Archiv für 14. Juli 2010

Ein paar meiner Freunde haben mich reingelegt. Eiskalt über den Tisch gezogen. Mich hintergangen und mir ins Gesicht gelogen. Weil sie mich so gerne haben.

Doch fangen wir vorne an: Die Freundin H. meines Freundes O. orientiert sich beruflich gerade um und kam so zu einigen freien Monaten. Während der Normalverbraucher in solchen Fällen gern mal die Füße hochlegt und sich auf den Balkon zurückzieht, erfüllte H. sich einen Traum: Leben und Arbeiten auf einer Berghütte. Ihre Wahl fiel auf ein Haus im hintersten Ötztal, und dort lebt und arbeitet sie nun in luftigen Höhen für die restliche Saison.

Vergangenen Samstag hatte H. Geburtstag, und O. hatte ein Geburtstagspaket für sie geschnürt: Wir alle, ihr Freundeskreis aus München, würden sie unangemeldet an ihrem Feiertag auf der Hütte überraschen. Wir, so stellte sich bei der Abfahrt am Samstagmorgen um kurz vor sieben heraus, das waren O., die vierköpfige Familie L. und ich. Der Rest hatte abgesagt.

Ich hätte auch fast abgesagt, denn man hatte mir nahegelegt, meine Fähigkeit, einen Berg zu besteigen, vorab zu beweisen. Damit ich die Gruppe nicht aufhalte durch einen Notfall oder ähnliches. Was für eine Frechheit, hatte ich mir letzte Woche noch gedacht, bin ich nicht jung und kräftig und aktiv und beweglich unter meinem zugegebenermaßen nicht mehr ganz zu ignorierendem Ranzen? Ich kann jederzeit Bäume ausreißen, so meine Selbsteinschätzung, und mein Kardiologe sagt mir auch immer wieder gerne “Sie sind stark wie ein Bär”. Wieso sollte ich also vorher einen Fitnesstest machen? Mit einer sakrischen Wut im Bauch begab ich mich also letzte Woche auf die Neureuth am Tegernsee, erklomm den 1241 Meter hohen Berg vom Parkplatz aus in zwei Stunden – statt einer, wie veranschlagt, aber gut, ich bin ja auch etwas langsamer. Nach rund 500 Höhenmetern endlich schwitzend und fluchend oben angekommen, durchströmte mich dieses “Na siehste”-Gefühl, und ich hatte bewiesen, dass ich es noch konnte. Immerhin war dies der erste Berg, den ich seit rund 15 Jahren tatsächlich selber hinaufgelaufen war, anstatt mit der Bahn zu fahren. Den Rest des Eintrages lesen »

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