Was war das jetzt? War es der bieder/unbiedere Versuch eine „postmoderne Naivität“ zu postulieren unter gleichzeitiger Wahrung helvetischer Weltoffenheit und eines ebensolchen Internationalismus in den Schranken der Folklore?
Ist es vielleicht der bewusste oder unbewusste Versuch, ein grummelndes Unbehagen am Filmproduktionsland Schweiz zu artikulieren?
Ist es der Versuch zu zeigen, was man alles könnte, wenn man denn nur richtig könnte?
Man könnte ein tolles Ballett indisch verkleidet im Supermarkt inszenieren, weil wir ja gehört haben, dass es in Indien Musikfilme gibt.
Man könnte indische Gerichte werbewirksam ins Bild setzen, auch wenn es sich um die Berner Wirtschaft zum Hirschen handelt.
Man könnte mit Stefanie Glaser aus den Herbstzeitlosen einen oberverrückten Auto-Stunt mit massiv überhöhter Geschwindigkeit bei der Anfahrt zum Hirschen hinlegen und sie anschliessend mit ihrem Stock auf dem Unfallopfer herumstochern lassen.
Man könnte versuchen, die Darstellerin einer Schweizerin auf Schweizer Dialekt nachzusynchronisieren.
Man könnte versuchen, eine Zollszene zu inszenieren, nur um zu erzählen, dass indische Filmproduzenten mit nichts als Filmrollen und Bargeld in ihren Koffern um die Welt düsen.
Man könnte eine Messerstecherei in der Küche des Hirschen inszenieren, weil der indische Produzent den verliebten indischen Koch zurück haben will.
Kurz, man könnte dies und das und jenes, und Liebesgeschichte sowieso, wenn man denn könnte und wenn es darum ginge, zu erzählen, dass Film ausschauen kann wie ein überladener Souvernirladen mit einem kunterbunten Angebot an Bildern zum Thema „indische Filmcrew bringt Liebes- und Kochverhältnisse in Berner Wirtschaft zum Hirschen durcheinander“ … wenn man denn so richtig könnte.

Einträge (RSS)