Archiv für Januar 2010

Retroorientiertes Roadmovie zweier junger Männer aus der DDR, die sich kurz nach dem Mauerfall mit viel zu wenig Geld nach Amerika und dort speziell San Francisco, aufmachen, weil Veit, Friedrich Mücke, der Freund von Tom, Matthias Schweighöfer, dort nämlich seinen Vater finden will, der ihm immer am Geburtstag eine Postkarte schickt; das gesteht er dem Freund aber erst, wie sie schon in Amerika sind.

Es fängt mit einem kleinen von Voice-Over kommentierten Potpourri an Bildern von „Liebeswürdigkeiten“ der DDR an, das hört mit dem Satz „FRIENDSHIP!“ der Englischlehrerin auf. Damit ist man wunderbar gerüstet für: Amerika.

Die ersten Sequenzen der Ankunft in Amerika baden reichlich und reichlich oberflächlich dazu die DDR-Unbeholfenheit aus. In aller Naivität sagen sie bei der Einreise auf die doch sehr abgelutschte Frage des Beamten, aha Nazis, nein, nein, sie seien Kommunisten, worauf sie natürlich gleich bis auf die Unterwäsche entblösst an der Wand stehen. Man muss was tun für die weiblichen Fans.

Dann haben sie nicht genügend Kohle für ein Ticket nach San Francisco. Das Geld reicht gerade bis New Jersey. Tom findet das lässig. Aber Veit natürlich nicht, weil er ja seinen Vater finden will, und das muss er jetzt dem Tom erklären.

Das findet dieser dann kurz doof, trübt aber die eher zufällig wirkende Freundschaft der beiden nicht,– hier muss der Soziologe nachfragen: ist dies ein Abbild unserer heutigen Jugend, denn es geht doch nicht um ein Museumsstück, und vor allem, ein Abbild der damaligen Jugend ist es erst recht nicht. Die soziologische Antwort wäre, dann ist aber die heutige Jugend unglaublich retro, oder die Filmemacher sehen sie so.

Im weiteren Verlauf der Tramp-Reise, die immerhin ein Ziel und ein Datum hat, nämlich wann jeweils die Postkarte in San Francisco wo eingeworfen wird, spült der filmische Zufall den beiden ein paar lustige Begebenheiten zu, zum Beispiel die Motoradfahrer, dann den Typen, der einen Bruder in San Francisco hat, für den er einen protzigen amerikanischen Wagen überführen soll. Ein Roadmovie braucht Vehikel.

Es gibt sowas wie eine Bunte-Abend-Nummer mit der Polizei, wie die beiden halbnackt Auto fahren und dem Schweighöfer auch die Flagge noch runterfällt und sie die Nacht auf dem Revier verbringen.

Dann hat der Wagen die Krise, die Reparatur kostet, sie machen dank dem Mädchen deutschen Ursprungs, das sie kennen gelernt haben, einen Filmabend, DDR-Underground-Movie nennen sie die Dokumentation. Tags darauf schenken sie dem Bürgermeister ein Stück gefakte Mauer. Daraufhin setzt ein Nachfrageboom nach diesen Mauerstücken ein und sie finanzieren damit den Rest der Reise.

So geht das locker-flocky dahin, aber die DDR-Witze erschöpfen sich irgendwann, irgendwann kommt beim Zuschauer Reisemüdigkeit auf. So geschickt gebaut wie GOOD BYE LENIN ist dieses Stückchen DDR-Verarbeitung dann doch nicht.

Das erste Ende ist fast melodramatisch, irgendwie unpassend ernst, wie der Tom dann Veits Vater entdeckt, weil die Dramaturgie unverständlicherweise den Veit hat Pizza holen geschickt, und Tom hört dass .. nun ja, das darf hier nicht verraten werden, was es mit diesem Vater auf sich hat, aber der Zuschauer wundert sich, aha, dazu das Ganze?

Irgendwie ein leeres Gefühl, was zurückbleibt. Der Veit-Darsteller erinnert an Tom Selleck, nähert sich diesem Format, während Schweighöfer doch sehr deutscher Offizier bleibt. Immerhin, uprising Movie-Stars könnten sie sein, wenn denn in nächster Zeit auch die guten Drehbücher für sie geschrieben würden.

Roadmovie von Konfirmand zu Konfirmand.

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Biederes Erklärkino mit viel heisser Studioluft, was sich scheut, den Konflikt der beiden Messner-Brüder als Momentum zur Erzeugung von Kinospannung einzusetzen (oder dies schlicht nicht kann), einen Palü unter der Messlatte, die Arnold Fanck schon vor Jahrzehnten für Bergfilme gelegt hatte. Hinterherhink-Movie.

