Archiv für März 2008
Wir hören ja oft vom Kinosterben und dem großen Leiden der Branche. Ich hab vor einer Weile vorgeschlagen, Bequemsofas im Kino aufzustellen, Service am Platz anzubieten sowie eine Art von Vitrinen-Kabinen einzurichten, durch deren Glasscheibe der Film im Saal geguckt werden kann – aber in der man ungestört reden (oder rauchen) kann, wenn einem danach ist. Man könnte für mehr Luxus auch mehr Geld verlangen, argumentierte ich, es ändert sich ja nur die Zielgruppe. Wie immer wurde ich belächelt – und nun das.
Na also, geht doch!
6 Kommentare »
Die Deutsche Filmakademie hat die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2008 bekanntgegeben. Laut der Veröffentlichung (PDF) sind die fünf Nominierten für den besten Film:
- Am Ende kommen Touristen (Drama, D 2007, ab 16.8.2007)
- Auf der anderen Seite (Drama, D 2007, ab 27.9.2007)
- Kirschblüten (Drama, D 2007, ab 6.3.2008)
- Shoppen (Komödie, D 2006, ab 3.5.2007)
- Die Welle (Drama, D 2008, ab 13.3.2008)
- Yella (Drama, D 2007, ab 13.9.2007)
Den Rest des Eintrages lesen »
Keine Kommentare »
Meine Freundin hat mich zu einem Überraschungsabend eingeladen. Wochenlang durfte ich nicht nachsehen, was am 27. März abends in München los ist, entsprechend mußte ich mich zurückhalten, wegsehen und weghören. Heute war es soweit. Als wir am Rosenheimer Platz ausgestiegen sind, fiel es mir natürlich wie Schuppen von den Augen: Ein Freund von mir war gestern in der anderen Vorstellung dieses Events gewesen, doch nie hätte ich mir träumen lassen, daß ich heute dran sei.
Was ich neulich noch auf der E.T.-Special Edition-DVD als Extra gesehen und als ziemlich einmalige Sache eingeschätzt hatte, wurde gestern und heute in München Realität: Ein Spielfilm mit Livemusik, Der Herr der Ringe – Die Gefährten, im Original (mit UT). Und das richtig professionell. Denn praktisch jede Szene im Film war mit Musik unterlegt, und diese mußte natürlich exakt auf die Sekunde genau beginnen, ihre “Keyframes” erreichen und dann natürlich rechtzeitig fertigwerden. Keine einfache Sache.
Der Dirigent hatte einen eigenes Display, auf dem der Film gezeigt wurde (Orchester und Chor blickten dahingegen ins Publikum, wie in den großen Score Recording Stages), und auf dem die “Cues” für den Einsatz, Takt und Ende von Musik zu sehen waren. Der Takt bestand aus einer blinkenden weißen Scheibe mitten im Bild, die Cues wanderten (in rot bzw. grün) von links nach rechts durchs Bild, wie früher die Schnittmarken für rauszunehmende Szenen. Wenn der Cue rechts angekommen war, hatte die Musik anzufangen oder zu enden.
Das einzige, was die Live-Veranstaltung mit sicherlich 150 Akteuren vom Film unterschied, war der Pegel: Die Musik war im Verhältnis zum Film unnatürlich laut. Das ist natürlich kein Wunder, da ja keine Tonmischung vorgenommen werden kann. Und den Film drehen sie natürlich auch nicht übermäßig laut, es geht ja um die Musik. Ein paar kleine Male verspielte sich ein Bläser, oder die Streicher (haha, Streicher) fanden nicht exakt den richtigen Ton für die außerweltliche Stimmung in Lothlórien, was dann kurzzeitig so eine Art ziehendes Jammern gab, aber das ist ja nur menschlich.
Außerdem traf ich noch einen alten Theatergruppenkumpel (und Kollegen aus unserer Branche), dessen Freundin im Chor mitsang. Dritte Reihe von hinten, dritte von rechts. Ich glotzte und guckte, konne sie aber erst nach der Pause (nach Rivendell) eindeutig identifizieren. Und Aragorn war auch da, wie ich in der viel zu kurzen Pause sehen konnte!
