Archiv für Mai 2009

Als ich erfahren habe, dass Robert Downey Jr. den einzigartigen Sherlock Holmes in einer aktuellen Verfilmung verkörpern wird, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, danach zu fragen, welche der vielen hervorragenden Geschichten mit dem Detektiv denn nun verfilmt würde. Die Antwort ist verblüffend einfach: Gar keine. Man hat einfach eine neue geschrieben.

Hier erstmal der Trailer:


Sherlock Holmes

Nun, wahre Holmes-Liebhaber sind ja geradezu gezwungen, sich über eine derartige Verfehlung zu empören! Als ob irgendein heutiger Autor auch nur annährend eine authentische Holmes-Geschichte zu Papier bringen könnte! Keine Chance! Und wie man ja im Trailer schon sieht, geht es mal wieder ganz Hollywoodlike mit ordentlich Wumms zur Sache, die halbe Welt ist ein Gefahr (einzelne Leben zählen wohl nichts mehr), und Holmes beeilt sich. Beeilt sich! Wie kann denn das passieren? Das passt so überhaupt nicht zu dem kühlen Denker. In einer der Geschichten zum Beispiel erhalten Holmes und Watson einen Hilferuf per Telegramm: Eine Frau auf dem Land ist sicher, bald ermordet zu werden. Da an diesem Abend kein Zug mehr aufs Land geht, gehen Holmes und Watson stattdessen ins Theater. Am nächsten Tag ist die Frau tot – ganz normal, es ging halt nicht schneller. Das ist Serlock Holmes! Der beeilt sich nicht, und rennt schon gleich dreimal nicht! Auch wenn Hollywood das gern so hätte. Also bin ich nun leider skeptisch, was diesen neuen Film angeht. Schade, hätte nicht so sein müssen.

PS: Außerdem bin ich vom Kongress zurück, wie man unschwer erkennen kann. Es war sehr arbeitsintensiv, hat aber auch eine Menge Spaß gemacht. Derzeit kämpfe ich mich gerade durch die Abrechnung, gar nicht so einfach, aus fast zwei Wochen alten ungarischen Kassenzetteln herauszulesen, was man eigentlich wo gekauft hatte…

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Wie man an den letzten Blogeinträgen schon erkennen konnte, bin ich gerade schwer beschäftigt und komme kaum zu den ganzen weitgehend optionalen Web2.0-Tätigkeiten. Nun kommt es noch dicker. Doch von vorn:

Ein Bekannter der Familie brauchte Hilfe bei der Organisation eines Kongresses. Da bin ich, zusammen mit anderen, im Dezember eingesprungen und habe seither nebenher ausgeholfen. Mit dem Nahen des Kongresses stieg auch der Arbeitsaufwand (geradezu exponentiell), und so war auch ich nur noch selten im Kino zu sehen in den letzten Wochen.

Nun geht’s los mit dem Kongress und ich bin für 10 Tage weg. Wenn ich darf, werde ich twittern. Wenn ich zurück bin, gönne ich mir noch ein paar Tage Auszeit, denn ich bekomme Besuch von einer alten Brieffreundin aus L.A. und werde ihr natürlich Bayern zeigen (nach Neuschwanstein wollen sie alle irgendwie…), und dann geht’s wieder los. Hier, und bei (Firmenname in Umfirmierung). Hmm, nicht zuviel verraten! Aber wenigstens habe ich noch ein paar neue Zitate für die Kopfzeile zusammengetragen. Also, bis die Tage!

PS: Sollte einer der anderen Autoren hier was bloggen, soll’s mir nur recht sein. :-)

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Dies großartige Sammlung von 50 zeitlosen Kinomonologen kann ich nur empfehlen. Das ist Drehbuchschreiben, meine Fresse!

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Es liegen zwar nur 32 Jahre zwischen diesen Filmen, aber hey: Da ist was dran! Den Rest des Eintrages lesen »

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Ich konnte es kaum fassen, dass so … ahem … geniale Filme auch heute noch tatsächlich produziert werden. Hier ein Trailer zum Film des Sommers, ganz klar:
Den Rest des Eintrages lesen »

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Heute geht ja Cannes los, und ich bin schon wieder nicht dabei. Allen, die hingefahren sind, viel Spaß! Alle, die hiergeblieben sind, können sich mit Twitter und div. Blogs über Wasser halten. Ich die Tweets von kino-zeit.de mit.