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Nun ist es also amtlich, Wickie wird fortgesetzt. Der zweite Wickie-Film entsteht aber nicht unter der Regie von Bully Herbig, sondern von Christian Ditter. Mit Wickie 2 steigt die deutsche Filmlandschaft erstmals in die Produktion von 3D-Filmen ein – zumindest laut Pressemeldung. Der Erfolg von Avatar dürfte diese Entscheidung beflügelt haben. Hoffen wir mal, dass der Film was taugen wird (und nicht nur alle Hoffnung auf dem 3D-Effekt ruht), und dass bis zum Dreh aus Jonas Hämmerle noch kein “hulking Teenager” geworden ist, sondern der kleine Wickie. Offenbar vorsichthalber wurde auf dessen mögliche Besetzung als Wickie in der Pressemeldung gar nicht erst eingegangen.

Sollte jemand von der Produktion das hier lesen: Um des 3D-Schockeffekts willen in Richtung der Kamera geschleuderte Gegenstände, vor der Kamera plötzlich auftauchende Gesichter und ähnliches ist seit Der weiße Hai 3-D aber sowas von out. Bitte erspart uns das!

Hier noch die Pressemeldung von Constantin Film:

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Nicht uninteressant, wie das Disney-Universum 1943 organisiert war. Der hier zu findende Org-Chart zeigt, wie die verschiedenen Departments untereinander angeordnet waren, und dass ohne Walt nichts ging. Ich frage mich, wie eine heutige Hollywoodproduktion sowie eine deutsche Produktion im Verhältnis dazu aussehen würden.

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Zum ersten Mal in meiner beruflichen Laufbahn habe ich mich nun, 13 Jahre, nachdem ich angefangen habe, als Filmjournalist zu arbeiten, für die Juryteilnahme an einem Filmfest beworben. Und wurde genommen. Und so sitze ich vom 9. bis 13. März in Nürnberg im Kino und sichte zusammen mit den anderen Juroren die Kandidaten des 15. Filmfestival Türkei/Deutschland.

Dann werden wir die Ehre haben, einen Filmemacher mit dem Preis der Filmkritiker sehr glücklich zu machen, und die traurige Pflicht, einige andere zu enttäuschen. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Tätigkeit, und ich fühle mich auch richtig reif dafür. Ich hätte mich schon vor Jahren für Jury-Teilnahmen bewerben können, doch stets war ich der Überzeugung, nicht erfahren, reif und weise genug zu sein, so ein Ehrenamt auch gebührend auszufüllen. Doch als ich in diesem neuen Jahrzehnt zum ersten Mal aufgestanden bin (am frühen Nachmittag, denn unsere Silvesterparty war genial), fühlte ich mich wirklich wie ein neuer Mensch. Gereift, ein bißchen weise, und nur leicht verkatert. Und als echter Kritiker, kein bloßer Filmjournalist mehr.

Im Lauf der letzten 10 Tage hat sich das Jahr schon sehr gut angelassen, was persönliche Dinge angeht, und so fühle ich mich nun auch für diese Aufgabe bestärkt.

Jetzt muss ich erstmal eine Kurzbiografie schreiben und ein gutes Foto von mir finden. Das allein wird bereits spannend. Mal sehen, ich habe den Cursor erfunden und 1997 ganz allein den Weltuntergang verhindert (was natürlich keiner gemerkt hat, weil ich ihn ja verhindert habe), außerdem riet ich meinem alten Kumpel Barack, doch in die Politik zu gehen. Mir wird also schon was einfallen…

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Ich habe zu Beginn des Jahres beschlossen, ein paar geplante Vorhaben und Projekte fallen zu lassen und gebe nun die ganzen Domains ab. Wer eine haben will, kann mir eine Mail schicken. Ich gebe die Domains für mau ab, wer mir aber was bezahlen will, dem stehe ich gern für eine entsprechende Spende zur Verfügung. Es werden auch Unternehmensanteile angenommen…

Hier die Domains:

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Die Kunst des filmischen Geschichten-Erzählens besteht vielleicht auch darin, dem Zuschauer das Gefühl zu geben, man hätte noch vieles parat in der Märchenkiste, dass es sich bei diesen verrückten menschlichen Begegungen im dünn besiedelten Hohen Norden nur um wenige Müsterchen handle, wie eine fixe Idee gepaart mit Depression und in Wechselwirkung mit „Spirit“ = Schnaps zu einer faszinierenden Autonomie des Handelns und zum unausweichlichen Zusammenprall einsamer Individuen in menschenleeren Schneegegenden führen kann. – Wie der bärige, apathische Jomar erfährt, dass er in einem weit entfernten Tal ein Kind habe, gehen Snowmobil und „Spirit“ mit ihm durch.

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Auf der Oberfläche des Anekdotischen, auf der sich der Film hauptsächlich bewegt, ist er durchs Band nett zu nennen.

