Eine australisch-britische Frotzelei zum Junggesellenabschied eines Freundes. Man könnte sich vorstellen, dass Davids, des Protagonisten drei Freunde Graham, Tom und Luke diesen spaßigen Film aus purem Jux und Tollerei für ihren Freund, der vielleicht ganz bieder heiraten würde, hergestellt haben, um ihn auf alles Mögliche und Unmögliche aufmerksam zu machen, was bei einer Hochzeit so alles schief gehen könnte. Auch um ihn zu ärgern, denn wer heiratet, hat nachher bekanntlich weniger Zeit für die Freunde.

Sie hätten sich dann folgenden Plot ersonnen: David hat sich im Urlaub in Australien unsterblich in Mia verliebt und will sie auch sogleich heiraten. Zurück in England müssen seine drei dicksten Freunde zur sofortigen Reise nach Australien motiviert werden. Das gelingt mit Billigflügen und etwa 14 Mal umsteigen von England über Spanien, Lateinamerika, Afrika, Indien, Ostasien.

David ist ein netter Junge, smart, ein möglicher Traum aller Schwiegermütter, ordentlich. Man traut ihm solche Marken von Freunden wie Tom und Luke und Graham gar nicht zu.

Mia nun ist aus bestem australischem Hause. Die Kumpels werden bei der Ankunft gleich über einen speziellen Vip-Ausgang empfangen. Mias Vater ist Senator, muss reich sein und wohnt in einer Villa mit viel Umschwung in malerisch, gebüschig, klüftiger Umgebung.

Die drei Kumpels wollen allerdings erst noch einen Besuch bei einer Internet-Bekanntschaft abstatten. Ein Koks-Dealer mit zwei Kompagnons wie sie in den malerischsten Drogen- und Knast-Filmen zu finden sind. Hier kommt es zu einer folgenreichen Taschenverwechslung die mehrere schluckbereit abgepackte Koksbällchen nebst einer Pistole enthält. Womit schon sehr neckische Dinge in das Hochzeitsareal reingeschmuggelt werden.

In der Villa des Brautvaters ist ein Catering-Service dabei, alles vorzubereiten für Empfang und Zeremonie und anschließendes Fest. Der Papa geht den braven Schwiegersohn immer ganz heftig und wie einen Gegenstand an, die Braut ist überglücklich und die Brautmutter Barbara auch. Auf dem Besitz des Senators wird ein gehörntes Schaf gehalten. Das wiederum heißt Ramses und wird verwendet im Wahlkampf des Senators, „The Ram behind the man“.

Im übrigen zeigt der Senator wo immer möglich Humor, lets the liberal Party get started, meint er, nachdem bereits so einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Außerdem haben die Kumpels für diesen Film für die Braut ein filmtypisch dicke Schwester mit unglücklichem Mund erfunden und der wird Lesbiertum zugeschrieben, was prompt für Tom ein kleines Problem wird.

Jetzt können also die verschiedenen Zutaten, die bis jetzt gutgelaunt vor uns ausgebreitet worden sind, zur Reaktion gebracht werden. Am komischsten und mit einem Hauch Wahrhaftigkeit behaftet, kam mir der Auftritt von Tom vor, der dummerweise vollgekokst, an seinem Jackett sind noch dicke weiße Spuren zu sehen, und ohne das vorbereitete Manuskript seine Rede auf den Bräutigam ganz spontan halten muss. So kommen ein paar schöne Sätze über die Australier (die Engländer haben zuerst ihre Verbrecher hingeschickt) über seine Lippen und, das war allerdings eh schon abgekartet der Peinlichkeit wegen, der Vorwurf an den Bräutigam, er sei schwul. In dem Moment wären auch härtere Wahrheitsaussagen möglich gewesen. Aber es soll sich schließlich um eine Frotzelei und nicht um eine Menschendurchleuchtungs- oder Menschenverbesserungsmaßnahme handeln bei diesem Film. A Gaudi muss sein. Auch wenn es eine gewisse Anstrengung kostet.

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