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Der neue Star Trek ist ein schöner Film, er hat unheimlich Spaß gemacht. Nach der Pressevorführung habe ich sowohl der Pressebetreuung, als auch dem jungen Mädel, das meinen Kommentar (samt Foto) für ihre Webseite (Onlineversion einer Zeitung, hab’s vergessen) eingefangen hat, gesagt, dass mir jedoch “die Physik nicht gefallen hat”. Näher wollte das keiner hören, und ich wollte mich nicht unbeliebt machen mit negativen Eindrücken.

Aber wer ein paar Stunden Physik in der Schule genossen hat, der weiß einige Kleinigkeiten, die in solchen Filmen üblicherweise missachtet werden. Und das ärgert mich, denn die Beachtung solcher Gegebenheiten ermöglicht mindestens so geniale Effekte wie die Missachtung. Wer erinnert sich nicht an die bedrückende Stille in den Außenszenen von 2001 – Odyssee im Weltraum, in denen physikalisch korrekt kein Ton zu hören war außer dem Atmen von Dave? Wer schlägt sich nicht vor den Kopf, wenn Explosionen im All neuerdings ringförmige Druckwellen abgeben statt kugelförmige? Was ist an der Realität so häßlich, dass man nicht einfach sie verfilmen könnte?

Nun habe ich einen Blogpost des Physikers Phil Plait gefunden, in dem er mal die naturwissenschaftliche Seite von Star Trek kompetent beleuchtet – vom Beamen und ähnlichen mal abgesehen. Ganz ehrlich, der Mann spricht mir aus der Seele. Warum haben die das nicht gleich so inszeniert? Geräusche im All, das hätte man ja noch unter künstlerischer Freiheit laufen lassen können, aber die anderen Hämmer… Nein, da wäre mir Realitätsnähe lieber gewesen. Die Realität ist faszinierend genug, da braucht es kein “Aufpeppen” durch nicht genug gebildete Filmemacher.

Hier lang. Doch Vorsicht: Massive Spoiler. Also erst Film gucken.

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Wer sich so auf Brüno freut wie ich, dürfte seine Webseite auf MeinSpace zu würdigen wissen. Dort gibt es ein mega-hippes Musikvideo, offenbar ein Wahnsinnshit im Brüno-Universum, dem alternativen Österreich: “in oder aus”. Während die Musik hämmert, werden deutschsprachige Worte, die für Englisch-Muttersprachler “typisch deutsch” klingen müssen, eingeblendet: Sauerstoff, Gästeliste, zeitnah. Wünschen, würde, mutig. Die Mucke ist ein typischer Techno-Pamp, aber safe for work – sofern Musik safe for work ist.

Auch ist Brüno gut vernetzt im Web2.0 unterwegs, bei tvitter und Facebuch (naja, dort noch nicht), aber schön, dass wir nun schonmal wissen, dass er sich sein “arschenhaller bleached” hat und welches Wiener Fitness-Studio er bevorzugt (es ist das “Fikken 2000″). Gutes Marketing, finde ich, aber keinesfal viral.

Allerdings wurde auf der MeinSpace-Seite das Videomaterial zum Film gelöscht, weswegen es jetzt von YouTube kommt. Oder besser DuTube?

YouTube Preview Image

Natürlich ist Brüno nicht erst gestern entstanden, etliche frühere Auftritte des nicht unmutigen Sacha Baron Cohen sind ja weithin bekannt.

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Zwei kleine News schnell, dann ab in den Muttertag:

Dracula kann man nun als RSS-Feed lesen, und zwar genau in dem Rhythmus, in dem die Briefe und Tagebucheinträge, aus denen das Buch besteht, datiert sind. Die Geschichte startete an einem dritten Mai, also ist dies der ideale Zeitpunkt, anzufangen. Dracula online, via.

