Loneliness / Das Ende einer Beziehung / Heirat / Der Beginn einer Beziehung / Allein. Das sind die Zwischentitel. Vorbeugende Vorkehrungen dagegen, dass einen die Liebe wie der Blitz überfällt. Kopfigkeit gegen Liebe. Aber ausgelassen tanzen in der Disco. Wie Millionen. Nothing Personal. Symbolische Akte: das Wühlen im Seetang, das Herausziehen von Körben zur Krabbenzucht aus dem Wasser, der plötzlich fein gedeckte Tisch, gemeinsam den Wind schauen, Kartoffelsoufflé mit Pilzen aus feuchtem Waldboden. Ironisch. Nothing Personal. „Kein Mensch könnte Dich erfinden“. Die Liebe ist Nothing Personal. Fritz Wunderlich singt: „Fremd bin ich eingezogen“. Der Film als Puppenstube für Liebesexperimente, als ein Traum zum Füllen einer ausgeräumten Wohnung in Amsterdam.
Archiv für April 2010Unter den stilsicheren, geschmackvollen Händen und Augen von Tom Ford schmiegt sich die Leinwand wie aus edelster Seide und topästhetisch um den Zuschauer, erwärmt ihn wie im Luxusspa für die Liebesgeschichte von Professor Falconer, wunderbar gespielt von Colin Firth. Schau mal, mir geht’s auch schlecht, ich habe auch meine Krise, mit diesem Subtext wendet sich Greenberg an sein Zielpublikum, 40-jährige Akademiker in leicht verfrühter Midlife-Crisis… und da die Amerikaner das voll drauf haben, dieses Köcheln im Saft des eigenen Unglücks inklusive ironischer Selbstreferenz auf einen nicht mehr ganz taufrischen jüdischen Humor nebst unverhohlenen Augenzwinkerns mit der New York Times und dies leicht verdaulich und sehgefällig darzustellen wissen, so werden sie das Produkt auch gut an den leidenden Mann bringen und ihm, wie er glaubt, Linderung verschaffen. Einer fröhlichen Marthalerei auf Leinwand gleich stilisiert, ritualisiert und choreographiert Jessica Hausner Bilder eines Heil-Pilger-Aufenthaltes in Lourdes, faszinierter von Rhythmen, Zusammensetzung und Anordnungen einer Gruppe denn vom inhaltlichen Geschehen, insofern von jeder Deutungsschwere befreit wie ein modernes abstraktes Kirchenfenster, von fremdem Licht durchdrungen; 70 Minuten dauert es bis zum Wunder und nochmal 29 Minuten, bis es vorbei ist – zwei Spannen, die jedem, der noch betrachten, schauen und staunen kann, nicht lange vorkommen werden. |

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