Archiv für November 2008

So ein einfaches Konzept, so ein Spaß! Aber seid gewarnt: Es gibt Spoiler!

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(Danke, SG)

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Nachdem ich im April schon auf unerhörte Weise vom Büro für Existenzgründung angehauen wurde, ob ich nicht ein paar Versicherungen bräuchte, trauen sich die doch glatt, mir nochmal was zu schicken. Diesmal sogar als Brief, und nicht als Mail.

Doch diesmal werde ich nicht nur bloggen und ein bißchen rumerzählen, sondern auch einen bösen Brief schreiben. Auch wenn das BfE offenbar keine rein bzw. mehrheitliche staatliche Einrichtung ist, sollte gerade dort, wo oftmals junge, zittrige Menschen, die den Sprung in die Selbständigkeit wagen (möglicherweise als Alternative zur Sozialhilfe), nicht unbedingt die Kontaktdatenbanken für solch undurchsichtige Provisions-Deals geplündert werden. Abgesehen davon, dass das rechtlich vielleicht möglich sein mag, macht es moralisch und schon allein vom guten Ton her jedoch überhaupt keinen Sinn. Noch schlimmer: Solche Versicherungsvertretermethoden lassen die Kompetenz des Ladens eher ziemlich alt aussehen.

Mir hat das BfE abgesehen von einem informativen Seminar (das ja einer aus der Wirtschaft gehalten hat) nach der Eröffnung von (Firmenname in Umfirmierung) kein Stück unter die Arme gegriffen (siehe der andere Bericht), und die Korrespondenz beschränkt sich 2008 auf das Zusenden von nichts anderes als ebendiesem Versicherungskram. Zu deutsch: 100% Spam. Diesmal bin ich nicht mehr gutmütig.

Danke vielmals, BfE, ich kann Euch nur wärmstens weiterempfehlen. Und der Cartoon passt immer noch.

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Liebe Besucher von Filmjournalisten.de,

ich darf mich freuen, Euch auf den diesjährigen Adventskalender der Macwelt hinzuweisen. Dort kann man feine Preise gewinnen, aber auch interessante Artikel lesen. Das Thema: Macs in Hollywood. Der Autor: Meine Wenigkeit. Hier der Einstiegsartikel, am Montag, den 1.12. geht’s dann richtig los.

Auch hier werden keine Tipps gegeben werden. Nicht jede Frage ist einfach, aber alle sind zu schaffen. Denke ich. Viel Spaß!

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Kollege Wortvogel weist auf eine Bild & Lidl-Kampagne hin, die uns Bürger in dreitausendfacher Ausführung ab 4. Dezember vor keiner Pein mehr schonen wird. Ich find’s unglaublich. Mal sollte sich ein Stirnband oder sowas machen, auf dem steht, dass man nicht online gestellt werden will.

PS: Die Kooperation passt ja wie die Faust auf’s Auge. Den Leuten, die sie ins Leben gerufen haben, sollte man mit so einer Kamera aufs Klo folgen und immer feste druff halten unter der Tür durchfilmen oder oben über die Wand. Frechheit, bodenlose.

PPS: In Frankreich würden sie die Lidl-Filialen überfallen und alle Kameras aus Versehen fallen lassen. Sind ja versichert.

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Wer sich als Journalist zu einer Veranstaltung akkreditiert, geht normalerweise eine Art unausgesprochene Abmachung ein: Der Veranstalter läßt den Journalisten ein, dieser wiederum berichtet darüber. Natürlich steht dem Journalisten frei, positiv, neutral oder negativ zu berichten.

Manchmal fallen sogenannte Akkreditierungsgebühren an, also Kosten, die auch der Journalist für sein “Ticket” zu bezahlen hat. Das ist üblicherweise eher selten der Fall, denn der Veranstalter will ja was vom Journalisten (nämlich Publicity). Da kommt eine Art Eintrittsgebühr nicht so gut.

