100 gesammelte Filmbeleidigungen, wirklich toll. Ich wünschte, so würde mal ein Tatort inszeniert. Seufz…
Archiv für 2. Juli 2010
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Copacabana Mon Amour (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewKann man einer verrückten Stadt wie Rio eine verrücktere Liebeserklärung machen als mit einem Trio aus durchgeknallten Figuren, die ihren Ursprung über Afrika und Dschingis Khan bis Abraham zurückleiten, die ihre Stadt lieben und an ihr, der Sonne, der Armut, den Favelas schier verzweifeln wie DADA, der Göttin im knallroten Kleid und wassserstoffblond, puppengesichtig, ihr Bruder, der Idiot, der mit einem Leintuch überm Kopf oder mit zerrissenen Hemden oder löchrigem Schirm durch die Favelas geistert oder sich im Sandstrand wälzt und mit Kerzen die Haare seiner Unterarme abbrennt und dem Gauner mit der Baskenmütze und dem Stilett, der die Amerikaner um Geld anhaut. Zu schweigen von Dr. Cricket, den am Ende sowohl der Idiot als auch DADA vernaschen. – Das war wohl nur 1970 möglich – und die vielen Käfer von VW!
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2010
Todos Mienten (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewVor vierzig Jahren wären sie passende Zeitgenossen von Godard oder Costard gewesen. Junge Leute aus gebildeten Häusern vermutlich noch ohne den Zwang mit der Kunst Geld zu verdienen oder Karriere zu machen, mit grosser intellektueller Neugier aufs Medium Film, sie sehen Film als intellektuell-künstlerische Spielwiese, sie lieben Zwischentitel, sie hängen in einem grosszügigen Anwesen rum, junge Männer, junge Frauen, sie heissen Ivan, Helena, Monica, Isabel, Emilia, Camilo, Chas, … sie erzählen sich Geschichten, lesen sich Literatur vor, malen, versuchen ab Tape einen Text aufzuschreiben, sie narren einen etablierten Maler, sie organisieren den Haushalt, versuchen ein Gewehr zu reinigen, graben im Garten alte Flaschen mit geheimen Informationen aus, überlegen sich das Nation-Building, schlafen in einem Massenlager … es wird sehr viel geredet, viel literarischer Text, wer des Spanischen nicht mächtig ist, ist ganz schön absorbiert damit, die englischen Untertitel einigermassen aufzunehmen.
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2010
Bergblut (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewDie Erzählperspektive dieses Filmes schielt – und zwar gewaltig. Sie gibt vor, auf das Schicksal von Katharina zu schauen, der Städterin aus Augsburg, die der Liebe wegen ins Tiroler Bergbauerndorf auswandert, enthält uns aber das Fundament der Anteilnahme an ihrem Leben, nämlich Träume, Konflikte, die ein Ziel, eine Spannung emotional nachvollziehbar herstellen könnten vor und schielt auf den Tiroler National- und Freiheitshelden Andreas Hofer, dem sie am Ende auch eine prächtige Erschiessungsszene gönnt, dessen Weg aber auch nur durch Erzählung und unter Verweigerung der Möglichkeit der Anteilnahme durch den Zuschauer, erklärt wurde. Dass der Zuschauer trotzdem nicht nach kurzer Zeit schon den Saal verlässt, dürfte einzig und allein (sic!) das Verdienst der grandiosen Kamera sein, die in jedem einzelnen Bild was zu erzählen hat, angefangen wie sie sanft, fast anmacherisch über die Gletscher fliegt bis zu Strukturen in Textilien, Holz, Gegenständen, Natur, Alpen, wie sie diese in ihrem Bei-sich-Sein überrascht. |

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