Kino ganz unprätentiös benutzt, um in aller Ruhe ein nicht ganz abwegige Geschichte unserer Tage zu erzählen, aber eben nicht, wie es hierzulande gemacht würde, als eine Geschichte, die thematisch ums Thema Altern und Demenz kreist (und dann ziemlich unerträglich werden kann), sondern als die Geschichte von Frank, den Frank Langella mit dokumentarischer Glaubwürdigkeit (und immer den Schalk im Auge) spielt, und seinem Pflegeroboter.

Frank war ein Meisterdieb. Dafür hat er auch jahrelang im Gefängnis gesessen. Sein Sohn Hunter ist ihm später sehr dankbar ist dafür, weil er dadurch vor dessen Erziehung verschont wurde.

Trotzdem kümmerte sich Hunter um den einsam alternden Vater, dessen wachsende Demenz ihm alleiniges Haushalten immer mehr erschwert. Hunter nimmt jedes Wochenende die zehn Stunden Fahrt in Kauf, um nach seinem Vater zu sehen, der inzwischen seine Diebesaktivitäten auf kleinere Drogerieartikel oder mal ein Buch aus der Bibliothek reduziert hat, in seinem Metier etwas kürzer tretend.

Für Hunter sind die Besuche anstrengend und fruchtlos, da Frank seine Demenz nicht wahrhaben will. So besorgt er ihm einen entzückenden kleinen, hervorragend auf Hausarbeiten programmierten Roboter in der Größe eines menschlichen Kleinwuchses, vielleicht 1 Meter 50, und ganz in weiß. Der entwickelt sich schnell zu mehr als nur einem Maschinenersatz für einen Diener, mit dem kann Frank sich wunderbar unterhalten.

Und bald schon kann er die doch relativ moralfreie Maschine überzeugen, bei Diebstählen mitzumachen. Der Einbruch in die kleine Bibliothek, in der er praktisch noch der einzige Ausleiher ist und wo er sowieso schon alle Bücher dreimal ausgeliehen hat.

Mit der Bibliothekarin möchte Frank anbandeln, denn er selbst ist schon seit dreissig Jahren geschieden. Die Frau fasziniert ihn. Beim Bruch in die Bibliothek hat er den Don Quixote „ausgeliehen“. Dass es gerade dieses Buch sein muss, scheint mehr im Bedürfnis der Filmemacher, Christopher D. Ford als Autor und Jake Schreier als Regisseur, nach atmosphärische Farbe im Film als der zwingenden Charakterisierung ihres Protagonisten geschuldet zu sein.

Das hatte allerdings zur Folge, dass ein Cop, der vermutlich wegen seiner geringen Körpergröße leicht zu fanatisieren ist, Frank sofort verdächtigt.

Frank wird auf die Bewohnerin eines Bungalows aufmerksam, die Juwelen und Edelsteine im Übermaß besitzt und diese bei einem Event für die Sponsoren der Bibliothek auch gut sichtbar trägt, mithin eines der interessantesten Diebesgüter, das auf kleinstem Volumen größten Wert vereinigt.

Schnell kann also Frank den Roboter dazu verleiten, bei einer systematischen Beobachtung des Bungalows und der Lebens-Gewohnheiten seiner Bewohner mitzutun und den großen Coup tatsächlich zu landen. Der wird allerdings nicht ohne Folgen für Frank und auch sein Verhältnis zum Roboter bleiben, wird Frank doch ein Stück Erkenntnis über die vehement, fast trotzig abgestrittene Demenz bringen und lässt ihn einer möglicherweise attraktiven (?) Alternative zum Knast in Balance mit sich selber enden lassen.

Der Roboter selbst wird als mit einer hochkomplexen Programmierung versehen dargestellt. Er betont auch immer wieder, er sei ein Roboter, er könne nicht selber denken, immer dann, wenn Frank der Versuchung der Humanisierung der erliegt.

Mit der Bibliothekarin Jennifer, gespielt von Susan Sarandon, hat es eine eigene Bewandtnis, nicht umsonst fühlt sich Frank angezogen.

Ich überlege gerade, welches die beste Gelegenheit wäre, diesen Film zu schauen, denn er schafft durch das ausgezeichnete Buch von Christopher D. Ford und die zurückhaltende Regie von Jake Schreier, die dem Mimen den Vortritt lässt, eine Distanziertheit, als ob man eine Anreise durch einen langen Weg durch Wald und Wiesen hinter sich habe in die Abgeschiedenheit einer kleinen, weltabgeschiedenen Ortschaft, um dann hocherträglich mitten auf ein Problem, wenn nicht gleich mehrere, unserer Zeit gestoßen zu werden. Man sollte also nicht aus der Hektik des Alltages ins Kino stürmen, sondern vielleicht die letzten Hundert Meter vorm Kino versuchen, diesen Alltag bereits abfallen zu lassen, seinen Gang in ein müssigeres Tempo herunterschrauben, um diesen Film voll zur Geltung kommen zu lassen.

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