Ein Sammelsurium an studentischen Situationen, und das auch noch in Kapitel gegliedert. 1. Semester, 2. Semester….wenn man jetzt beim 8. Semester denken würde, oh, das ist aber schnell gegangen, dann könnte von einer spannenden Unterhaltung die Rede sein, wenn man aber wie her denkt, oh je, erst 8 Semester, wie lange dauert dieses Studium noch, dann kann davon ausgegangen werden, dass die erzählten Situationen nicht allzu spritzig ineinander verwoben sind und vorgetragen werden: von der Zimmersuche über Disco und Anbandeln über die Seminarsituationen, Nebenjobs und Australienaufenthalt (dieser wird angenehm werbesicher in schneller Standfotoabfolge dargeboten), Streben oder Studium verlottern lassen, Amouren oder peinliche Situationen, Mensa oder Badewanne voller Geschirr… jeder kennt das und viele können damit was anfangen.

Trotzdem dürfte das für eine grosse Reichweite des Filmes zu wenig sein. Ob sich die Studenten wirklich darin erkennen und dann ablachen? Das bleibt eher zu bezweifeln. Zumindest für jemanden, der das Studium doch anders in Erinnerung hat, die Studenten ernster oder dann richtig ausflippig, viel grotesker in den Situationen, wo sie rumhängen, viel verbissener, wenn sie streben, viel erwachsener wenn sie untereinander sind.

Ernster im Sinne, man ist gross geworden, hat den grössten Wissensstand des Lebens hinter sich (Zeitpunkt Abitur), hat den Ernst des Lebens vor sich, man wird elitär einsteigen. Dazu gibt es verschiedene ausgeprägte Haltungen, die mehr erzählen als nur brav studieren oder jobben oder Studium verlottern lassen. Dem müsste auf den Grund gegangen werden.

Es gibt Studenten, die haben eben das erste Mal noch nicht hinter sich. Andere sind längst in festen Beziehungen, aber so stereotyp wie hier die Liebesgeschichten abgehandelt werden, so sind sie bestimmt nie und nimmer. So gefühllos kann keiner sein.

Kindische Gespräche wie über den BH im Waschsalon, das ist papierenes Drehbuch ohne jede Lebensrelevanz. Hier wird das Theater zum Kindertheater wie noch an vielen anderen Stellen. Der Film ein Schulmädchenreport? „Die steht auf Dich“, „Ich will nicht, dass die auf mich steht“.

Oder dann gibt es eine sonderbare Szene, wie im Boulevardtheater, wie plötzlich alle halbnackt im Flur einer WG auftauchen, um einen ungegebetenen Gast zu begrüssen.

Auch der Professor wirkt irgendwie unglaubwürdig und direkt aus dem Horrorfilm scheint der Tankstellenbesitzer entsprungen zu sein. Wäre ja ulkig, wenn der Film sich die Horrorperspektive des Studiums zu eigen gemacht hätte. Hat er aber auch nicht.

Nach siebzig Minuten die erste spannende Situation, wie der Max Riemelt völlig am Ende beim erfolgreichen Kollegen Unterschlupf sucht und dieser ihn warnt vorm Zimmernachbarn „mit David würde ich vorsichtig sein“… nur dieser taucht dann nie auf…

Eine schöne Szene, die beiden Freunde im Gespräch in einer Art Messehalle, in der Fußball spielende Roboter präsentiert werden, da schimmert ein Moment Glaubwürdigkeit durch, bei den Reflektionen über das Studium und das Leben… nur ward davor leider nichts davon vermittelt.

Von einem gewissen Unterhaltungswert ist die Marketing-Idee mit der Seifentube und dem Schneeballsystem. Aber das hat mit des Essenz des Studierens nun wirklich nichts zu tun. Um die geht es in diesem Film wohl auch nicht. Aber worum dann, wenn man sich schon brüstet, die erste Studenten-Filmkomödie Deutschlands zu sein?

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Am 20. Februar 2009 haben mein IT-Fachmann und ich Google Analytics in diesem Blog integriert, zuvor hatte ich 4stats.de, was jetzt aber immer noch parallel und zuverlässig läuft. Ein kurzer Blick auf die Analyswebseite ergibt schnell die Besucherzahlen des vergangenen Jahres, aber auch die meistgelesensten Einträge dieses Blogs. Hier die Liste der Plätze 1-20:

  • Die Startseite ist verständlicherweise die meistbesuchte Seite dieses Blogs. Das ist gut, denn das zeigt, dass der Blog bei vielen Lesern als Lesezeichen gespeichert und direkt angewählt wird. Natürlich gilt die Startseite nicht wirklich als “Top-Beitrag”, auch wenn die meisten Beiträge ungekürzt auf der Startseite gelesen werden können. Den Rest des Eintrages lesen »

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