Zu schwer, zu süß ist mir diese ganze dick aufgetragene vor keinem Zuckerguss zurückschreckende Romantic Comedy angerührt.
Das fängt schon bei der Besetzung an: lauter wie maßgeschneiderte Gesichter bei den Protagonisten und Protagonistinnen; im Gegenzug durchaus widerliche, scheussliche Chargen: die reiche Tante Alice oder der Kommissar in Monaco oder der hagere Portiere im Luxushotel, die dann den Zuckerguss der süßen Jugendidole, die zum Lieben bestimmt sind, nur noch süßlicher erscheinen lässt.
Man geht nach solch überzuckertem Gericht mit einem ziemlichen Völlegefühl aus dem Kino.
Die Exposition und der erste Teil der Geschichte sind besonders süß, vermutlich für ein ganze enges Zielpublikum von Mädchen in einem gewissen Kreischbedarfs-Alter bestimmt.
Wie fängt es an? Collegeabschluss. Die Schule hinter, das Leben vor sich. Grace hat es geschafft. Obwohl sie noch nebenbei bei einem Burgerladen gejobbt hat. Grace ist jedenfalls die Süßeste, von schauspielerischer Ahnung nicht allzu schwer beladen.
Grace hat noch eine Schwester Emma. Das ist die Blonde, die Luderhafte. Und dann ist da noch die Halbschwester, Meg, die mit 21 ihre Mutter verloren hat und darum vielleicht etwas komisch ist.
Es dürfte Meg gewesen sein, die bei der feierlichen Collegeabschlussfeier in die erhabenste Stille und viel zu spät in den Saal tritt und ganz auffällig eine lange Strecke bis zu ihren Verwandten im Publikum trampelt.
Grace hat vier Jahre lang darauf gespart, nach dem College einen Urlaub in Paris zu verbringen. Es gab auch eine Sammelbüchse im Burgerladen. Dann folgt das Überraschunggeschenk des Vaters. Das ist zum einen ein toller Koffer. Zum anderen die Bescherung, dass Halbschwester Meg, die Ältere, mitreisen wird, als Aufpasserin.
In Paris sind sie mit einer geführten Reisegruppe unterwegs. An der Stelle versucht der Film sich über eine Viertelstunde lang tourismuskritisch zu geben. Das geschieht etwas linkisch und unbeholfen, wie die tippeln, wie sie durch den Louvre rennen, das hat Niveau eines Schülerkabaretts, nett, ja.
Meg trifft zweimal auf denselben Australier. Das zweite Mal auf dem Eiffelturm. Die Schwestern verpassen vor lauter Fernsicht die Reisegruppe. Sie sehen die Gruppe weit unten auf den Bus zusteuern. Sie rennen die Stufen runter. Die Schlusslichter des Buses entfernen sich. Es fängt an zu regnen. Die jungen Schönheiten laufen und laufen und stehen vor einem feinen Hotel. Jetzt endlich kann die eigentliche Geschichte anfangen, diejene, die der Titel verspricht.
Vor diesem Hotel nun wird Grace mit einer reichen Promitusse und Klatschspaltendarstellerin verwechselt. So landen die drei Girlies ohne große Umstände in einer riesigen Suite. Werden am nächsten Tag mit Chauffeur zum Flughafen gefahren und mit dem Privatjet nach Monte Carlo geflogen. Denn dort soll die reiche Erbin, mit der Grace verwechselt wird, ein teures Collier für einen guten Zweck, Hilfe für arme Kinder, versteigern lassen.
Die richtige Erbin hatte nämlich keine Lust, weil das wieder so ein Einfall ihrer Mutter war und reiste gar nicht erst hin. Das Doppelspiel funktioniert wunderbar. Grace findet sich schnell rein in ihre neue Rolle, ist ja auch nicht besonders schwer, sich hofieren und bedienen zu lassen; und ihre Schwestern noch schneller. Weil sie als reich gelten, hat auch Emma schnell ein Snob am Arm. Und Meg trifft wieder den Australier, der glaubt, sie stehle ihm nach, sie sei eine Stalkerin.
Dann wird’s am lustigsten, allerdings ziemlich bekannt lustig aus vielen, vielen Vorbildern, Emma leiht sich das Collier für einen Ausflug aus. Meg trifft Emma mit ihrem Galan, während sie hinten beim Australier auf einem Motorrad hockt und nimmt ihr das Collier ab, das wird hier alles nicht so raffiniert erzählt, immerhin ordentlich der Reihe nach, denn Meg packt das Collier zur Sicherheit in den Rucksack des Australiers. Dann trennen sie sich, weil er weiter in die Toscana will.
Inzwischen ist die richtige Erbin aufgetaucht. Die drei Mädels müssen aus der Garibaldi-Suite über eine gefährliche Fenster- und Balkonkletterei fliehen. Tante Alice hatte übrigens beim Polo den Unterschied bemerkt und die richtige Meg angerufen und hatte somit den Beweis für das Doppelggängerinnentum von Grace, aber man beschloss, das zu verschweigen wegen dem guten Zweck. Nun ja, schließlich hat der Australier das Collier bemerkt und ist nicht mit dem Zug gefahren. Bei der Auktion findet coram Auktionspublico die Auflösung der Verwicklungen statt.
Eines der Glücke, die dieser Film zuwege bringt, endet auf dem Machu Picchu mit einem Urschrei. Der Lover von Emma, der ihr nachgereist ist und Emma fangen ein spießiges Leben in den USA an und Grace macht in Rumänien in einem der Kinderheime der Stiftung für Arme Kinder der Promitusse ein Praktikum und trifft dort wieder ihren reichen Lover, der sich nach dem Outing bei der Autkion von ihr abgewendet hat.
Trotz aller bekannten bis abgelutschter Sujets, trotz der fantasielosen Besetzungen, trotz dem siebzigerjahre Staub, der an allem hängt, trotz des unverfrorenen Einsatzes des Glaubens an den Reichtum (der wird zwar an einer Stelle alibihalber reflektiert) hat man den Eindruck, dass es dem Regisseur durchaus Spass gemacht hat, solche Regenbogenpresse-Träumereien von Reichtum und Privatjet und 17 Koffern und Rolls Royce mit lustiger Begeisterung zu filmen. Die Kitsch- und Romantikphase heranwachsender Girlies braucht vielleicht ab und an solch schweren Input.
Der Film dockt auch direkt an Vorbilder an. In der Garibaldi-Suite im Luxushotel in Monaco schauen die Mädels eine Filmszene mit Grace Kelley. In Farbe und auf modernem Bildschirm.

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Hallo
wie heißt der Australier, mit dem Meg zusammen ist ?
Das kannst Du hier nachlesen…
Also ich finde Kritik sonst gut. Nur dein finde ich echt besch…eiden! Es ist ein moderner Jugendfilm und die sind so gemacht und deshalb heisst es nicht das alles so süss oder zu dick aufgetragen ist! Ich finde den Film sehr gut und deinen Text zum wegwerfen!
Bloß weil Ihnen, Nora, das Wort „süß“ nicht behagt, brauchen Sie die Review lange noch nicht wegwerfen. Lesen Sie sie einfach nochmal genau durch. Und Ihre Behauptung ins Blaue hinein, dass moderne Jugendfilme eben so seien, wird doch just zur Zeit durch „Springbreakers“ mehr als widerlegt.