Ein Krebsbegleitfilm. Oder ein modellhaftes Movie über den Umgang mit einem jungen Mann, der an Krebs erkrankt. Noch ein Tumorfilm also. Die Moral könnte die sein, wie der Titel eines Buches lautet, das sein Kumpel offenbar liest „Facing Cancer together“. Zusammen dem Krebs begegnen. Das schließt durchaus das Publikum ein. Es wird vorerst launig und mit Nonchalence in die Handlung reingelockt, um dann immer mehr in die tieferen Gefühle hineingezogen zu werden, den Ernst einer solchen Erkrankung und die Fragen, die sich darum herum ranken.

Ein in seinem kreativen Beruf erfolgreicher junger Mann erhält die Diagnose Krebs. Herzerschütternde, herzerweichende Reaktion der Mutter, die Freundin wird bald schon fremd gehen, der Kumpel kann es erst nicht ernst nehmen, liest aber später das Buch und bleibt bis zur schwierigen Operation am Rücken, die gut verläuft und nach welcher der Film bald zu Ende, ist ein guter Kumpel.

Sehr komisch gezeichnet die psychiatrische, ärztliche Begleitung, eine ganz junge Frau. Unser Patient, er heißt im Film Adam und wird gespielt von Joseph Gordon-Levitt, wundert sich, erfahren zu müssen, dass er erst ihr dritter Patient sei, also nichts anderes als ein Versuchskaninchen. Das führt zu komischen Szenen mit einigen gemischtgefühligen körperlichen Berührungen durch die Ärztin.

Adams Kumpel heißt im Film Kyle und wird gespielt von Seth Rogen.

Es ist ein Film, der modellhaft diverse Situationen um und nach einer solchen Krebsdiagnose zeigt. Auch die Chemotherapie, das Scheren des Kopfes, die anderen Patienten bei der Chemo, die Witzeleien, die sie machen. Man kann mit dem Tod und der Todkrankheit ja nicht nur immer bierernst umgehen, das will dieser Film zeigen. Es ist ein Mutmachfilm für den Umgang mit dem Krebs, mit der Mode- oder Zeitkrankheit Krebs.

Die Freundin flirtet bald schon auf einer Vernissage mit einem bärtigen Künstler; sie hat selber Bilder gemalt, eines nennt sie „Depression“. Wie Adam sie rausgeschmissen hat, weil Kyle sie auf der Vernissage mit dem Bärtigen beim Küssen fotografiert hat – auf diese Entdeckung folgt eine lustige Szene: die beiden Buddies arbeiten mit Brennern am Bild rum, bis es was hergibt.

Wie Adam sich die Chemo-Glatze schneiden will mit dem Rasierapparat von Kyle, da fragt er ihn, wozu er, der Bärtige den eigentlich benötige, und er meint vielsagend: für den Körper, genauer, nach Nachfrage, den Arsch und Adam kann sich herrlich aufregen darüber, dass er den Apparat nicht mal gewaschen habe; nette Hygieneinputs in diesen Film, nach der Ermahnung reibt er dann mit einem Wattestäbchen die Creme ein und Adam sind da die Haare bereits wieder einige Millimeter gewachsen.

Der Vater von Adam ist dement.

Will Reiser hat das Buch geschrieben, Jonathan Levine die Regie geführt.

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