diesen text hier den sollte man lesen wie ein stück poetry slam mit künstlichen pausen und den entsprechenden hebungen und senkungen und rhythmisierungen egal ob sie im text gegeben sind in den wörtern gegeben sind in den silben gegeben sind wie ein stück hip-hop text denn es ist der anfang der dichtung aber auch der anfang der professionalisierung am anfang ist die beschäftigung mit einer sache mit einem text die auseinandersetzung mit der welt mit den wörtern die die welt machen und den rohen text noch ungeformt noch wenig geformt und dann stellt man sich ein erstes mal vor andere leute und trägt einen solchen text vor egal wo man ihn gefunden hat beim hören von radiosendungen beim einsamen spaziergang beim lesen einer sexanbandelzeitschrift oder aus alledem oder bei moliere oder wo auch immer aber es sind die eigenen gedanken die geformt und rhythmisiert werden und vor dem vortrag sollte man stimmlockerungsübungen machen und für den vortrag sollte man die lippen locker haben und die töne frei rauslassen aber so soll es auch beim dichten schon zu und her gehen die ideen sollten zu einem kommen man sollte sie nicht suchen müssen aber das wird irgendwann doch zum programm wenn der mensch das professionalisieren will wenn er vielleicht nicht länger wie ein student in einer wg-bude mit gemeinsamer waschgelegenheit hausen will wenn der mensch vielleicht doch karriere machen will und so ein poetry-slam kann ein schritt dazu sein theresa ist immer wieder ganz verdutzt was sich bei ihr in einem halben jahr getan hat sie denkt am wenigsten an die professionalisierung überlegt sich was für einen beruf sie ausüben könnte aber auch bei ihr bleiben im text die spuren der professionalisierung unübsehbar der slam sollte infektiös sein wie bahndammbrände wovon the fuck hornisschen zweimann orchestra singt die schon sehr auf dem weg zu professionalisierung sind und mit eigenem programm unterwegs aber die texte kommen immer noch zu ihnen so ideen kommen halt ich hatte nicht allzuviel sternstunden um mich bei der nasa zu bewerben das meinte theresa hahl als zuschauer fängt man an über spontaneität und professionalisiserung nachzudenken am extremsten und am negatisvsten kommte es bei philipp „scharri“ scharrenberg zu geltung wenn er mit dem programm der klügere gibt nachhilfe tourt das ist wie ganz gewöhnliches kabarett oder auch bei sebastian 23 von dem ein viel zu langer soloauftritt zu sehen ist wo er wie viele kabarettisten ganz uninspieriert über beziehungskisten monologisiert und applaus heischt schade schade denn sonst ist es eine sympathische hommage an die poetryslammer aus deutschland die uns hier marion hüttner serviert und die einen ganz guten zugang zu den dichtern hatte die auch über das innere nomadentum reflektieren das sind liebevolle einblicke in die kleinkunst und wir erfahren nie wie weit die uns vorgestellten slammer und kabarettisten doch karrieristen sind und wie weit idealisten denn immer geht’s auch wieder ums geld wenn sie noch nicht lange dabei sind dann finden sie es toll gegen spesen und unterkunft und essen in der welt rum reisen zu können und auch noch auftreten zu können gras fressen mund abputzen und dann weiter meint ein slampoet vor dem fußballspiel bei einem slamtournier bei dem tournier da gibt es sieger und gewinner und die anderen müssen gute miene zum bösen spiel machen die alten asse sind eines tages auch nicht mehr so frisch und versuchen sich nach dem tournier beim frühstück in der jugendherberge mit manöverkritik die doch versucht die schuld auch auf die jury und das etwas fremdelnde publikum zu schieben so sind auch sie nur menschen und dadurch doch ganz sympathisch und wenn der film den einen oder anderen dazu bringt mich schliesse ich ein und schwöre es nie wieder zu tun selber texte zu schreiben darauf zu horchen welche gedanken ihm kommen dann hat doch der film viel erreicht

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