Nächstes Jahr wird es den zweiten Teil im Gasteig geben, mein Ticket ist praktisch schon gebucht. Es war ein fantastischer Abend, meine Liebe, vielen, vielen lieben Dank!
Den Rest des Eintrages lesen »
4 Kommentare »
Wow. Schon 1000 Filme hab ich bei (Firmenname in Umfirmierung) eingepflegt, wie ich gerade festgestellt habe. Der 1000. Eintrag ist Glue. Allerdings werden die Filme durchlaufend numeriert, also werden auch alle unvollständigen Einträge aus der offline-Phase nach der ersten Gründung mitgezählt. Im Archiv wird man also keine tausend Filme finden. Dennoch fühlen sich *tausend* echt gut an!
Wenn man alle Recherchearbeit und weitere Verwaltungsätigkeiten zusammenzählt und dann abrundet, so daß ich pro Film mindestens eine Stunde investiere, gibt das für mich ein halbes Jahr Vollzeit-Arbeit einzig und allein zur Datenbankpflege. Und da war ich noch in keiner einzigen Pressevorführung! Doch ohne Fleiß kein Preis, wie ja weithin bekannt ist.
Noch ein Gedanke: Dieser Rechercheaufwand entspricht genau der Zeit, die meine Kunden (und zwar jeder einzelne von ihnen) sich selbst einsparen können, wenn sie (Firmenname in Umfirmierung) benutzen. Selbst bei nur der Hälfte oder gar einem Viertel dieser Zeit (die Kunden müssen ja z.B. keine Verteiler pflegen) sind die 5 Euro im Monat recht attraktiv. So spart ein (Firmenname in Umfirmierung)-Kunde bei, sagen wir 5 Filmstarts die Woche und 30 Minuten Zeitersparnis pro Film bei der Filmrecherche, nach Adam Riese 130 Stunden Arbeit pro Jahr, und hat dafür zusätzliche Kosten in Höhe von € 60,- (inkl. derzeitiger MwSt wären es € 71,40). Man zahlt also für pro gesparter Recherchestunde 46 Cent für die Benutzung von (Firmenname in Umfirmierung), und wenn man seinem Kunden die eingesparte Arbeitszeit trotzdem in Rechnung stellt (ts, ts…), sagen wir, mit unglaublich günstigen 10 Euro Stundenlohn, gewinnt man € 9,54 die Stunde. Macht bei 130 Stunden im Jahr entweder € 1.240,- Überschuß oder etwas über drei Wochen zusätzliche Freizeit. Wenn da fünf Euro im Monat mal kein fairer Preis sind…
1 Kommentar »
Ich weiß, ich stoße in ein Wespennest, wenn ich jetzt wieder einmal öffentlich verkünde, daß ich Apple Computer geil und Windows-PCs kacke finde. Aber so ist es, und es wird viel passieren müssen, bis sich das ändert.
Ich finde, über das Thema Computer läßt sich trefflich streiten. Der Grund ist gaz einfach: Das Thema ist nicht wichtig genug (wie zum Beispiel politische Einstellungen), um Freundschaften zum Scheitern zu bringen, das Thema ist aber auch nicht individuell genug (wie zum Beispiel Vorlieben rund ums Essen und Genießen), um schnell zum Fazit “Geschmäcker sind verschieden” zu gelangen. Daher können Vor- und Nachteile jedweder Computerthematik mit Genuß stundenlang hin- und hergschmissen werden, man kann Zugeständnisse machen und dennoch nicht von seiner Position abrücken, weil es letztlich doch nur auf eine Geschmacksfrage hinausläuft, die den Lauf der Welt nicht weiter beeinflussen wird.
Nun dürfte es für Leute wie mich (Cineasten, die zugleich Macianer sind) ja kaum himmlischeres geben als Filme über Apple, könnte man zumindest meinen. Nun, ganz so einfach ist diese Liebe jedoch nicht, doch freut es mich immer wieder, wenn Filmemacher sich mit der wirklich besonderen Unternehmensgeschichte der Firma um den angebissenen Apfel annehmen. Nach dem wirklich fantastischen Pirates of Silicon Valley (bei Google Video übrigens bequem zu sehen) wird es nun die Dokumentation Welcome to Macintosh geben (offizielle Seite). Premiere ist am 6. April auf dem Wisconsin Film Festival. Ich bin gespannt.
