Hier geht es um ein Testament. Ein klein bisschen vergiftet ist es schon, denn die Familienverhältnisse von Duke White (Harvey Keitel), dem Testamentsverfasser, sind in etwa das Gegenteil von „geordnet“. Duke will sich umbringen, was will er noch, fünf mehr oder weniger misslungene Söhne aus fünf verschiedenen Liebesverhältnissen. Ein Haus, ein klein bisschen Vermögen. Und eine Last aus der Vergangenheit, die es in sich hat, resp. die drei seiner Söhne in sich haben sollen. Was gibt es da noch an Zukunft? Die Lösung für Duke heißt also erst das Testament handschriftlich verfassen, was er für die Kaputtheit, die er behauptet, erstaunlich sorgfältig macht, was fast den Eindruck von „geordnet“ erweckt. Dann einen Strick um den Hals gelegt, die zerzausten langen, ungepflegten Haare über dem abgefuckten Gesicht zu kämmen ist unwichtig, einen dicken Holzprügel an das Seil geknotet, damit der sich im Gestein am Boden des Flußes verfängt und Duke nicht mehr an die Oberfläche lässt, nachdem er sich in denselben geworfen hat. Es ist der Niagara-Fluß kurz vor den Niagarafällen. Im Vergleich dazu, wie sein Leben verlaufen ist, scheint das der Erlösung versprechende Abschluss. Eine Anfängerlektion übers Aufhören, wie der Titel verspricht. Was ein Mensch im Leben daneben setzen kann, das hat Duke daneben gesetzt – hoffentlich nicht auch noch sein Ende! Seine fünf Söhne stehen nun da mit dem Vermächtnis, das an die Geschichte vom Bauern erinnert, der seinen Söhnen einen Acker versprach, in dem sich ein Goldschatz befinde, und sie gruben und gruben… Es werden viele Sprüche geklopft in diesem Movie, die handeln von den einfacheren Instinkten kaputter Männer, von ihren Träumen und Niederlagen; zur Rezeption am ehesten geeignet in brüllender Männerrunde in einem rauchigen Hinterzimmer und dort auf Großbildschirm. Lob der angeknacksten Männlichkeit, ein Hohelied auf die Kaputtheit, die sich aber doch nicht ganz abfinden will damit.

Einträge (RSS)