs nennen wollen. Die Hälfte sollte Marlin heißen, die andere Hälfte nach der Mutter Cora. Und einen einzigen wollte der Papa Nemo nennen.

Nach dem Unglück nun blieb ein einziger übrig. Das war Nemo. Dann kommen die Titel. Nemo geht jetzt zur Schule. Er soll alles lernen über die Gefahren des Meeres. Nemo hat noch einen weiteren Makel, außer dem Verlust der Mutter, er hat auch eine Behinderung, denn eine Seitenflosse ist verkümmert, ist viel zu klein. Brisant-Thema Inklusion auch ganz nebenbei noch großartig abgehandelt.

Jedenfalls schon am ersten Schultag schwimmt Nemo zielbewusst dorthin, wo es verboten ist: in die Tiefsee. Und prompt wird er von einem Taucher gefangen. Es ist ein Zahnarzt aus Sydney, der diesen Goldfisch mit den drei Streifen für das Aquarium in seiner Praxis mit Ausblick auf die Oper von Sydney mitnimmt.

Der Papa will Nemo unbedingt wiederfinden. Aber wo? Da wo er verschwunden ist, findet sich noch die Taucherbrille des Zahnarztes und auf dem Brillenband ist seine Adresse aufgeschrieben. Aber Marlin kann nicht lesen (auch das durchaus ein aktuelles Thema). Zum Glück trifft er auf Dorie, ein blaue Fischdame mit Gedächtnisverlust (noch so ein Thema). Aber sie kann lesen. Das kann ja heiter werden. Und Sydney ist weltenweit entfernt.

So ist Platz genug für unglaubliche Gefahren und Verfolgungsjagden; Minenfelder aus dem Krieg müssen durchquert werden genau so wie Gebiete mit giftigen Quallenfeldern. Aber auch Haifische, die Veganer werden wollen, sind immer noch eine Gefahr. Fischschwärme kommen vor, die wie bei einem Figurentanz Antworten auf Fragen geben und Schildkrötenmassen auf ihrer langen Reise um die halbe Welt kennen die besten Strömungen von Kontinent zu Kontinent. Dann sind aber auch industrielle Fischer mit riesigen Fangnetzen unterwegs.

In Sydney schließlich hat es die Zahnarztpraxis mit den nicht eben sensiblen Behandlungsmethoden in sich mit ihrem Aquarium mit einer wiederum ganz speziellen Lebensgemeinschaft und dem Neuankömmling Nemo. Die planen nun den Ausbruch, was uns Einblick in das technische Funktionieren des Drumherums eines solchen Aquariums gibt, aber auch darin, dass alles was flüssig ist in dieser Praxis, direkt ins Meer fließt. Kommen noch die Pinguine hinzu, nachdem Marlin mit Dorie glücklich den Walfisch überlebt hat.

Aber auch in der Tierwelt zu Meer und zu Luft gibt es einen Gerüchtestrom, und der wird das Missing Link zwischen Vater und Sohn herstellen. Nach dem Happy End in Sydney muss schleunigst die Schulbank im Korallenriff gedrückt werden. Der Alltag hat Nemo – und uns – wieder nach diesem exzeptionellen Abenteuer.

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