Die Moral dieser ziemlich verrückten Abenteuerreise des kleinen Maki mit der Giraffe Zarafa aus eine Wüste Afrikas nach Alexandria am Mittelmeer, dann teils mit Heißluftballon teils mit Piratenschiff nach Marseille und weiter inklusive Absturz in den Alpen nach Paris in den Zoo, die Moral nach all den Abenteuern, die Rémi Bezancon und Jean-Christophe Lie nach dem Buch von Alexander Abela und Rémi Bezancon eindrücklich einfach als Animationsfilm inszeniert haben, ist also die: nach den Wechselfällen und Abenteuern, die ein junges Leben durchmachen kann, kehre zurück in Deine Heimat, baue ein Haus und gründe ein Familie.

In solch familiärer Atmosphäre erzählt ein alter Mann, (ist es der alt gewordene Hassan?) unter einem großen Baum mit breitem Stamm den Kindern des Dorfes die Geschichte vom Abenteuer der kleinen Giraffe Zarafa, die auch die Geschichte des kleinen Maki ist.

Zur Illustration benutzt der Erzähler, der in der französischen Originalfassung einen angenehmen Schmelz in die Stimme legt, einige Holzfigürchen für die wichtigsten Personen und Tiere, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Wenn eine Figur stirbt, wie zum Beispiel die eine der beiden Zwillingskühe, dann legt der Erzähler sie flach vor den Kindern auf den Boden. Die anderen, die bleiben stehen.

Das Schicksal hat es mit Maki nicht besonders gut gemeint. Er wurde von einem Sklavenhändler gefangen gehalten zusammen mit dem Mädchen Soula, die in der Geschichte auch immer wieder auftauchen wird.

Maki aber befreit sich, flieht. Er wird von bösen Hunden und vom bösen Malaterre verfolgt. Auf seiner Flucht stößt er auf die Giraffen, es kommt zum Zusammenprall mit Hassan, der erst eine sehr negative Erscheinung ist, denn er sucht eine junge Giraffe, die nach Frankreich transportiert werden soll. Dieser Teil der Geschichte beruht auf einem historischen Vorbild: 1827 wurde eine Giraffe dem französischen König gebracht, die erste Giraffe, die die Franzosen in ihrem Lande zu Gesicht bekommen haben, eine richtige Sensation damals.

In unserer Geschichte nun soll Hassan diese Giraffe für einen ägyptischen Diplomaten besorgen, denn Ägypten wird gerade von den Türken belagert und sucht Unterstützung durch die Franzosen, will den französischen König mit der Giraffe sich geneigt machen.

Bis es soweit ist, dass der französische Hofstaat sich vor dem Giraffenkäfig, der mit einem Vorhang abgedeckt ist, versammeln kann, verschont uns die Geschichte nicht mit der Boshaftigkeit und Gier von Menschen, die an dieser Giraffe interessiert sind oder an Maki, der der sterbenden Mutter der Giraffe versprochen hat, sich um Zarafa zu kümmern, Menschen also, die Maki von der Giraffe trennen und ihn zurück nach Afrika schicken wollen. In Paris wird er sodann für lange Zeit von der Giraffe getrennt, weil der böse Malaterraa ihn als Sklaven beschäftigt.

Aber eine schöne Geschichte wäre keine schöne Geschichte, wenn sie nicht nach all den Irrungen und Wirrungen und Schmerzen und Vertrauensbrüchen, die hier knapp und gut verständlich skizziert werden, noch zu einem harmonischen Ende finden würde, wobei selbst ein schon tot Gewähnter nochmal ins Spiel kommt. Mir scheint, die Geschichte dürfte geeignet sein für Kinder in dem Alter, in welchem sie anfangen Geschichten in Zusammenhängen aufnehmen zu können, wiewohl sie so universell erzählt ist, dass als Altersangabe sicher auch gelten kann von 3 bis 103.

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