Archiv für Juli 2009

Sieht wirklich nach einem tollen Film aus, District 9, produziert von Peter Jackson. Basierend auf dem Kurzfilm Alive in Joburg. Hier der komplette Kurzfilm, im Anschluss die Teaser und Trailer zu District 9. Und die Webseite ist auch schon online.

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Tolles Interview in der Late Show mit David Letterman:

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Über Twitter bin ich auf diesen Artikel (PDF) in einem Wirtschaftsmagazin gestoßen. Im Text wird erklärt, wie Unternehmen ihre Umsätze bzw. Kundenzahlen steigern können, indem sie “marketingorientierte Pressearbeit” betreiben, die “viel zu selten” als “Vermarktungshilfe” genutzt wird. Die Motivation:

“(…) denn schließlich sind Presse, Hörfunk, TV und Internet im Grunde genommen ziemlich wirksame Transporteure neuer Ideen und Botschaften, benötigen handfeste und aktuelle News auch aus der Wirtschaft.

Unternehmen, die das berücksichtigen,

können mit vergleichsweise geringen Kosten erhebliche Nachfrageeffekte provozieren“.

In Folge werden die Spielregeln erklärt: Plumpe Werbung gehört über die Werbeabteilung ins Blatt, und das sogenannte Kommunikationsmarketing (KM) geht weit über die PR-Verlautbarungen hinaus. Des weiteren:

Gefragt sind vielmehr Beiträge als Träger der eigentlichen Botschaften, die journalistisch verfasst sind, den
Duktus des jeweiligen Blattes (Tageszeitung, Publikumsmagazin, Fachzeitschrift) berücksichtigen, darüber hinaus kurz sind und mit verständlicher Benennung selbst komplizierte technische Sachverhalte auf den Punkt bringen.

Man beachte: Die Texte sollten “journalistisch verfasst” sein. Dort steht jedoch nicht “von Journalisten verfasst“.

Ich finde es ziemlich bedauerlich, mit welcher Energie hier der Auftrag des Journalismus offen unterminiert wird, um Marketing zu betreiben. Nicht der Hauch eines schlechten Gewissens findet sich in dem Artikel, der offen propagiert, wie die Presse (inkl. der Notlagen der ganzen Branche) und damit das Vertrauen der Leser für den eigenen Gewinn ausgeschlachtet zu werden hat. Natürlich ist ganz offiziell hier nur die Rede davon, dass man immerhin nur versucht,

diese Medien auch dann von den Inhalten der entsprechenden News zu begeistern, die Meldung also auch zu platzieren“.

Doch für besonders helle scheinen die Journalisten ja ohnehin nicht gehalten zu werden:

Ein neues Produkt oder Verfahren wird in aller Regel nur dann medial transportiert, wenn der zuständige Redakteur eine sofort erfassbare, nach Umfang, Gliederung, Stil und Sprache den Bedürfnissen des Mediums aufbereitete Vorlage erhält.

Dem Redakteur wird also offenbar nichtmal zugetraut, eine sofort erfassbare Pressemeldung über ein neues Produkt oder Verfahren ohne fremde Hilfe in Umfang, Gliederung, Stil und Sprache seines Mediums umzusetzen. Nein, er soll ganz offenbar nur noch abschreiben, möglichst nichts nachkontrollieren und schon gar keine blöden Fragen stellen.

Jaja, Atomkraftwerke sind sicher, und Schweine können fliegen.

Passend dazu dieser empfehlenswerte Artikel.

Alle Zitate aus dem genannten Text.

