Archiv für Juli 2010

I’m writing this book review in English, because there are some english-speaking folks I want to recommend the book to.

Scotsman Ian Rankin writes crime novels, and has been doing so for over two decades. His main work is a series of novels about John Rebus, a rather washed-up Edinburgh police detetive who, there are no nicer words to describe it, is an alcoholic. Now, his new series is coming along, starting with The Complaints.

Personally, I, as a German (Bavarian, actually), like reading books in English for two main reasons: If the book was originally written in English, I want to read the original version, because then I can enter the exact world the author describes. If I read a translated version, I feel blind, with someone trying to describe what’s around us as we stumble through the story. Now and then obvious translation errors spoil all the fun, usually false friends like “you must not”, which rather often gets translated into the German equivalent of “you may or may not”. The second reason is simply that I can keep up my own English. Back to the chase:

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Immer wieder bekomme ich Anfragen per e-Mail, ob ich denn nicht an einem Linktausch interessiert sei. Ich werde in Zukunft auf diesen Blogeintrag hinweisen, wenn ich solche Anfragen bekomme.

Meist wird zuerst dieses Blog gelobt, dann kommt eine “wir sind auf Sie aufmerksam geworden”-Formulierung, die Professionalität und Business-Savvyness vermitteln soll, ganz so, als wäre mein Blog bei einer Sitzung von wichtigen Leuten ein eigener Tagesordnungspunkt gewesen, das Ganze ist dann garniert mit Begriffen wie “Linkpartnerschaft”, “Tauschprogramm”, was suggerieren soll, man würde gerade vom Club of Rome umworben.

Schließlich folgt eine Liste von URLs, von denen als Gegenleistung aus auf meinen Blog verlinkt werden kann.

Klickt man dann aus schierem Interesse auf eine oder mehr von den genannten Adressen, findet man sich in fast jedem Fall auf schlecht geschriebenen, schlecht recherchierten und auch sonst nicht weiter interessanten Webseiten oder Shops wieder, die vorgeben, sich jeweils auf ein Thema spezialisiert zu haben, sei dies Schmuck, Gartengestaltung, Finanzen, Gesundheit oder sonstwas.

Eines haben diese Webseiten jedoch gemein: Sie alle quellen über mit Anzeigen und sonstigem Geld-für-Klick-Nepp. In Kombination mit den stupiden, hohlen Texten voller Platitüden (“Thema X ist in der heutigen Zeit aktueller denn je“, “Willkommen bei Y, Ihrer kompetenten Adresse für Y“), grausamer Grammatik und Rechtschreibung, schrecklichen Ausdrucksfehlern und obendrein ohne echtes Fachwissen.

Worauf diese Seiten aus sind: Möglichst viele Klicks auf die Anzeigen. Die Seite soll von Leuten gefunden werden (daher der Linktausch, um Leser zu bringen), diese sollen dann von gewissen Themen angefixt werden (aber nicht zuviele Infos finden) und sich in Folge in der Hoffnung auf mehr Infos bei den Anzeigen zu weiteren Seiten und Shops usw. durchklicken, was Geld und bei Kauf sogar Provision für die weiterleitende Seite bringt.

Für mich schreit das Ganze sofort “unlauter”, denn das Systen nutzt die Idee der Werbeklick-Vergütung mit dümmlicher Motivation aus. Eine Analogie zu solchen Webseiten in der Wirklichkeit sind die abgerissenen Typen, die z.B. in den USA auf Flughäfen rumlungern und frisch Gelandeten ihre Partnerkaschemme als Hotel anpreisen (ob diese das hören wollen oder nicht, ist denen dabei egal), um dann ein paar Dollar Provision kassieren zu können. Werbung um der Werbung Willen also, zum puren Selbstzweck, absolut unterste Schublade. Kein Mensch mit Rückgrat würde ernsthaft so ein Feld auch nur als fünftes Standbein jemals in Betracht ziehen.

Meine Seite der Angelegenheit ist jedoch ein genausowichtiges Argument: Ich freue mich, wenn mein Blog Leser hat. Ich will aber nicht einfach nur irgendwelche Leser, kaum mehr als hirnlose Klicksklaven, sondern ich will die Leser, die diesen Blog hier finden, auf ihn stoßen, von ihm erzählt bekommen. Kritische Menschen mit den verschiedensten Meinungen, die austeilen und einstecken können, mit denen ein veritables Tjosten in den Kommentaren ein intellektuelles Vergnügen ist. Menschen, deren unterschiedliche, aber stets fundierte Ansichten man respektieren und mit denen man im wirklichen Leben problemlos auskommen kann.

