Was ist Freiheit? Was sind unsere Träume? Was ist Anerkennug? Wie lebe ich mein Leben? Das alles sind Fragen, auf die die hier in der Art eines liebevollen Fantums von Britta Mischer und Nana Yuriko portraitierte Berliner Szene-Bar 25 eine Antwort zu geben versucht.

Vielleicht auch ein Versuch, die Zeit anzuhalten, die Jugend anzuhalten, sie festzuhalten. Ein wehmütig angehauchter Blick zurück auf ein Projekt mitten in Berlin am Spreeufer, was nach sieben Jahren dicht gemacht hat. Der Blick zurück auf etwas, das war, das aber nicht mehr ist. Insofern auch ein Film über Vergänglichkeit.

Es war der Traum von der eigenen kleinen Oase, von einer Abgenzung gegen das langweilige Leben. Die Gruppe um Christoph, Danny, Steffi und Juval herum lebte den Traum von der Kommune. In alten Bauwägen mit einer Dusche für 20 Leute. Mit selbstgebauten Hütten, Bühnen, Partyzelten. Sie veranstalteten Themenpartys mit Techno oder psychodelischer Musik. Sie bauten sich ihre Miniaturwelt mitten in der Stadt und doch wie weggeschlossen von der Stadt. Sie wollten die Zeit festhalten, haben versucht, sich gegen das unerbittlich Zerrinnen der Zeit zu stemmen.

Mal waren sie 24 Stunden am Stück wach oder gar 56. Der hier gezeigte Kosmos ist sicher was für Kulturforscher und Fans des Clubs. Immer in bunten Farben verfremdet. Eine Märchenwelt. Eine eigene Realität wollten sie sich erschaffen. Und nochmal eine eigene, die Clubrealität verbrämende Realität die Filmemacherinnen. Sie wollten die Stadt dadurch lebenswerter machen.

Der Film wirkt stellenweise wie ein Blick durch ein starkes Mikroskop auf einen Wassertropfen. Nur viel bunter. Aber genau so quirlig. Das Team verstand sich als Business-Hippie-Gemeinschaft. Sie sahen sich selbst bunt und die Stadt sahen sie grau.

Zwischendrin haben Britta Mischer und Nana Yuriko in ihrem Fotoalbumfilm immer wieder auf Schwarz Zitate von Martin Luther, Mark Twain, Aldous Huxley, Nietzsche Hundertwasser eingestreut. Versuch, die bildungsbürgerlichen Dichter und Autoren beim Wort zu nehmen.

Konfettigewitter, Feuerwerk oder sich wälzen im Schlamm, dicht gedrängt Körper an Körper abtanzen, Alkohol einflößen, das ist Leben, das ist Glück. Sinn und Rausch.

Das Projekt scheint auch von einer großen Sehnsucht nach Sorglosigkeit geprägt zu sein. Wobei jede Partyorganisation paradoxerweise extrem viel systematische Vorbereitung braucht.

Der Beat als Herzschlag interpretiert. Ein Ort, sich gehen zu lassen. Ein mystischer Ort, wurde auch gesagt. Ein Ort der Verzauberung. Es geht hier nicht um Gerechtigkeit der Welt, um die großen ökonomischen Fragen, es geht um ein Ort fernab der Welt (und doch mitten drin). Gleichzeitig wieder behaupten sie, hier passiere etwas. Vielleicht geht es um einen Freiheitsbegriff, der nicht allzu weit vom Freiheitsbegriff des Schrebergärtners entfernt zu suchen ist. Sie wollen „echt“ sein und Spass haben. Wobei sie sich möglichrweise gegen den Begriff der Spass-Gesellschaft gewehrt hätten. Sie leben im Kollektiv. Sie sind nie allein. Dadurch glauben sie, ihr Leben auch nach außen vertreten zu können.

Abschieszeremonie mit den Aschenbuddhas.
Ein Film sicher vor allem für Life-Style-Gläubige, Kulturforscher und Fans der Bar 25.

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