Manche Veranstaltungen sind so groß geworden (nicht zuletzt dank der Pressearbeit vieler fleißiger Journalistenhände in vielen nächtlichen Stunden), dass sie nun von alleine laufen und nur noch “erhaltende” Publicity brauchen.

Nun hat die Berlinale mal eben unter anderem die Akkreditierungsgebühren für Journalisten von 40 auf 60 Euro angehoben. Das ist ein Plus von 50%, was zum Beispiel bei einem Mietvertrag schonmal gar nicht möglich wäre.

Nicht, dass 60 statt 40 Euro nicht auch noch irgendwie zu berappen wären, es geht hierbei um etwas völlig anderes: Die Journalisten kommen zum Festival, um dort zu arbeiten. Wer bitte ist sonst noch blöd genug, Eintritt für den eigenen Arbeitsplatz zu bezahlen? Gerade im Filmjournalismus wird die Arbeit des Journalisten gerne mit Spaß verwechselt, den ein Kinobesuch ja auch privat machen kann. Es ist fast so, als wäre Arbeit über den Spaß definiert: Je mehr Spaß man an etwas hat, desto weniger ist es als Arbeit anzusehen.

Die bisherigen Akkreditierungskosten waren ja noch irgendwo verständlich: Auch der Journalist vor Ort verursacht Kosten, das Pressezentrum bezahlt sich nicht von selbst, und die technische Ausstattung für Datenkommunikation installiert sich auch nicht von selber. Auch wenn das im Grunde nicht wirklich die Sorge des Journalisten ist, nimmt dieser zähneknirschend die Akkreditierungsgebühr in Kauf, zumindest die von 40 Euro.

Bei “mehr als 4000 Medienvertretern” aus aller Welt nimmt das Festival also bei einer Akkreditierungsgebühr von 40 Euro bereits rund 160.000 Euro ein, und bei 60 Euro werden es im kommenden Jahr 240.000 Euro sein. Für knapp eine Viertelmillion Euro kann man eine Menge Hostessen für die 10 Tage des Festivals buchen und ein paar WLAN-Router sind sicher auch noch drin.

Nun hat sich der VdFk zu Recht über das Thema aufgeregt und diesen offenen Brief verfasst:

VdFk fordert Rücknahme der hohen Presse-Akkreditierungsgebühr

Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) fordert die Berlinale auf, die massiven Erhöhungen ihrer Akkreditierungsgebühren zurückzunehmen. Journalisten sollen in künftig 50 Prozent mehr bezahlen (60 statt 40 Euro). Diese Anhebung ist weder in ihrem Ausmaß, noch in ihrer Substanz nachzuvollziehen.

Die Berlinale erklärt die Erhöhung mit gestiegenen Kosten für Sonderleistungen für ihre Besucher, u.a. die Einrichtung des Schreibraums, Server-Kapazitäten fürs Herunterladen, Vorhalten einer WLAN-Verbindung. Der VdFk bezweifelt, dass dies eine Erhöhung rechtfertigt. Eine wachsende Anzahl von Journalisten nimmt diese Dienste gar nicht mehr in Anspruch, da sie mit ihrer eigenen Ausrüstung nach Berlin kommen; die WLAN-Verbindung war zudem immer separat kostenpflichtig. Das gleiche gilt für zentrale Arbeitsmaterialien wie den Katalog, der bei anderen Festivals, die Gebühren erheben, gratis erhältlich ist.

Es drängt sich somit der Verdacht auf,  dass das Festival auf Kosten der Berichterstatter sein Budget entlasten will, das durch immer neue Seitenveranstaltungen aufgebläht wird. Vor allem freie Kollegen werden in diesen Tagen durch die Sparmaßnahmen der Medien mit drastisch sinkenden Einnahmen bei kontinuierlich ansteigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert. Als Konsequenz werden immer mehr Kritiker Berlin fernbleiben. Das kann nicht die Absicht der Filmfestspiele sein.