Hier der nur leicht größenwahnsinnige Teaser, unten zwei Trailer. Via Macwelt.
Den Rest des Eintrages lesen »
1 Kommentar »
Jetzt, wo Be Kind Rewind nun auch bald hierzulande im Kino zu sehen sein wird, könnte die Sweding-Mode nun auch zu uns rüberschwappen. Mit zweieinhalb Monaten Verspätung. Aber dafür gibt’s eben schon eine Menge fertiger “Sweded Movies” bei YouTube zu sehen. Und auf eine geswedete Version eines schwermütigen deutschen Dramas bin ich nicht wirklich scharf. Außer, sie ist unfreiwillig komisch, was eigentlich unausweichlich ist. (via BoingBoing)
Hier zum Beispiel Jurassic Park:
Den Rest des Eintrages lesen »
Keine Kommentare »
Geschrieben von: Julian in Allgemein, PR, Web
Soeben habe ich die Meldung bekommen, daß Sony Pictures ab sofort sämtliche Unterlagen für Premieren, Pressekonferenzen und so weiter nur noch per e-Mail verschicken wird. Briefe und Faxe gehören damit zum alten Eisen und werden nicht mehr verwendet.
Sicherlich wird es Stimmen geben, die diese Entscheidung negativ bewerten werden, doch wenn man die Sony-Entscheidung aus einem beruflichen Umfeld betrachtet, ist sie ja durchaus nachvollziehbar: Der gesamte Produktionsweg einer Publikation ist mittlerweile volldigital, sowohl im Print-, als auch im Radio- und TV-Bereich, von der naturgemäß von Haus aus digitalen Onlinepublikation mal ganz zu schweigen. Selbst unser kleines, jüngst eingestelltes Audiomagazin Preview wurde die letzte Zeit seiner Existenz volldigital produziert. Wer tippt bitte schön noch auf einer echten Schreibmaschine? Die Zukunft ist nicht aufzuhalten.
Da kann man natürlich von den publizierenden Journalisten auch erwarten, daß sie sich entsprechend weiterbilden und die neuen Medien annehmen. Der einzige Journalist, den ich mir noch ohne Mailadresse und Internetzugang vorstellen kann, ist Horst Schlämmer. Daher finde ich den Schritt von Sony, ab sofort Akkreditierungsunterlagen nur noch online zu verschicken, absolut richtig.
Keine Kommentare »
Bei rund 99% aller Pressevorführungen werden immer noch Pressehefte ausgelegt, oftmals Ausdrucke der einfacheren Versionen, die man so auf den Presseservern findet. Eine irre Papierverschwendung, wenn man bedenkt, wieviele von uns “schon” auf dem Computer schreiben. Anders verhält es sich mit dem Pressematerial, also mit Bildern, Tönen für Radio und Video fürs Fernsehen. Die Bilder bekommen wir schon lange nicht mehr als Dia zum Selberscannen (das sah übrigens ganz lustig aus, weil dieselben Bilder in den unterschiedlichen Publikationen immer ganz verschieden aussahen), die Töne nicht mehr auf Kassette und nur noch selten auf CD, nur die Videos werden zum großen Teil noch auf Profi-Medien verschickt, und dann auch nicht an jedermann, weil diese Datenträger teuer sind. Ich kenne noch Digibeta, aber heute ist das irgendein anderes Digitalformat, ich meine mal kleinere Kassetten gesehen zu haben. Pressematerialien werden heute, sofern der Journalist sie auch findet, übers Internet geladen.
Egal. Ich finde gedruckte Pressehefte eigentlich unnötig, auch wenn manch einer “lieber auf Papier liest als auf dem Monitor”. Zumindest gilt das für die ausgedruckten PDFs, die schönen, aufwendigen Pressematerialien und Hochglanzsammlerstücke lassen (trotz manch eigenwilliger Übersetzung) die Sammlerherzen unter uns höher schlagen. eBay ist in keinem Fall, weil die Dinger Eigentum des Verleihs bleiben, daher endet das meiste dann doch im Altpapier.
