Irakkriegstrauma-Süssholzverarbeitung à l’Américaine. Schon die nervig drüber gelegte Musik säuselt einem ständig ins Ohr, Krieg, das ist doch nicht so schlimm, Schicksal ist Schicksal, aber wir nehmen es in die Hand, so weit es geht. Und wenn es im Krieg nach so einem Raid, bei dem die martialisch ausgerüsteten amerikanischen Soldaten nachts brachial in die innersten Gemächer islamischer Familien eindringen, einen erwischt, so gibt’s einen Buddy, der dann im Verlaufe des Filmes die trauernde Hinterbliebene trösten kann. Aber so weit sind wir noch nicht.

In einer merkwürdig zusammengeschnittenen Art wird nach einem Bild mit Schiff über wunderbarer Flusslandschaft einer dieser berühmt-berüchtigten Raids im Irak gezeigt, es wird nicht ganz klar, ob das jetzt ein Vorfilm zu etwas sein soll oder ein Trailer. Der Raid wird immerhin in einiger Brutalität gezeigt.

Ein Soldat findet kurz vor einer weiteren Explosion ein halbes Foto mit einer blonden Frau drauf und einem markanten Turm im Hintergrund. Dann schleudert ihn die Explosion in die Bewusstlosigkeit. Es ist unser Marzipantörtchen von Mann, Zac Efron, Schwarm sicher vieler leicht entzündbarer Frauen, weil er kein angsteinflößender Mann in männlicher Hinsicht ist, ein Mann, den man in seinen Träumen wunderbar in die eigene Puppenstube einbauen kann.

Er kehrt zurück zu seiner Familie. Der Hund erkennt ihn sofort. Er leidet unter posttraumatischen Störungen, die sich in Panikattacken bei den kleinsten Geräuschen äußern, was für seinen Neffen recht gefährlich werden kann. In der familiären Umgebung fühlt er sich nicht wohl.

Er hat das Bild mit der Blondine gerettet. Er will die Frau suchen. Das ist immerhin dramaturgisch eine einleuchtende Geschichte. Er marschiert zu Fuss von Colorado bis in jene Flussgegend, die mir nicht näher identifizierbar schien. Er findet den markanten Turm. Er fragt Leute nach der Blondine. Er wird auf ein Hundeheim verwiesen. Er stößt auf die Blondine und ihm fehlen die Worte. So lässt er sich, statt vom Krieg zu berichten, als Helfer anstellen.

Im Haushalt ist noch die Oma der Blondine und ein Junge. Weil Zac Effron, der hier Logan heißt, immer mal ein bisschen ungeschickt in der Gegend rumsteht, macht das einen bedrohlichen Eindruck. Denn die Störung könnte jederzeit über ihn kommen. Der kriegsidelogische Kitsch verlangt nun, dass Blondine und Zac sich zu lieben anfangen; dass es noch den Vater ihres Buben gibt, einen richtig unsensibel und bös gezeichneten Polizisten, der es gar nicht gern sieht, dass Logan plötzlich bei den Hunden, den zwei Frauen und dem Buben arbeitet und nach dem rechten sieht.

Im Rhyhtmus wie es die Fernsehsender normalerweise verlangen, werden jetzt auch alle paar Minuten gesellschaftliche Ereignisse eingeblendet, ein Charity-Event, ein Markt, ein Fest, ein Tanzanlass.

Das Design der Bilder, vor allem wenn Natur vorkommt, ist sehr romantisch gehalten. Eine einhüllende, einfangende, beschützende Natur meist in warmem sonnigem Lichte bis goldherbstig, es sei denn, dass vorher gerade ein Sturm getobt hat. Schöne Bilder, immer im Grenzbereich von Feelgood und Romantik. Und immer diese beschwichtigend zupf-säuselnde Musik drüber, wie ein Zuckerguss, ob dem einem übel werden kann, die uns ständig suggeriert, es sei alles halb so wild, das Schicksal habe es letztlich gut gemeint.

Man plaudert auch gar nichts aus, wenn man erzählt, dass nach einem theatralisch heftigen Sturm endlich das Happy-End erreicht wird.

Das Bild mit der blonden Frau drauf hat Logan beschützt. Es sollte einen anderen beschützen. Aber das Schicksal wollte es so. Das muss man annehmen. Ein Film mit Gemütssauce aus allen Departments: dem ideologischen, dem bühnenbildnerischen, dem musikalischen, dem drehbuchmässigen, dem schauspielerischen. Kriegsheimkehrer-Melo aus dem tiefsten Süden. Zac Efron soll vermutlich das darstellen, was nach heutigen Life-Style-Magazinen ein schöner, attraktiver Mann zu sein hat.

Zum Brüllen komisch sind die Kussversuche zwischen Efron und der Blondine. Man sieht ihnen förmlich die Panik vor Tröpfcheninfektionen oder Schleimvermischungen an.

Verantwortlich für diesen Film zeichnen Will Fetters für das Drehbuch nach dem Roman von Nicholas Sparks und für die Regie Scott Hicks.

Hinterlasse einen Kommentar

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>