Mother – Madeo (Filmfest München)
Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewEin Hardcore-Mutterbild aus Südkorea.
Archiv für Juni 2010
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06
2010
Mother – Madeo (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewEin Hardcore-Mutterbild aus Südkorea.
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2010
Eighteen (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewEin cineastisch mit den Möglichkeiten der Skizzenhaftigkeit modernder Kameras, die einen Verzicht auf umständliche Beleuchtungsorgien und somit auf das Thema konzentriertes Arbeiten ermöglichen, gelingender Balanceakt, den riskanten Kippmoment im Leben eines jungen Mannes, der einerseits noch Kind zuhause ist, andererseits bereits triebgesteuerter Liebhaber, einzufangen. Wobei offenbar die Strenge koreanischer Eltern sowie die Anforderungen der Schule zusätzlich destabilisierend wirken. Dass das Narrative an den Enden sorglos ausfranst, scheint dem Gegenstand sogar neckisch angemessen.
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06
2010
Redland (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewEine lange Meditation in Rot und zu Sitharklängen darüber, dass es weder Gut noch Böse gebe, mit beiläufig verhuschter Story erzählt und mit gelegentlichem Verschwimmen der Peripherie des Focus. Eine Art „Art Brut“ des modernen Kinos, nicht so grob und plump wie die neuesten deutschen Hinterkaifeck-Verfilmungen aber auch nicht so sophisticated, prägnant und abgehoben wie neuere Versuche von Godard oder von von Trier in der Nachfolge Rousseaus (Natur und Wald und Hirsch und Bach und Blut).
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06
2010
Journalistische Vergütungsregeln unexplainedGeschrieben von: Julian in Allgemein, JournalismusMein Journalistenverband hat mir heute einen Flyer zugeschickt, der vom Dachverband DJV herausgegeben wurde. Der Flyer ruft zur Solidarität unter freien Journalisten, vornehmlich bei Tageszeitungen, auf. Hintergrund sind die vom DJV und dju in ver.di für Freie an Tageszeitungen ausgehandelten Vergütungsregeln, die zum 1. Februar 2010 in Kraft getreten sind. Dem Flyer lag eine praktische Tabelle bei (geldbeutelgerecht vorgefaltet), in der man nachschlagen kann, wie man für seine Leistung bei welcher Auflage der Publikation entlohnt zu werden hat.
Mehr steht da nicht. Dass es sich bei der Einheit für die Auflage um “Exemplare” oder “Stück” handelt, kann ich mir ja noch zusammenreimen, aber ob die mir zustehenden Summen Cent oder Euro bedeuten, ist mir ebenso unbekannt wie die Frage, ob diese pro Zeichen, Wort, Zeile, Absatz, Artikel, Arbeitsstunde, Arbeitstag oder sonstwas bedeuten. Rein theoretisch könnte es sich bei der Vergütung also auch um Käselaibe pro Schaltjahr handeln oder um Kinokarten pro Quartal. Nun bin ich kein Tageszeitungsjournalist, und daher besonders unbewandert, was deren Bezahlung angeht. Andererseits arbeite ich schon seit 1997 in dieser Branche, und bisher wurde ich entweder nach Stunde bezahlt, nach einer Euro-pro-tausend-Zeichen-Formel oder pauschal nach dem bestellten Text in einer gewissen Länge.
Für meinereiner (freier Journalist für so ziemlich alles außer Tageszeitungen) ist diese Tabelle leider nicht hilfreich. Zum einen kenne ich ja die Einheit der Vergütung nicht, zum anderen wäre es aber schöner, wenn man diese obskure Berechnung mal offenlegen würde, damit man sie wenigstens selbst auf seine eigene Berechnungsformel umformulieren kann. Schön, dass der Verband sich so sehr um seine Mitglieder kümmert. Schade, dass in diesem Fall offenbar der Tunnelblick auf Tageszeitungen und ihre intern sicher wohlbekannten Abrechnungsmodi vorgeherrscht hat. Schlimmer ist nur noch, dass die Online-Verwertung immer noch kostenlose Dreingabe für uns Journalisten ist und somit offenbar immer noch ein Stiefkind der Branche.