Nun, ich hatte neulich mal halb im Scherz vorgeschlagen, daß die Kollegen doch einfach jeder einen USB-Stick mitbringen sollen (kann auch zum Akkreditieren dienen, wenn man’s konsequent durchziehen würde), auf den dann die Pressematerialien gespielt werden können. Das wurde ein wenig belächelt, und nun gibt es – ta-daa:
Dieses Teil. Eine 20-fach-USB-Kopierstation für Sticks. Coole Wurst.
Gesehen bei und hier zitiert von BoingBoing.
Nun, mittlerweile ist das Internet ja weit genug verbreitet und schnell genug, daß man sich fast überall online mit Material versorgen kann. Außerdem kann man das Material ja auch schon deutlich vor der Pressevorführung brauchen (zumal diese tendenziell ja immer knapper vor Start stattfinden und die Journalisten offenbar nicht selber entscheiden können, wann sie einen Film zu sehen haben), was eine USB-Kopierstation ja eigentlich überflüssig macht. Daher ist diese Station wohl eher nicht für Pressevorführungen geeignet. Aber cool ist das Ding trotzdem, finde ich.
Keine Kommentare »
Geschrieben von: Julian in Allgemein, People
Heute wird William Shatner 77 Jahre alt. Eigentlich wollte ich hier ja nicht jeden Geburtstag begleiten, daher habe ich mich schon gestern auch ziemlich beherrschen müssen, um nicht Gary Oldmans 50sten zu bloggen (jetzt macht er seinem Namen aber alle Ehre, wacka-wacka!), aber Captain Kirk und seine Truppe hat mich in meiner Kindheit schon schwer geprägt. Außerdem macht er jetzt, so finde ich, in seiner Rolle als Anwalt der Bourgeoisie, Denny Crane, bei Boston Legal eine echt gute Figur und ist sich für keinen Gag, der mit seinem Image spielt, zu schade. Auch wenn sich seine Schauspielkünste in engen Grenzen halten mögen: Das ist eine Art von Chuzpe mit einer Schneid, die es nicht oft gibt. Übrigens eine der wenigen guten deutschen Synchronisationen, Boston Legal, so ganz am Rande mal bemerkt. Daher finde ich es auch fair, zu gratulieren.
Also: Happy Birthday, William Shatner, und happy Birthday nachträglich, Gary Oldman! Und jetzt werde ich noch zwei freie Tage genießen, ein paar schöne Fotos machen und in Zukunft nicht jeden Jubilar bloggen (das kann man bequemer haben). Frohe Ostern!
2 Kommentare »
Geschrieben von: Julian in Allgemein, People
Heute feiert Carl Reiner seinen 86. Geburtstag.
Carl Reiner ist ein wahres Multitalent: Von seinen schauspielerischen Fähigkeiten konnte sich jeder überzeugen, der ihn als Saul Bloom in Ocean’s Eleven oder den beiden Fortsetzungen gesehen hat. Doch Mr. Reiner steht bereits seit den 40ern vor der Kamera, eine seiner ersten Kinorollen war der Kerl im Tower bei It’s a Mad Mad Mad Mad World (ach, solche Filme werden heute ja leider nicht mehr gemacht…). Auch als Autor hat Mr. Reiner bewiesen, was in ihm steckt, von ihm stammen unter anderem Tote tragen keine Karos und Der Mann mit den zwei Gehirnen.
Auch als Produzent und Regisseur der letzten beiden genannten Filme (und vieler weiterer, aber auch einer Menge TV-Serien) fungierte der Jubilar. Viele Emmys, aber leider keinen Oscar kann Mr. Reiner sein Eigen nennen, nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch die Tatsache, daß Carl Reiner der Vater von Rob Reiner ist (ich sag ja, ein wahres Multitalent).
Rob Reiner (immerhin eine Oscarnominierung), der zuletzt The Bucket List ablieferte, ist durch Filme wie This is Spinal Tap, Stand By Me, The Princess Bride oder auch Harry & Sally bekannt. Es darf also behauptet werden, daß die Reiners eine durchwegs filmbegeisterte Familie mit Einfluß ist.
Ich hoffe, daß Mr. Reiner noch viele Jahre bei bester Gesundheit bleiben wird und noch einen Oscar für sein Lebenswerk entgegennehmen kann. Happy Birthday, Carl Reiner!
(photo by Alan Light)
Keine Kommentare »
|