Ich werde bestimmt nicht die treuen Leser meines Nischenangebotes (es sind vergleichsweise wenige, aber dafür kommen sie wieder) vergraulen, indem ich ihnen grenzdebile Schmuck-, Gesundheits-, oder Gartengestaltungswebseiten ohne jegliche Individualität ans Herz lege (“Tibet Style“, mich dreht’s gleich). Und im Gegenzug soll ich dann auch noch Busladungen von Leuten begrüßen, die eine Klickfarm nicht von einer Webseite mit Herzblut unterscheiden können? Nicht wirklich, echt.

Also, liebe Onlinemarketingsuchmaschinenoptimierwebzweinullsocialmediaundsoweitermanager, ich lehne dankend ab. Ich verlinke auf das, was mir gefällt, und wenn mir eines Eurer Angebote gefallen und thematisch hier irgendwie hineinpassen sollte (was bis jetzt noch nicht der Fall war), dann verlinke ich auch gern dorthin. Ihr könnt gerne auf mich verlinken, denn dies ist ein freies Land (leider noch kein freier Planet), aber bitte schminkt Euch ab, dass ich die lansgam gewachsenen Sympathien der Stammleser dieses Blogs verschleudere, indem ich zu einer von Euren Kackseiten verlinke. Nehmt es mir bitte nicht persönlich, aber ich pisse ja auch nicht in meine Badewanne.

Ich denke ja sowieso, dass alle, die glauben, mehr Friends auf Fecesbook, mehr Klicks auf der Webseite und so weiter wären was Gutes, nicht mehr alle Kerzen am Christbaum haben. Nichtmal mehr Geld auf dem Konto ist was Gutes. Zu wenig bzw. nicht genug ist schlecht, bei Klicks wie Friends wie echten Freunden wie auch bei Geld, aber zuviel verwässert die Sache. Hätte ich 100 Millionen Euro, könnte ich ein Leben im Luxus führen und würde schätzungsweise doch nur 5 bis 10 davon wirklich brauchen. Hätte ich 100 Freunde, wären 95 zu Recht sauer, weil ich kaum Zeit mit ihnen verbringen könnte. Das ist doch surreal. Dieses Blog ist für die, die es interessiert. Und wenn das nur ein einziger Mensch ist, hat sich’s schon gelohnt.

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Die lautstärkste Ansage dieses Filmes scheint mir zu sein: Leute, ich Dietrich Brüggemann, Autor und Regisseur dieses Filmes, bin von einem unbeugsamen Stilwillen besessen, um das Drama um einen Rollstuhlfahrer konsequent gegen den Mitleids-Strich zu bürsten.

Sein stärkster Mitstreiter in dieser Absicht ist Robert Gwisdeck, der mit unerbittlicher Konsequenz die Figur Ben, die an den Rollstuhl gefesselt ist, als Zyniker am Rande zum Feldwebel durchzieht, dadurch einen grossen Verschleiß an Zivis hat, der teils fast dozierend die Thesen über Invalidität, Potenz, Liebe und auch die oft gelegentlich als Witze beabsichtigten Texte, die nicht immer lustig sind, mit hoher Sprechpräzision hochfahrend wegspricht. Das hat durchaus etwas Faszinierendes, umso mehr, als er auch die Körperlichkeit der Figur gnadenlos durchspielt.

Der Film leidet jedoch unter der typisch deutschen Drehbuch-Krankheit. Es wird viel zu viel erklärt. Kommt jemand in eine Szene, fragt sie oder er, was los sei. Das sind meist fernsehtaugliche Dialoge, die sich daraus entspinnen, wobei hier sicher mehr Feinarbeit geleistet worden ist.

Ein Running Gag, statt „geil“ „porno“ zu sagen, kommt sehr, sehr konstruiert daher. Genau so wie der Gag mit der Mozart-Büste total aufgesetzt und verkrampft und nicht mal überzeugend dargestellt, dazu noch irgendwie sinnfrei abgespult wird.

