Archiv für 21. Januar 2010

Korrektes, angepasstes Erledigen der Abenteuerphase einer Jugend vor dem ersten Kuss, einer aufgeklärten Bilderbuchjugend in soziographisch korrekter Mixtur mit den politisch korrekten Sprüchen über das Aussenseitertum von Lahmen, Stotterern und Ausländern dazu. Auch die ökonomisch-gesellschaftlichen Zusammenhänge finden ihren korrekten Niederschlag vom Fresstempel über die Fabrikschließung durch Kapitalisten-Abzock-Heini. Dazu perfekte Beherrschung von Kung-Fu und Checken technischer-IT-Zusammenhänge und nebenbei wird auch der Single-Mutter noch ein Partner verpasst. Ein von der Regie in jedem Detail mit grosser Sorgfalt und perfekt organisiertes Teenitum mit Augenmass und ohne größere persönliche Identitätsverwerfungen. Lösbare Probleme statt Konflikte. Das Coming-of-Age im Schnelldurchlauf. Alles im Griff, Probleme sind da, um gelöst zu werden. Kids ohne Slang. Heldentum ist machbar. Seelische Entwicklungen nicht vorgesehen. Pädagogisch garantiert wertvoll. Kein schmutziger Film. Kino als Ehtik-Unterricht, immerhin unterhaltsamer und bequemer und mit Knabberzeugs und Limo dazu.

NACHSATZ: Wer die ethische Lektion der Vorstadtkrokodile 2 lernt und beherzigt, erfüllt alle Voraussetzungen, A Serious Man zu werden, sollte dann allerdings tunlichst vermeiden, ins Blickfeld der Gebrüder Ethan und Joel Coen zu geraten, deren Film heute ebenfalls anläuft.

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