Archiv für 8. Juli 2010

Der treffendere Titel dieser losen Szenensammlung zu einem Vater-Sohn-Konflikt wäre: vier Schauspieler, zwei Männer und zwei Frauen, erfinden und improvisieren workshopmässig-konzentriert mögliche Begegnungen in verschiedenen Kombinationen zum weitest gefassten Thema ’Entfremdeter Sohn mit gehbehinderter Freundin trifft in Alphütte auf seinen Vater mit dessen heimlicher Geliebten’.

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Gänzlich ironie- nicht aber humorfreies Einrichtungskino. Eine frauliche Sicht auf das Leben als ein Modus des Einrichtens. Darum betreibt die Protagonistin einen ihrer gehobenen Klasse angemessenen Gebrauchtmöbelladen in einer schönen Avenue in New York. Leben heisst, sich einrichten in einem umfassenden Sinne. Diese Einrichtung muss ständig verteidigt werden gegen allerlei störende Einflüsse. In der Jugend sind es die Pickel. Im Erwachsenenalter ist es die Mammographie, später der Tod, der dann Haushaltsauflösungen zur Folge hat. Es können verbrannte Gerüche sein, die die Oma wahrzunehmen glaubt oder die Schädlichkeit von Mikrowellenherden, das sind Gesichtsbehandlungen oder Massagen für die schöne Haut, Dampf, der Poren öffnet. Da Einrichtung immer auch asozial ist, weil sie auch Abschirmung bedeutet, geht mit ihr, so ist zu folgern, ein schlechtes Gewissen einher. Dieses lässt sich nicht bändigen und möchte andauernd Gutes tun, möchte sich ehrenamtlich engagieren (anlässlich der Beerdigung der Oma werden ihre vielfältigen ehrenamtlichen Einsätze gewürdigt, die vor nichts halt machten). Dass die Entwicklung der Hauptfigur im Film offenbar die zu sein scheint, dass die Mutter am Ende der Tochter die Jeans für 200$ schenkt, die sie ihr anfangs verweigerte, was das zu bedeuten hat, darüber muss ich noch nachdenken.

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Sie haben nichts gelernt. Trotz ihres fast biblischen Alters, ab 80 geht’s los, wollen sie siegen, wollen aufs Treppchen, wollen die Besten sein bei der Senioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Lahti in Finnland.

Sie ärgern sich über überlegene Konkurrenten, sei es über Olga aus Russland, die sich in einem Dutzend Disziplinen angemeldet hat, sei es über den 90 jährigen Läufer aus Italien, der einfach besser ist.

Sie gehen, wenn es sein muss, noch mit der Gehhilfe an den Start.

Sie möchten mit der Kugel unbedingt mehr als 6 Meter erreichen, weil 6.01 Meter hört sich einfach besser an als 5.99 Meter, auch wenn man damit schon Seniorenweltmeisterin im Kugelstossen wird.

Sie trainieren und pusten und quälen sich im Park, in der Sportanlage, auf dem Balkon, im Treppenhaus. Denn sie möchten Weltrekorde knacken. Und sie möchten den Applaus des Publikums.

Eine Dokumentation im üblichen TV-kommensurablen Häppchen-Ineinanderschnitt mehrerer Protagonisten-Portraits, die vom Training bis zur Weltmeisterschaft sporadisch berichten und auch Persönliches erzählen, bei der man sich fragt, wer sich das im Kino wann anschauen möchte. Vielleicht was für die närrischen Tage oder für Halloween.

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