Frischepower aus Dänemark. Ausnahmsweise kann der Kurzinhalt aus dem Pressematerial übernommen werden, weil sich der ganz gut und meiner Meinung nach auch dem Film entsprechend anhört. „Barbaren: Vor Muskeln strotzende, mit Öl beschmierte Krieger im 80er Jahre Heavy Metal-Look. „Babes, Balls & Muscles“ – das sind ihre Markenzeichen. Nur Ronal hat von allem zu wenig, aber ausgerechnet er ist die letze Chance seines Barbarenstammes! An seiner Seite ein hormongesteuerter Barde, eine jungfräuliche Amazone und der schlechteste Fremdenführer der Welt. Der Beginn eines schrägen Funtasy-Abenteuers.“ Hinzuzufügen wäre, dass es sich um einen Animationsfilm handelt, der mit der entsprechenden Musik den kräftigen Eindruck verstärkt.

Faszinierend an diesen Figuren, vor allem an den Barbaren – es gibt noch Gegner von ihnen, die viel maschineller aussehen, viel technisierter, aber auch die sind zeichnerisch an archaischen Kunstwerken orientiert, wie sie beispielsweise auch Max Ernst fasziniert haben – aber die Barbaren selber, mit ihrem jüngsten Spross Ronal, der kaum dicker ist als ein Spermafädchen, die sind bis auf einen Sackhalter nackt, aber mit Rüstungen versehen, die jedoch der Kleine noch nicht hat. Er wird nach einem Überfall auf seinen Stamm, den er nicht verhindern konnte, weil ihm die Puste für das mehr als sprungschanzenlange Warnhorn nicht ausreichte und nachdem sein Stamm gefangen worden ist von den monströsen und nicht zimperlichen Gegnern, das Schwert wieder beschaffen müssen und mit dem auch noch das godzillahafte Monster am Schluss besiegen; David gegen Goliath.

Dazwischen gilt es noch Orry Gorry zu überwinden und viele andere Hindernisse, wie das so ist in solchen Filmen. Hier ist der Spaß an der Zeichnung der Figuren und der Gags und sexistischen Anspielungen dominant; über die Schmerzgrenze hinaus wird an Brustwarzen gedreht und gezogen. Und dem armen Ronal reicht in der Szene, wo er sich mit einer Essenz unsichtbar machen will, diese für den ganzen Körper, aber für die „balls“ leider nicht mehr, so dass diese während der ganzen Eindringungsaktion in ein fremdes Schloss für den Zuschauer als einziges sichtbar sind und die werden dann von Wachen auch noch mit kleinen Pfeilen beschossen, au weh! … und dann einen nach dem anderen wieder rausgezogen.

Das macht sicher nebst den erwähnten archetypischen Figurzeichnungen und –Ausstattungen der Reiz aus, dass diese Barbaren praktisch nur Körper, nur Fleisch sind, sie wirken dadurch so ungeschützt, so verletzlich, besonders unsere kleine Bohnenstange von Ronal, andererseits sind sie gewalttätig und unerschrocken, haben aber einen Watschelgang, als ob sie nicht ganz so ganz helle wären.

Übrigens, die Balls sind bei allen in etwa gleich groß, ob Hüne oder Sprenzling.
Was auch positiv auffällt: es ist zwar viel animiert, aber der Film scheint mir nicht überanimiert, er konzentriert sich, und das macht ihn durchaus attraktiv, vor allem auf die Figuren, erst mal auf diese Abenteurergruppe von Ronal, dem Barbaren, der Amazone und dem merkwürdigen Fremdenführer; eine Gruppe, die für sich genommen viel eher an Don Quichotte erinnert, als an einen Barbarenfilm; die eine gewisse Skurrilität hat; um so stumpfer wirken dann die maschinenhaften Bösfiguren. Und was noch auftaucht an Urvögeln.

Kurzweilige 90 Minuten, nicht mit dem gepflegten Besuch in einem feinen Tea Room zu verwechseln!

Das Buch stammt von Thorbjorn Christoffersen und Melanie Hagoplan. Für die Regie zeichnen Kresten Vestbjerg und Thorbjorn Christoffersen.

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