Kein Kommentar: Journalisten sollen sich nun online um Aufträge kloppen. Ist das nun modern oder nur eBay? (Die Bieter für Aufträge sollen sich angeblich nicht für Aufträge unterbieten müssen, ich weiß.)

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Gerade in einer Werbepause gesehen: ProSieben hat eine neue Show, in der sich mal wieder irgendwelche Zivilisten zum Affen machen (was mich ja schonmal gleich gar nicht interessiert). Diese Show heißt “Mascerade”, dann kommt wieder so ein typisch deutscher pseudopfiffiger Untertitel mit Bindestrich, den ich schon wieder vergessen habe.

2009-05-08-mascerade-auf-prosiebenDer Sprecher im Trailer bewarb Mascerade im englischen Tonfall, Anglizismen sind ja so supermodern. Doch wieso wird die Sendung dann mit c geschrieben? Auf englisch heißt die deutsche “Maskerade” ja “Masquerade“, mit qu also. Laut Duden gibt es noch die spanische mascarada und die französische mascarade sowie noch die italienische mascarata – doch mit e hinter dem c gibt es nichts. Nur die Sendung von ProSieben.

Was soll das? Echte Vorteile außer dem Wortmarkenschutz kann ich für diese Eigenkreation nicht erkennen, und der größte Nachteil liegt klar auf der Hand: Galoppierende Volksverdummung. Unser Sprachraum ist schon voll genug von falsch verstandenen Redensarten (“Mund-zu-Mund-Propaganda“, “Gratwanderung am Rande der Legalität“), nicht verstandenen Bedeutungen (hermetisch abgeriegelter Tatort), Neologismen (unkaputtbar) und nicht erst seit eben kommen auch noch falsche (oft laienhafte) Übersetzungen und Denglisch-Katastrophen dazu. Ein hervorragendes Beispiel ist zum Beispiel der Titel der Komödie The Ref, der hierzulande als No Panic – Gute Geiseln sind selten in die Kinos kam.

Mal abgesehen davon, dass der “deutsche” Titel sowieso mal wieder stinkt, ist “No Panic” für sich alleine stehend jedoch völlig falsches Englisch für “Keine Panik”. Das heißt nämlich “Don’t panic”, eine indirekte Ansprache gibt es in diesem Fall im Englischen nicht.

Wo soll das hinführen? Wenn so ein falsches Englisch gewollt ist, wieso? Und wenn nicht, wie kann es dann passieren, dass eine Show-Idee vom ersten Hirnfurz bis zur Ausstrahlung an hunderten von fähigen Medienmachern vorbeikommt, durch zig Besprechungen und Meetings gezerrt wird, über sprichwörtlich tausende von Schreibtischen geht, vom Vorstand abgenickt wird – und keiner kann richtig Englisch? Sind denn nicht mal wenigstens irgendeinem Praktikanten die Kringel unter dem Wort aufgefallen, die Word, Outlook oder sämtliche andere Softwares machen, wenn sie ein Wort nicht kennen? Wie unendlich peinlich ist das denn schon wieder?

Eines sollte ich noch klarstellen: Ich habe nichts gegen Fremdworte und Eindeutschungen. Ich sitze am Computer und recherchiere im Internet, wo ich meinen Fotoapparat endlich recyceln kann. Auch habe ich kein Problem mit Sprachgags wie Los Wochos. Auch die Verwendung von fremdsprachigen Titeln in den Medien stört mich nicht, nein, ich bevorzuge sogar die exotischen Ausdrücke und Originaltitel, von Tutti Frutti bis Star Trek. Doch was mich ärgert, sind Verfälschungen wie diese und hunderte andere, die keinen neuen Sinn ergeben.

Ich hoffe wirklich, dass sich mal jemand von den Verantwortlichen hier äußert, wieso die Sendung absichtlich falsch benannt wurde. Und ich will einen richtig guten Grund hören, den auch Konrad Duden akzeptieren würde. Und dass mir keiner behauptet, die Zielgruppe der Sendung hätte das q (bzw. das qu) nicht kapiert.

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