O Le Tulafele / The Orator (Filmfest Münche)
Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, ReviewEthnokino aus Samoa, dies sei der erste und bisher einzige Kinofilm aus Samoa – so sei denn der Ethnotouch verziehen.
Es wird darin ernsthaft um Ehre und Beleidigung und Vergebung gerungen, auch handgreiflich gelegentlich. Die Grundsituation entbehrt nicht des Grotesken. Ein Zwerg sieht sich als Chef eines leeren Hauses, in dem nur ein von ihrer Familie und ihrem Clan ausgestoßene Frau mit ihrer erwachsenen Tochter lebt. Die Gräber der Ahnen, die pflegt er, aber Nachbarn wollen das Grundstück und drohen ihm, wenn er dort weiter Pflanzen aushacke. Die Frau, seine Frau, wie er sagt, sie macht aus getrockneten Blättern Matten, bestickt diese auch. Es gibt immer Auseinandersetzungen mit den Dorfältesten. Der Chef fragt den Zwerg, ob er denn Eier habe und entblösst sich dabei, sich ihm zeigend, der Zwerg aber bleibt sitzen. Bleibt reglos. Das macht ihn verdächtig. Wie die Frau stirbt, will er sie begraben, aber die Verwandten klauen die Leiche. Es kommt zu großen, langatmigen, statuarischen, statisch gesprochenen Verhandlungen. Staatstragender Sprechduktus. Und am Schluss kommt es zu einer befriedigenden und gewaltfreien Lösung.
Regie und Buch: Tusi Tamasese.

Einträge (RSS)