Ob sich das geschäftlich rechnet, einen auf witzig bis schwarzhumorig gemachten Zielpublikumsfilm zum Thema „Schwangerschaft und Geburt“? Vielleicht insofern, als genau letzteres der Titel des weltweit erfolgreichen Buches von Heidi Murkoff ist, das dem Drehbuch zugrunde liegt. Allerdings ist zu vermuten, dass die Eltern das Buch vor und während der Schwangerschaft lesen, bis der Film in die Kinos kommt, dürfte das glückliche Ereignis bei vielen bereits eingetreten sein und sich die Problemlage deutlich verändert haben.

Wie dem auch sei, die Drehbuchautoren Shauna Cross und Heather Hack beschönigen nichts um das Thema Schwangerschaft, weder Pickel noch Akne noch Erbrochenes werden ausgelassen. Regisseur Kirk Jones dirigiert dafür eine Riege makellos schöner Industrieschauspieler, darunter namhafte Stars, von denen sich einige bestimmt vom Gesichtschirurgen haben verlangweiligen lassen, um fast idealschön das Unschöne in gewohnt gekonnt oft hysterisch übertriebener amerikanischer Schauspielart zu präsentieren. Dazu mixt Kirk Jones kräftige Unterhaltungsmusik. Zu dem merkwürdigen Kinoindutstriefilmfeeling proefesisonellen Humors zu einem ernsten Thema trägt die deutsche Synchronisation in perfeker Sterilität das ihre dazu bei.

Es gibt in diesem Film eine Gruppe von Männern, die einmal die Woche mit ihren Kleinkindern im Kinderwagen im Park spazieren geht und dabei zB Vaginadialoge führt. Es wird überhaupt vor allem diskutiert, wie es sich für einen solchen Themenfilm auch gehört; und es wird über alles und jedes eine ketzerische Bemerkung gemacht; über Beschneidung wird diskutiert (eine Frau meint dazu: ich stehe auf Männer mit Stehkragen). Es wird darüber diskutiert, was mit Kleinkindern alles passieren kann, der eine Vater findet seinen Säugling im Clo schwimmend; der Oedipuskomplex kommt fragmentarisch zur Sprache, die Angst des Vaters vorm erwachsenden 15jährigen Sohn, der ihn vielleicht töten möchte (griechische Tragödie). Der andere Säugling wurde vom Wickeltisch runtergefegt. Ein anderer hat die Kippe gegessen. Das nennt man Systematik, sich gegen alle Eventualität abzusichern.

Und auch es besser wissen, die schwangere Mutterschaftsautorin, die mitten in einer Lesung, die noch ins TV und im Internet übertragen wird, anfängt zu fluchen auf die Schwangerschaft und deren negativen Seiten. Und wird zum Klick-Hit auf Youtube. Will heißen, wer das Böse, das Negative, das Scheußliche nicht ausspart, hat Erfolg, so sicher auch das Kalkül der Macher dieses Filmes.

Es wird dick übertrieben aufgetragen, wo immer es geht. Die Wassergymnastik-Teilnehmer, die sind alles Menschengebirge und die Sekretärin der Mutterschaftsautorin ist dick wie Bertha – und spielt das ständig linkisch noch mit.

Es gibt Konkurrenz in der Familie, die Frau des Sohnes erwartet ein einziges Kind, sein Vater von einer Jüngeren sogar Zwillinge. Werdende Eltern wollen sich und aller Welt beweisen, dass sie immer noch einen drauf machen können und veranstalten eine laute Baby-Party. Es wird über künstliche Befruchtung gesprochen. Die Adoption ist ein Thema. Über die Abhängigkeit des Begriffes der wahren Liebe davon, dass man einem Menschen den Arsch gewischt habe. Die Solidaritätsschwangerschaft kommt vor, die eingebildete Schwangerschaft.

Der Film wird mit einem Tanzwettbewerb, ganz amerikanisch hysterisch eingeführt, in dem die schwangere Frau eines der Finalisten in die Trophäe kotzt.
Schnuller, die nach Brustwarze riechen.
Oder eine meint „dadurch dass meine Gebärmutter so hängt, laufe ich nun als wäre mein Vibrator explodiert“.
Ein Pups wird als Pointe gesetzt.
Der Film belegt sicher auch, wie schwer sich der Mensch offensichtlich mit einem naturgesetzlichen Ereignis wie der Schwangerschaft und der Geburt tut.

Und die Moral von der Geschichte: die Familie ist das Einzige was zählt. Also können wir ruhig noch ein paar Parallelgeburten zeigen.

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