Hier sind Komödien-Profis am Werk. Sie lassen nichts aus und müssen ihren Heidenspaß bei der Arbeit gehabt haben. Das überträgt sich durchaus positiv.
Wenn Adam Sandler nicht nur sich selbst, sondern auch noch seine eigene Zwillingsschwester spielt, die bei ihm zuhause noch alles durcheinander bringt, so ist das alleweil eine Show, auch wenn die Geschichte nun grad gar nicht neu und grad gar nicht besonders originell ist. (Die Zwillingsschwester kommt zu Besuch und bringt im geordneten Leben von Adam alles durcheinander und will und will nicht wieder abreisen).
Wenn dann noch Al Pacino als Erzkomödiant dazustösst, der für Sandler, der ein Werbetreibender ist, einen Werbespot für Kaffee (kleiner Seitenhieb an einen Hollywood-Kollegen, der sich nicht zu schön für sowas ist) drehen soll, so dürften die sich kaum mehr eingekriegt haben.
Was heißt hier Komödien-Profi? Jeder Satz ein Gag, und wenn der Sachverhalt keinen ergibt, dann sucht man einen, respektive holt einen aus dem reichen Fundus. Wenn eine Autofahrt der Schwester (die besucht Sandler genau in dem Moment, wo er Al Pacino für diesen Werbespot gewinnen sollte) mit einem mexikanischen Komödianten, der hier den Gärtner spielt, langweilig zu werden droht, dann behelfen sie sich mit einem Impromptu von Fürzen, was durch die mexikanischen Speisen ausgelöst worden sein soll. Oder wenn Adam sich als seine Schwester verkleiden will, weil sie sich weigert, Al Pacino, der inzwischen in sie verliebt ist, auf dem Riesenpot von Kreuzfahrtschiff zu treffen, und in deren Kleiderschrank sucht, so muss die Kostümabteilung eine wahre Armada von Schweißflecken überall unter den Achseln faken, sonst wäre so eine Suche langweilig. Desgleichen ist auf dem Betttuch der Schwester deren Silhouette in Schweiß nachgebildet, was in Al Pacino anschmiegsame Gefühle auslöst. A propos Kreuzfahrtschiff: nach der kürzlichen Havarie eines der größten dieser Art vor Italien, dürfte die offensichtliche Schleichwerbung dieses Geschäftszweiges in diesem Film einem Schuß vor den Bug gleich kommen.
Sandler selber hat eine intakte Familie, selbstverständlich in einem übergroßen Haus mit Gärtner; sein Bub ist ein im zarten Säuglingsalter von wenigen Tagen adoptierter Inder der sich immer Getier an den Bauch oder den Rücken klebt, Krebsgetier aber selbst vorm Papagei schreckt er nicht zurück.
Pointen ohne Rücksicht auf Verluste bringt das Buch von Adam Sandler und Steve Koren zu einem bunten Mix von Themen wobei das Jüdische und die selbstironischen Witze der Juden nicht fehlen dürfen. Ein wahres Feuerwerk an Gags und Pointen prasselt in den eineinhalb Stunden auf den Zuschauer nieder. Das wäre dann vielleicht eine Entscheidung: unter die Dusche oder ins Kino? Oder warum sollten die Zuschauer sonst für diesen Film eine Karte lösen? Was erzählt er mehr, als dass Sandler, Al Pacino und Co. Comedy können und bevor sie rumsitzen machen sie lieber eine solche. Es scheint, dass das Thema ursprünglich mal Zwillinge war. Es gibt im Vorspann auch verschiedene Zwillingspaare, die in Selbstäußerungen die Vor- und Nachteile der Zwillingsexistenz erläutern. Aber die Idee, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, scheint schnell verloren gegangen zu sein. Die vordringliche Aktivität scheint sich darauf konzentriert zu haben, die Gags aus den Trickkisten zu holen, keine Löcher entstehen zu lassen, sich womöglich zu übertreffen darin.
Sich verselbständig habendes Komödienhandwerk. Für die Regie zeichnet Dennis Dugan, der seine Raubtiere vermutlich weder zügeln wollte noch konnte.
Wer seinen Spaß daran haben kann, den amerikanischen Stars zuzuschauen, wie sie sich beim Lustigsein lustig finden, der wird hier auf seine Rechnung kommen. Insofern eine Art Hollywool-Insider-Veranstaltung.

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