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	<title>Kommentare zu: Messner</title>
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		<title>Von: Julian</title>
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		<dc:creator>Julian</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2012 12:13:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Also, ich fand den Film großartig. Die Kombination aus nachgestellten Szenen, aber an Originalschauplätzen, und dem Rückblick durch Interviews und Statements ist meines Erachtens sehr gelungen. Gerade bei Messner ist das schwierig, da jeder irgendwie meint, schon alles zu kennen.

Aus &lt;a href=&quot;http://www.filmjournalisten.de/2010/07/14/ich-bin-dann-mal-fertig/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;meinen eigenen Erschöpfungserfahrungen beim banalen Bergwandern&lt;/a&gt; (absolut nicht vergleichbar natürlich, auch nicht mit den Fähigkeiten des normalgewichtigen Normalbürgers) kann ich allerdings nachvollziehen, dass man in solchen Extremsituationen nicht zum vernünftigen, rationalen Denken in der Lage ist. Man ist auf sich selbst reduziert, die Aufmerksamkeit ist fokussiert auf einen winzigen Bereich, nämlich den Betrieb des Körpers bei der Fortbewegung, auf das Luftholen und darauf, den Puls nicht noch höher werden zu lassen. Wenn da ein anderer aus der Gruppe nur einen Meter entfernt einen falschen Tritt tut, dauert die eigene Reaktion viel länger und ist möglicherweise auch noch die falsche, als wenn man ausgeruht und entspannt zuhause ist.

Ich denke, dass viele Leute sich das nicht vorstellen können, da sie Anstrengung auch nur aus dem Fitnessstudio kennen, wo sie danke einer Pulsuhr immer wissen, was Sache ist und von einer Sekunde auf die nächste einfach aufhören können. Wenn man noch hunderte von Höhenmetern absteigen muss, damit man nicht erfrieren muss, kann man nicht so einfach aufhören.

Ich denke, dass die meisten Normalmenschen, die sich von den perfiden, meinungsmachenden &quot;Artikeln&quot; in den Zeitungen haben beeinflussen lassen, noch nie an der anaeroben Schwelle gestanden haben, Extremsport betrieben haben, sich *über*anstrengt haben. Wenn sie das hätten, und man hätte sie dann mit banalen Aufgaben und Fragen konfrontiert, dann wären sie auch allesamt kläglich gescheitert. Da ich so untrainiert und schwer bin, habe ich diese Schwelle schon einmal erreicht, es war für mich ein gewaltiger Schock, eine traumatische Erfahrung. Aber diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass man eben nicht immer alles kompetent beurteilen kann, wenn man im Café Zeitung liest und ein vernunftbegabter Mensch ist, der meint, sich in jede Situation hineindenken zu können.

Ich habe Reinhold Messner ja interviewt für die Abendzeitung, mal sehen, ob die mich das Interview hier zweitverwerten lassen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Also, ich fand den Film großartig. Die Kombination aus nachgestellten Szenen, aber an Originalschauplätzen, und dem Rückblick durch Interviews und Statements ist meines Erachtens sehr gelungen. Gerade bei Messner ist das schwierig, da jeder irgendwie meint, schon alles zu kennen.</p>
<p>Aus <a href="http://www.filmjournalisten.de/2010/07/14/ich-bin-dann-mal-fertig/" target="_blank" rel="nofollow">meinen eigenen Erschöpfungserfahrungen beim banalen Bergwandern</a> (absolut nicht vergleichbar natürlich, auch nicht mit den Fähigkeiten des normalgewichtigen Normalbürgers) kann ich allerdings nachvollziehen, dass man in solchen Extremsituationen nicht zum vernünftigen, rationalen Denken in der Lage ist. Man ist auf sich selbst reduziert, die Aufmerksamkeit ist fokussiert auf einen winzigen Bereich, nämlich den Betrieb des Körpers bei der Fortbewegung, auf das Luftholen und darauf, den Puls nicht noch höher werden zu lassen. Wenn da ein anderer aus der Gruppe nur einen Meter entfernt einen falschen Tritt tut, dauert die eigene Reaktion viel länger und ist möglicherweise auch noch die falsche, als wenn man ausgeruht und entspannt zuhause ist.</p>
<p>Ich denke, dass viele Leute sich das nicht vorstellen können, da sie Anstrengung auch nur aus dem Fitnessstudio kennen, wo sie danke einer Pulsuhr immer wissen, was Sache ist und von einer Sekunde auf die nächste einfach aufhören können. Wenn man noch hunderte von Höhenmetern absteigen muss, damit man nicht erfrieren muss, kann man nicht so einfach aufhören.</p>
<p>Ich denke, dass die meisten Normalmenschen, die sich von den perfiden, meinungsmachenden &#8220;Artikeln&#8221; in den Zeitungen haben beeinflussen lassen, noch nie an der anaeroben Schwelle gestanden haben, Extremsport betrieben haben, sich *über*anstrengt haben. Wenn sie das hätten, und man hätte sie dann mit banalen Aufgaben und Fragen konfrontiert, dann wären sie auch allesamt kläglich gescheitert. Da ich so untrainiert und schwer bin, habe ich diese Schwelle schon einmal erreicht, es war für mich ein gewaltiger Schock, eine traumatische Erfahrung. Aber diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass man eben nicht immer alles kompetent beurteilen kann, wenn man im Café Zeitung liest und ein vernunftbegabter Mensch ist, der meint, sich in jede Situation hineindenken zu können.</p>
<p>Ich habe Reinhold Messner ja interviewt für die Abendzeitung, mal sehen, ob die mich das Interview hier zweitverwerten lassen.</p>
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