Ein Kinderabenteuerfilm, der Familienfreundlichkeit ausstrahlt, der die fünf Freunde George, Julian, Anne, Dick und den Hund Timmy aus der bekannten Buchreihe von Enid Blyton zu einem von Peer Klehmet und Sebastian Wehlings neu gepanschten Abenteuer ans Meer und zu einer diesem vorgelagerten Insel mit einem Forscher führt, dessen Forschungsergebnisse von Verbrechern gesucht werden und logisch werden die Kinder denen auf die Spur kommen, da ist nichts besonderes verraten, so laufen Kinderabenteuergeschichten nun mal, die müssen gut enden und so tut die Geschichte es hier auch. Die Inszenierung von Maike Marzuk bringt das lebendig rüber.

Warum ich diesem Film allerdings keine allzu lange Laufzeit gebe, warum ich denke, dass er eher nur zum einmaligen Gebrauch geeignet ist, das liegt zum einen an der eklektischen Neu-Erfindung einer Geschichte aus dem Material der Buchreihe. Die ist mir einfach zu sehr an den Haaren herbeikonstruiert. Und wird eben doch nicht so erzählt, dass hier ein paar Kinder mit ein paar Erwachsenen Räuberspiele erfinden und spielen, dann hätte das Ganze einen hochglaubwürdigen Rahmen. Es wird aus der Perspektive der Vorgänge als eine realistische, glaubwürdige Geschichte behauptet, aber nicht so inszeniert und ist auch nicht so geschrieben.

Der Rahmen dieser Geschichte: Mit einem wunderschönen alten, wackeligen Bus kommen drei Kids an einem kleinen Küstenort an. Es sind die Cousins und Cousinen von George, der halbwüchsigen Tochter eines Forschers und seiner Frau. Sie möchte ernst genommen und nicht mehr Georgina sondern George genannt werden. Sie lernen wir beim Boxtraining kennen. Ihr Vater ist gerade dabei, sich sommer- und konzentrationshalber auf die von der Küste aus zu sehende Insel zurückzuziehen mitsamt seinem Forschungsmaterial im Gepäck. Ziel dieser Forschung ist die künstliche Erzeugung der Fotosynthese zur Energiegewinnung, was weltweit wichtig und äußerst lukrativ werden kann, vor allem wenn sich die Oelvorräte dem Ende zu neigen, und entsprechend sind dunkle Organisationen dahinter, an diese Forschungsergebnisse heran zu kommen. Hier fängt allerdings auch eine große Unglaubwürdigkeit an, ohne jede Vorsichtsmaßnahme packt der Forscher ein paar Kisten und will mit diesen zur Insel rübersetzen. Später sehen wir dann in dem Haus dort eine riesige Forschungseinrichtung – Diskrepanz zwischen dem, was er mitnimmt und wie er zuhause forscht und dem, was dort aufgebaut ist. Auch dass er dort kein Handy hat, ist nicht sehr plausibel, scheint wirklich nur der Geschichte wegen eingebaut, dass er abends um 6 immer ein Lichtzeichen vom Leuchtturm senden muss, um zu bedeuten, dass alles in Ordnung sei.

Seine Tochter George ist nicht begeistert vom Besuch der etwa gleichaltrigen Kinder, die die neu zugezogene Nachbarin vom Bus abholt. Ein Malheur mit dem Hund von George, den sie nicht zuhause halten darf und deshalb bei ihrer Nachbarin unterbringt, schweißt die 5 Freunde jedoch zusammen. Ein Geheimagent, der nicht all zu geheim agiert, ein Vogelforscherpaar, zwei Polizisten spielen in dem nun beginnenden Krimi um die Forschungsergebnisse von Papa die treibenden und hindernden Rollen. Das wird alles nett inszeniert.

Vollends unglaubwürdig wird die Geschichte allerdings durch die Entlarvung der wahren Übeltäter; das ist für die einfach eine Nummer zu groß, so wie sie charakterisiert und eingeführt werden und von Hintermännern nicht die Spur. Es reicht ja nicht aus, an eine geheime Energieformel zu kommen. Die müssste man weiterverkaufen können, dazu bräuchte es Kontakte, von denen der Zuschauer erfährt, damit das plausibel wird, realistischerweise müsste die Geschichte wenigstens eine Hinweis darauf geben; so fragt man sich nur, was wollen diese Dorfdeppen mit solchen Formeln.

Ein weiterer Grund, warum ich der Geschichte eine nicht allzulange Haltbarkeit geben würde, das sind die Figuren. Die sind schon liebenswürdig. Der hotzenplotzgestählte Armin Rohde gibt auch einen sehr lustigen Kinderfilm-Polizisten ab. Allerdings bürden die Drehbuchautoren ihm eine Story auf, die einfach schlicht nicht nachvollziehbar ist für so ein kleines Polizistenhirn. Desgleichen mit seinem Kollegen, der ist jedoch nicht mal lustig, hat kaum Showwert. Gut funktioniert Anja Kling als die Mutter und die vier Kids, denen schaut man gerne zu, da haben die Macher eine ganz gute Mischung gecastet, nicht allzu extrem.

Auch der Vater und Forscher ist schon durch Brille und Frisur recht klar einzuordnen. Weniger gut steht der Geheimagent da; bei ihm hätte es vollkommen genügt, wenn er diese Rolle ernst genommen hätte, den ihm vom Drehbuch zugeteilten Auftrag zu erfüllen, sozusagen als der, der ein Auge auf den Professor wirft zu seinem Schutze. Hier allerdings spielt der Darsteller viel zu sehr einerseits auf Kindertheater und andererseits versucht er, aus einer nicht ganz einsichtigen Interpretation des Buches heraus auch noch einen falschen Verdacht zu erwecken, was zu vielen Gesichtsverziehungen und einer wenig klaren Haltung führt, oberflächlich bleibt.

Zu den beiden Vogelforschern gibt’s nicht viel zu sagen, oder ähnliches wie zum Agenten, die hatten wohl auch das ganze Buch im Kopf und wollten es bedienen, statt sich exakt auf den Rollenauftrag zu beschränken, nämlich die Beobachtung der seltenen Papageientaucher (lustig die Frage eines der Kinder, ob die sprechen können), was garantiert die Spannung im Film erhöht hätte. Schließlich ist da noch die Nachbarin, die ist so 100 Prozent eins zu eins eine Landei-Nachbarin, dass man es gar nicht zusammenkriegt, dass die Autoren ihrer Rolle einen so raffinierten doppelten Boden gegeben haben. Das müssten sie früh wenigstens andeuten, sonst ist die Entdeckung derselben überhaupt kein Aha-Erlebnis, man kann es bestenfalls zur Kenntnis nehmen, solche Kenntnisnahme ist andererseits wiederum nicht unbedingt die Absicht eines Kinobesuches, Kinobesuch soll keine Info- oder Skizzenveranstaltung sein, sondern beim Kinderabenteuer- und Kinderkrimifilm durchaus das Kombinationsvermögen des Zuschauers aktivieren, das tut dieser Film jedoch nicht.

Ein nettes Familienmovie, aber die Autoren haben sich meiner Meinung nach zu schnell mit einem nicht allzu durchdachten Plot, in dem eklatante Unglaubwürdigkeiten drin stecken und in diesem Zusammenhang auch mit flüchtigen Figurkonstruktionen zufrieden gegeben, oder man hätte aufgrund dieses Buches doch viel sorgfältiger einen Cast suchen müssen, der von sich aus mehr mitgebracht und die Sache ernst genommen hätte (so wie Rohde).

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