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Ich kann es kaum fassen! Hollywood, die Superschmiede der größten und wohl auch besten Kinofilme aller Zeiten, gehen offensichtlich die Ideen aus. Das deuten Pläne wie die Verfilmung des wirklich prallen Computerspiel Asteroids, oder die Wahnsinnsidee, Ridley Scott Monopoly verfilmen zu lassen, an. Will ich in so einer Welt leben? Ganz fantastisch auch der Plan, Schiffe versenken auf die große Leinwand zu bringen. Ich kann mir schon richtig vorstellen, wie Sean Connery oder eine andere Schauspielgröße als grimmiger Kriegsschiff-Käpt’n ins Mikro raunt: “A Sieben, Jungs, A Sieben. Ich bin diesmal ganz sicher. Und Feuer!” Und dass Gore Verbinski ernsthaft mit einer Verfilmung von Cluedo zu tun haben will, geht mir irgendwie auch nicht in den Kopf.

Die ganzen Brettspielverfilmungen entspringen natürlich dem finanziellen Erfolg von Transformers und dessen Fortsetzung, denn plötzlich kam wohl wieder so ein Banker auf die tolle Idee, dass man noch mehr vom Spielwarenhersteller Hasbro verfilmen könnte. Schlau. Wäre ich nicht drauf gekommen. Bei dem Erfolg von Pirates of the Caribbean, der ja nach dem gleichnamigen Disneyland-Ride ins Leben gerufen wurde, sind ja auch die Verfilmungen des Teetassenkarussells oder von It’s a small world logisch nachvollziehbarerweise nicht weniger als ungeschliffene Filmdiamanten.

Und natürlich ist auch mir klar, dass die Handlung des fertigen Films mit dem Brettspiel kaum noch etwas zu tun haben wird. Doch dann kann man so einen Film auch drehen, ohne vorher groß anzukündigen, dass er auf einem Brettspiel oder einem alten Computerspiel basiert, und ohne dem Hersteller des Brettspiels einen Credit zu geben. Tja.*

Die Lösung für die sich ankündigende Kinoflaute könnte übrigens ausgerechnet aus Deutschland kommen: Der Filmförderung geht es nicht besonders gut, und da könnte es ja glatt passieren, dass man plötzlich Filme drehen muss, die am Markt funktionieren und die nicht nur die persönlichen Pet Projects des jeweiligen Filmemachers sind, die dann doch wieder keiner sehen will.

Man sieht schon, ich bin kein großer Freund der Filmförderung. Das ist schnell erklärt: Ich bin für Kunst- und Kulturförderung, nicht aber für Marktförderung. Wenn ein Film fürs Publikum, also für einen Kinostart, gedreht wird, dann sollte nicht der Steuerzahler das finanzielle Erfolgsrisiko tragen. Wird ein Film für eine künstlerische Verwendung gedreht, beispielsweise als Installation, oder zu Bildungszwecken, wie zum Beispiel eine Dokumentation über aussterbende Dialekte, dann ist eine Förderung völlig okay mit mir. Von mir aus auch für Erstlingswerke mit oder ohne Filmhochschulstudium, ich will ja gar nicht so ein Bankertyp sein.

Dass aber etablierte Größen wie Doris Dörrie sich noch fördern lassen (müssen, können, wollen, trauen) und Multimillionenprojekte wie so ziemlich alles von Bully Herbig (z.B. Wickie) auch noch eine Anschubfinanzierung brauchen, sehe ich nicht wirklich ein. Diese Leute haben gezeigt, dass sie es können, nun aber ab auf den harten Markt mit ihnen. Wie bei den Großen eben, in Hollywood.

Siehe das Fundament der Karriere von Kevin Smith. So ein Finanzierungsmodell würde sich hier wieder keiner trauen. Also, meiner Meinung nach muss die Filmförderung von Grund auf neu gestaltet und konzipiert werden. Sonst könnte ich mir ja den Blog hier fördern lassen und vielleicht auch noch meine Arbeit als Filmjournalist?

*Siehe auch!

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Filmkritik allein aufgrund von Vorurteilen, verpackt als peppiger Trailer-Neuschnitt in 70er-Jahre-Ästhetik? Müsst Ihr sehen!

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Danke an AF. Außerdem: Blog ist möglicherweise manchmal down, Admin rotiert gerade im überlasteten Rechenzentrum. Und: Ja, es soll hier auch wieder gebloggt werden. Echt jetzt.

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