Eine coole britische Lektion in 3D über die Differenz zwischen solipsistischem Streetdance und partnerbezogenem Paartanz wie dem Salsa.
Der Film konzentriert sich klug auf zwei Haupt- und zwei Hauptnebenfiguren. Die männliche Hauptfigur ist der Amerikaner Ash, gespielt von Falk Hentschel. Er träumt davon Tänzer zu werden. Bei einem Wettbewerb schmuggelt er sich als Popcorn-Verkäufer bis an die Bühne und schließlich auf dieselbe. Er tanzt wunderbar, fällt aber an einer Stelle auf den Hintern. Und wird verlacht. Ein Popcorn-Regen ergießt sich über ihn.
Eddie, gespielt von George Sampson mit dem lustig-jungenhaft-spitzbübischen Gesicht, bietet sich ihm als Manager an und schlägt vor, eine Truppe der besten Streetdancer in ganz Europa zusammenzustellen und dann die Revanche zu fordern.
Ruck zuck ist Europa bereist und jeder Ort bekommt eine kurze Charme-Chance, und schon ist die Truppe in Paris, wo in einigen Wochen dieser Wettkampf stattfinden soll. Da stößt Ash auf Eva, gespielt von Sofia Boutella. Sie tritt in einem Box-Ring als Salsa-Tänzerin auf; modernistisch zwar, eingespannt in Seile. Der Betreiber des Clubs ist Manu, gespielt von Tom Conti, der Onkel, der Seelentröster, der Katalysator im Hintergrund.
Logisch, dass Ash gleich hin und weg ist von der Kirschäugig-Schwarzhaarigen mit dem schönen Mund, mit den ausdrucksvollen Augen und den wunderbaren Bewegungen. Dramaturgisch knapp und gut kalkuliert findet nun die Annäherung der beiden inklusive Widerstände statt; sie will schließlich mitmachen in der Truppe; dafür muss diese aber auch den Salsa mit aufnehmen. So kann sie Ash den Unterschied zwischen egomanischem Solotanz, der einzig auf die Bravos und Resonanz des Publikums giere und dem klassischen Salsa hinweisen, in dem in erster Linie die Partnerbezogenheit sei, die Tänzerin soll gut dastehen durch die unterstützende Eleganz und Hingabe des Tänzers. Schön auch, dass Ash das kapiert, aber es gibt ihm auch zu kauen.
Wie es sich für eine professionelle Dramaturgie gehört, türmen sich Hindernisse auf bis zuletzt, somit den Boden bereitend für das grandioses Finale. 3D ist in diesem Falle sicher nicht verkehrt. Das Buch schrieb Jane English. Die Regie führten Max Giwa und Danila Pasquini.

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