Angenehm kurz, gerade mal 80 Minuten, dauert dieser Erstlingsfilm von Sophie Lellouche, in welchem sie versucht, den Übergang von Alice vom verträumten Mädchen zur partnerfähigen erwachsenen Frau zu thematisieren.

Eine Phase, die dauert. Es fängt mit Rückblenden an, die kurz und sehr präzise das Umfeld und auch das Mädchenzimmer von Alice zu zeigen, das verträumte Kinderzimmer vollgestopft mit bildungsbürgerüblichen Utensilien von Büchern (Shakespeare), Bildern (Tänzerinnenbild von Degas) und Teddybären und ein großes Plakat von Woody Allen. Denn der hält dem erwachsenden Mädchen die Stange, sie führt fiktive Dialoge mit ihm und er antwortet ihr auch. Das sind die Stellen im Film, wo Esprit von Woody Allenschen Einsichten durchaus auffunkelt.

Alice, die von Alice Taglioni attraktiv gespielt wird als eine Frau, die sich nicht anbiedert, der der Ernst des Lebens, Sinnfragen, eminent wichtiger sind als Anbandelei. In diesem Metier ist ihre Schwester erfolgreich. Die Eltern führen eine Apotheke und machen sich Sorgen, dass die Tochter bei den Männern nicht so ankommt, aber auch nicht ankommen will.

Bald schon macht der Film einen Sprung über ein Dutzend Jahre nach der Pubertät, Alice ist in den Dreißigern, sie hat die Apotheke übernommen, versucht ihren Kunden mehr mit Woody Allen-Filmen zu helfen als mit Medikamenten. Sie ist immer noch ledig und gar nicht unglücklich dabei. Männergeschichten spielen trotzdem eine Rolle, irgendwie scheint sie ein Interesse daran zu haben – aber erst ein Live-Auftritt von Woody Allen as himself gibt ihr den entscheidenden Schubser.

Das ist alles wunderbar gedacht von Sophie Lellouche. Aber auch recht mädchenhaft abgehoben, wie aus der Puppenstube. Ab dem Zeitsprung ins Heute wird die Idee nur noch abgehakt, statt mit Leben erfüllt. Das dürfte an einem Manko an genauem Studium der Charaktere liegen – da hilft es auch nicht, noch das Jüdische Element einzuführen, zum Beispiel den Namen Ovitz.

Irgendwie gehen die Figuren durch den Film, erledigen zwar ihre Aufgaben, aber die sind nur noch ein Auswalzen der Idee, statt dass auf ihre Eigendynamik vertraut wird und sie so den Zuschauer mit mehr als nur mit Pointen aus dem Woody-Allen-Universum erfreuen können. Dadurch verliert man leider auch schnell das Interesse an den Figuren.

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