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06
2010
Ein ganz neues Leben (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewSo kann ein Mensch ein schwieriger Mensch werden. Wenn er an das Wort des Vaters glaubt. Dieser Mensch ist Jinhee, ein Mädchen von neun Jahren. Sie wird vom Vater auf eine Reise mitgenommen. Doch daraus wird die todtraurigschöne Geschichte einen Aufenthaltes im Waisenhaus, eines hartnäckigen Widerstandes gegen die Unwahrheit von Vaters Wort und einer Freundschaft mit einem elfjährigen Mädchen, die aus einem Geheimnis besteht. Dies alles schnörkellos und ohne jenen besserwisserisch-anbiedernd-pädagogischen Untertext erzählt wie er hierzulande Kinderfilmen allzu oft Ernst, Tiefe und Poesie raubt.
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06
2010
Unter Dir die Stadt (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewHochhäusler hat mit seinem unbeherrschten Drang zum Design (von Klamotten, Ausstattung, Szenenbild, Dialogen und Figuren) die Chance vertan, deutsche Wirtschafts- und Finanzeliten glaubwürdig und damit kritisch darzustellen. Hier bashen lediglich Alphatiere ihre Texte souverän undifferenziert und der Film erbringt den Beweis, dass es nebst Analogkäse wohl auch den Analogfilm gibt. Als Scout einer grossen internationalen Produktion hingegen würde ich Hochhäusler sofort als Design-Berater anheuern.
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06
2010
Pecados de mi Padre (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewEine hohe Dosis Lateinamerika mit Drogen und High-Society und hochkonzentriert – aus dem exklusiven Blickwinkel von Sebastián Marroquín vormals Juan Escobar, dem Sohn des kolumbianischen Volkshelden, Drogendealers, Milliardärs, Politikers, Drahtziehers und Sammlers exotischer Tiere, des Aufrührers und Mord- und Chaosanstifters Pablo Escobar. Den Sohn, der mit seiner Mutter in Buenos Aires lebt, treiben offenbar Heimweh und der Wunsch nach Versöhnung.
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06
2010
Transit (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewRomanze eines verspäteten Fernfahrers mit einer abgehauenen Nutte inclusive philosophischer Gespräche über den Fahrtenschreiber, einem Zuhälter, der ständig in einen weinerlichen Ton verfällt, mit viel Figur- und Dialogerfindung am Computer und wenig Recherche vor Ort (konträr zu Scorsese, AMERICAN BOY und AMERICAN PRINCE hier am Festival) als gewöhnungsbedürftiger Versuch der Bebilderung von zarten Streicher- und Pianoklängen des Babelsberger Filmorchesters, immerhin mit einen schön fotografierten Münchner Messeturm und dessen gewaltiger Betonumgebung. Es ist kaum zu erwarten, dass diese Bild-Musik-Kombination in den Gehirnen der Zuschauer Tsunamis der Fantasie oder der Erkenntnis auslösen wird.
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06
2010
Swansong: Story of Occi Byrne (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewDas Risiko im Leben eines traumatisierten Bastards, der von den irischen Schulkameraden in einer roten Tonne einen Dünenhügel runter gegen das Meer gedonnert worden ist, besteht darin, dass er in der geringsten Konfliktsituation leicht wie eine Rakete losgeht und wie besinnungslos auf das auslösende Objekt eindrischt. Darüber berichtet der Schauspieler Conor McDermottroe mit erfrischend viel Engagement und mit der sorglosen Entdeckerfreude am Kino, wie sie einst die Pioniere hatten, beispielsweise wenn Occi, der Protagonist, der angenehm weder das Heldische noch das Opferhafte seiner Figur herauskehrt, auf dem Farrad mit der Pistole wild in der Luft gestikulierend einer Meute Hunde davonfährt, welche durch ein Stück Fleisch, was an einer Schnur hinter dem Fahrrad her auf dem Boden schleift, angelockt und gereizt wird.
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06
2010
Morgen das Leben (Filmfest München)Geschrieben von: Stefe in Allgemein, Film, Filmfest, München, ReviewMünchner Gschichten: BOGENHAUSEN ODER PERLACH, das ist die Frage. Riedel und Timm (als Co-Autorin) entscheiden sich für Perlach oder für Hasenbergl Dülferstrasse oder Messestadt Riem, da wo die kleinen Leute in den spriessenden neuen Münchner Quartieren wuseln, um zu überleben oder erlernen, andere zu manipulieren, um zu überleben. Und Riedel und Timm schauen genau hin. So scheint sich hier ein Kino zu entwickeln, was vom dokumentarischen Beobachten her kommt und uns hoffentlich noch einiges erzählen wird. Mit mehr Mut zu mehr Privacy und strengeren narrativen Zügeln um auch wieder zum Ende zu kommen, dürften die Voraussetzungen für wachsendes Publikumsinteresse gegeben sein. |