Die Überkonsequenz im Gegen-den-Mitleids-Strich-Bürsten der Hauptfigur hat allerdings auch zur Folge, dass sie so negativ rüber kommt, dass es einem überhaupt nicht weh tut, wenn Ben mit dem Rollstuhl ins Eis einbricht. Man gönnt ihm gleich den ewigen Frieden, denn einem rein zynischen Menschen zuzuschauen ist eben nicht sehr erhebend.

Es gibt allerdings einen Augenblick, der ist Kino pur, wenn er mit der Cellistin im Bett liegt und sie ihn fragt, was er wolle und er nach einer Gedankenpause mit von ihr abgewandtem Gesicht antwortet „Liebe“, und das für seine Verhältnisse leise, und wie dann die Kamera einfach auf ihm bleibt, das ist ein schöner Kinomoment, der aber in der übrigen Feldwebelei sehr einsam dasteht.

Das kann die anderen Szenen, in denen Ben durchaus als Neonazi durchgehen würde, nicht aufwiegen. Aber die jungen Filmmenschen dürfen in ihrem Enthusiasmus Fehler machen. Sie können auch nicht, und müssen es auch nicht, alles können. Sie dürfen sich dabei zuviel vornehmen und vielleicht lernen sie die Lektion, dass auch in so ein Projekt, wenn es von mehr als nur von professionell und freiwillig mit Behinderten Befassten gesehen werden soll, eben auch Charme einfliessen muss, Anrührung, Zwischentöne; und dass Schwarzer Humor noch nicht ist, wenn Ben meint, er könne mit Behinderten nicht oder Plattitüden, dass zwei Drittel aller Männer beim Öffnen des BHs schon scheitern.

Fazit: eher eine Etüde für die Fachwelt als Futter fürs breite Publikum.

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Auf holprigerem und widrigerem Wege und ohne eine einzige Probe in den letzten 30 Jahren dürfte sich wohl kaum je zuvor ein Orchester so rasend schnell zu einem so wohlklingenden Klangkörper entwickelt haben. Was uns lehrt, wie überflüssig doch Orchesterproben sind oder dass heute allenfalls das Kino für solche Wunder zuständig sei.

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Neckische Gedankenspielereien um das Infektiöse und die Wirksamkeit von Ideen und deren Einpflanzung in den Köpfen anderer auf dem Wege des Eindringens in die verschiedenen Ebenen ihrer Träume, mit welchen Christopher Nolan Bildmaterial überwiegend aus dem Fundus der Untiefen des amerikanischen Actionkinos neu verschnürt und mit DiCaprio als unwiderstehlichem Schmerzensmann ziert. Oder: ein Bebilderungsversuch zum Satz „Im Anfang war das Wort“, und wie der Mensch damit rumtricksen möchte.

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Es ist schon erstaunlich, was man heute so alles für so gut wie kein Geld machen kann. Musste ich für ein Bewerbungsvideo für die Filmhochschule vor 15 Jahren noch einen Schnittplatz (S-VHS) mieten, hat man an Studioequipment heute alles auf dem Rechner, was früher an analogem Equipment sechsstellige Summen verschlungen hätte. Und das obendrein auch noch in besserer Qualität. Eine typische Long-Tail-Situation für die Hersteller der heutigen Hard- und Software: Mehr Units verkaufen können, dafür aber weniger Geld pro Unit verlangen dürfen. Der Vorteil: Mehr Output in allen Qualitätsstufen. Heute: Kritlover. Den Rest des Eintrages lesen »

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Ist zwar leider nur eine kleine Fan Fiction, würde mich aber auf der großen Leinwand brennend interessieren. Die beiden Themen schreien ja geradezu danach, kombiniert zu werden…

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Eine saubere Parade der Fantasie gegen Minenproduktion und Waffenhandel.

Erst ein paar Stimmungsbilder, unter anderem ein Minenräumkommando in einer Wüstengegend. Überall verteilt Männer, die ganz vorsichtig den Boden absuchen. Dann eine Explosion, Rauchwolke, einer fliegt durch die Luft, ihn hats erwischt. Alle eilen herbei, offenbar jede Vorsicht vergessend.

Dany Boon ist der wunderbare Hauptdarsteller. Er arbeitet in einem kleinen Laden in Paris. Davor findet eine Schießerei statt. Eine fehlgeleitete Kugel landet in seiner Stirn. Dann die OP. Beides schwierig. Operation könnte das ganze Gehirn schädigen. Nicht-Operation könnte baldigen Tod bedeuten. Was tun. Hat jemand einen Euro. Der Entscheid fällt auf Nicht-Operieren.