Der Vorstand

Eine Anmerkung noch: Ich bin wahrlich nicht so ein Schmarotzer, der sich mit Hilfe des Presseausweises wichtig macht und überall kostenlos Einlass finden und sich am Buffet durchfressen wil. Solche Leute gibt es, am ehesten dort, wo es einfach ist, an einen Presseausweis zu kommen. Aber die sind keine Journalisten, sondern Opportunisten, zumindest, wenn sie nicht berichten.

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Die Infomail einer PR-Agentur brachte mich auf das neue Videoportal 3min.

Ruft man die Seite auf, läuft als erstes ein Video. Ich mag diese mich anspringenden Inhalte nicht besonders, aber bei 3min gehört das zum Konzept: Wie im Fernsehen gibt es ein laufendes Programm, das auch unter dem Video in einer Zeitleiste angezeigt wird. Witzig: Die vergangenen Inhalte kann man per Klick aufrufen, die kommenden jedoch noch nicht. So ist für jede “Sendung” eine Premiere bzw. ein Sendezeitpunkt möglich, wie im TV.

Tatsächlich sieht sich 3min als “Videoportal für Webserien und professionelle Clips”, und im dortigen Blog wird näheres erklärt:

“Was 3min besonders macht: Qualität statt Quantität. Im Gegensatz zu anderen Videoportalen verzichtet 3min auf ungefilterten User Generated Content und bietet euch eine Auswahl der besten Webserien aus den unterschiedlichsten Kategorien. Alle Inhalte auf 3min sind professionell produziert und hoch auflösend verfügbar – knackig präsentiert in dreiminütigen Folgen.”

Das Portal ist also tatsächlich eine Art Fernsehsender, aber eben (im Gegensatz zu allen bestehenden Sendern) einer, bei dem man alle jemals ausgestrahlten Sendungen nachträglich ansehen kann. Das halte ich für eine wirklich geniale Angelegenheit. Man stelle sich vor, ich könnte das bei ARD oder ZDF! Bis in die Siebziger!

Noch ein Portal mit User Generated Video Content braucht es nicht wirklich, aber einen kompetenten Ansprechpartner für das Vermarkten seiner eigenen kleinen Videoproduktion schon eher. Ich denke, dass 3min da genau in die Lücke zwischen YouTube/kostenlos und TV-Sender/hochpreisig gezielt hat.

Wenn ich also anfangen sollte, eine 3-Minuten-Sendung für den deutschen Markt zu produzieren (was weiß ich, vielleicht Filmkritiken in der Länge, aber wer will schon mich als Sprecher sehen?), dann kann ich mal bei 3min anklopfen, was so rüberkommen könnte für mich und ob die mich nehmen würden.

Nach der “Ausstrahlung” fällt das Material dann in meinen Channel, und den kann man sich bookmarken sollte man sich bookmarken können, wenn man nicht unbedingt live ganz vorn dabei sein muss.

Ganz so zu meiner Zufriedenheit funktioniert das mit den Bookmarks noch nicht, so finde ich zum Beispiel keine eindeutige URL, die mir die Folgen der sympathisch klingende Serie Moabit Vice auflistet. So komme ich über “Fiction” zwar bequem zur Folge Sieben, aber wenn ich von Anfang an schauen will, muss ich mich erst über die Related-Suche zur Folge Eins durcklicken. Zum Vergleich: Die Chad Vader-Serie bei YouTube gibts über den Channel von Blame Society Films, die auch andere Serien produzieren, aber auch über eine eigene Playlist. Nachdem dies bei YouTube ein wenig hingeschustert aussieht, könnte ich mir vorstellen, dass das bei neuen Portalen mit schöneren URLs gemacht werden könnte. Naja, ist ja nur so eine Idee.

Ich denke, dass eine Ähnlichkeit in der Bedienbarkeit von den Nutzern eher als praktisch denn als “Abkupfern” betrachtet werden dürfte. Aber alles in allem denke ich, dass 3min auf dem richtigen Weg ist. Hoffentlich entpuppt sich das 3-Minuten-Maximum nicht irgendwann als Problem. Aber noch ist ja Betaphase. Und MovieMaze hat auch schon seinen eigenen Channel.