So läuft Dany Boon als Bazil denn ab jetzt mit schöner schlanker Stirnnarbe überm linken Auge (quer zu den Brauen) herum. Durch den Krankenhausaufenthalt hat sich seine wirtschaftliche Existenz in Nichts aufgelöst.

Von einem Tag auf den anderen steht er auf der Straße. Aber er beherrscht einige Tricks, weil er oft zuhause, Referenz an „Welcome Mr. Chance“ mit Peter Sellers, sich alte Filme angeschaut hat und alle Rollen darin mitsprechen kann.

Eine Straßensängerin hat sich mit Lautsprecher an einer U-Bahn-Säule postiert, er stellt sich an die Rückwand, spricht die Texte mit den Lippen mit und kassiert das Geld der Passanten. Die Sängerin kriegt davon nichts mit. Aber wie er von dannen trottet, bekommt er Mitleid und schenkt ihr die Einnahmen.

Wie er vor einem Café seine Nummer spielt, wird er von einem alten Typen, der auch sowas wie einen Stand hat, angesprochen. Der nimmt ihn anschliessend mit in sein Zauberreich der Fantasie, in ein als Schrotthaufen getarntes Paradies. Einzig der Blechmann über dem Eingang, der sich auf Knopfdruck auch bewegt und tanzt, macht deutlich, dass sich hier was verbirgt.

Drinnen haust eine bunte Truppe aus abgestürzten Fantasten, der eine baut Fantasieroboter, die andere ist ein Schlangenmensch und bewahrt sich auch mal im Kühlschrank auf, und wieder eine andere ist ein Zahlenmensch, kann zu allem was vor sich geht, immer gleich die Zahlen sagen, wenn zum Beispiel Bazils Kopf gemessen werden soll, hat sie die Maße schneller als das Maßband.

Jedenfalls, denn wir haben auch einen Abrechnungs-Film vor uns, hat Bazil sich vorgenommen, den Rüstungsindustriellen, der die Kugel in seinem Kopf fabriziert hat sowie dessen Konkurrenten, dessen Mine Bazils Vater auf dem Gewissen hat, nicht ungeschoren davon kommen zu lassen. Aus der Abrechnung eines Einzelnen wird nun ein Unternehmen der ganzen Truppe und jeder trägt mit seinen speziellen Fähigkeiten dazu bei, diese Rache filmspannend und filmunterhaltsam zu vollziehen. Es muss mit viel List in die Wohnung eingedrungen werden, erst die alten Ablenkungstricks, es müssen Termine, die der Industrielle ausser Hause wahrnimmt, erkundet werden, um dann die Treffen zu sprengen. …

Schliesslich gelingt es, eine ganze Waffenlieferung im Hafen zur Explosion zu bringen.

Bilder: Kinowelt

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Die Regisseurin ist nicht unbegabt im Umgang mit Laien und inszeniert mit diesen Alltagssituationen einfacher Menschen in Istanbul, die einzig verbindet, dass sie was mit der Brücke zu tun haben. Die Frage ist, warum die Regisseurin gerade diesen – laienschauspielerseminarähnlichen – Film gemacht hat. Hätte sie ihn auch gemacht, wenn sie dafür keine Fördergelder bekommen hätte, wäre das wirklich ihr tiefstes Bedürfnis gewesen, dies (was genau?) mitzuteilen? Angetan von der Idee schienen immerhin das Medienboard Berlin-Brandenburg, der Deutsche Filmförderfonds, der Rotterdam Media Fund und Koproduzenten wie Kaliber Film, Bayerischer Rundfunk, ZDF/3SAT und Rush Hour Film. Im Fernsehen versendet sich das spielend.

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Eine ganze Spielfilmlänge nur dazu zu benutzen um aufzuzeigen, wie träge und faul und vorurteilshaft die Griechen doch seien, dürfte angesichts des griechischen Beinah-Staatsbankrottes ungefähr so sinnig sein, wie eine weitere Eule nach Athen zu tragen. Der aktuelle Versuch von Leandros Rakintzi, die Beamten Griechenlands zu zählen, nimmt sich dagegen wie ein Thriller aus.

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