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Am morgigen Sonntag um 2 Uhr früh (also in rund 8 Stunden) wird es den YouTube L!ve-Event geben, der über YouTube live gestreamt werden wird. Auf der Webseite des Events sind die “Confirmed Artists” angegeben, die sich für den Event, der rein physikalisch wohl in San Francisco stattfinden wird, angemeldet haben. Unter ihnen befindet sich auch will it blend, also Tom Dickinson, der Typ, der alle möglichen Dinge schreddert. Ich finde wirklich künstlerische Performances (zum Beispiel Blame Society Films mit Chad Vader) hier wesentlich angebrachter. Aber es könnte kultig werden, es klingt wie so eine Art Konzert mit Kabarettauftritten dazwischen. Viel Spaß!

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Wer auf der Filmhochschule studiert, dreht als erstes eine Kameraübung. Während man vor einer Dekade noch ein paar Dosen Schwarzweißmaterial und eine 16mm-Kamera gestellt bekommen hat, dürfte der heutige Filmstudent bereits von Haus aus digital genug ausgestattet sein (Ambition vorausgesetzt), um Filme wie diesen hier zuhause drehen zu können. Denn das wichtigste Merkmal eines Übungsfilms lautet (zumindest bei der HFF München): Keinerlei Dialog.

In untenstehendem Beispiel aus der Serie Minuscule gibt es auch keinen Dialog, aber dafür eine Menge Messages. Das Thema (militärische) Hierarchie wird auf sehr amüsante Weise angesprochen. Wäre dies eine Kameraübung, hätte der Student bei mir sicherlich bestanden. Auf einer Filmschule wohl nicht, weil er ja nicht wirklich mit der Kamera geübt hat. Korinthenkacker. (via)

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Noch Fragen? Danke, Titanic!

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Die Welt geht einen weiteren Schritt in Richtung Vernunft, nachdem das amerikanische LIFE Magazine nun sein gesamtes Fotoarchiv der Vergangenheit sukzessive online und ohne Beschränkung erreichbar macht – und das natürlich kostenlos. Derzeit stehen bereits etwa 20% der geschätzten 10 Millionen, größtenteils unveröffentlichten Motive online.

So findet sich zum Beispiel kein Foto von Barack Obama, wohl aber eine Menge zur Prominenz der Vergangenheit, von Nixon bis Hitler, Einstein bis Newton. Jede Suche führt zu einer normalen Google-Bildersuche mit dem einschränkenden Suchparameter “source:life”, weswegen sich der findige Googler sich die Life-Suchseite nicht bookmarken muss. Die Bilder liegen üblicherweise in einer Größe von 1280 Pixel in der längeren Seite vor, lassen sich aber leider nicht bequem auf anderen Webseiten einbetten.

Natürlich läßt sich auch mit Schlagworten wie Robot oder Nuclear suchen, was bisweilen zu lustigen Entdeckungen führt. Zum Beispiel ein Reaktor, der dem Atom-Ei in Garching sehr ähnlich sieht, oder diese Maschine zur Wartung von Atomraketen. Ich könnte ewig klicken!

Die Bilder sind meist nicht nachbearbeitet, das heißt, dass zum Beispiel ältere Fotos bereits halb verblichen sind. Schweinkram gibt es nicht, und eindeutige Begriffe zum Dritten Reich oder Vietnam empfehlen sich nicht als Suchbegriff, aßer man sucht Zeugnisse der menschlichen Vergangenheit.

Anderweitig weit verbreitete emotionale oder faktische Suchbegriffe wie “Mountain” oder “Love” führen ebenfalls zu keinem Ergebnis. Aber wen interessiert das schon, wenn man Arnold neben einer (Film-)Atombombe posierend finden kann oder Steve Jobs mit kultiger Digitaluhr? (via)

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