Archiv für 15. September 2007

Die Münchner Pressevorführungen finden meistens im Gabriel Kino in der Dachauer Straße 16 statt. Das Gabriel, von manchen “Gabi” genannt, ist ein sympathisches Kino mit historischem Flair und wirklich liebevollem, nettem und zuvorkommendem Team, zentral gelegen in der Nähe des Hauptbahnhof, mit prima Cafés und Mittagsrestaurants in der Umgebung. Das Gabriel ist eines der ältesten Kinos der Welt und macht dieses Jahr das Jahrhundert voll.

Zur Eröffnung vor 100 Jahren war das Filmprogramm noch nicht ganz so umfassend (und unrealistisch) wie heute, Charlie Chaplin würde seinen Tramp erst in sieben Jahren erschaffen, Stan Laurel und Oliver Hardy würden noch volle zehn Jahre nicht zusammen drehen. Selbst Thomas Edisons Studioverbund war noch nicht gegründet. Der Farbfilm wurde zwar schon fünf Jahre nach Gründung des Gabriel erfunden, setzte sich aber erst zum 30sten Geburtstag unseres geliebten Kinos durch.

Bei der (nicht allzu umfassenden, geb ich ja zu) Recherche für diesen Blogeintrag stolperte ich über diesen hervorragenden Artikel in der SZ, der leider einen kleinen Fehler aufweist: Es gibt im großen Saal nur einen einzigen Sitz mit Getränkehalter (ganz links, zweite Reihe von hinten), dort hat die Autorin wohl gesessen. Die wirkliche vielfältige und interessante Geschichte des Gabriel wird umrissen, auch die Porno-Vergangenheit (bis 1993!) wird nicht verschwiegen. Auch gibt es noch ältereKinos“, doch die wenigsten dürften noch in Betrieb sein. Meine persönliche Meinung: Weiter so, und bitte wieder Wurstsemmeln! Und natürlich meine herzlichsten Glückwünsche!

Am kommenden Donnerstag um 19 Uhr findet zum 100-jährigen eine kleine Foto-Vernissage statt, zu der die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. Hier die Webseite, und der Flyer zum Event:

Flyer 100 Jahre Gabriel

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Bei Spiegel Online gibt es einen Artikel, der auf die Problematik der Abfilmerei durch Handies hinweist (gesehen beim Law Blog). Unsere Branche kennt natürlich die Sicherheitsmaßnahmen der Verleiher; die Übung, unsere Handies abzugeben, machen wir ja mehrmals die Woche, kein Problem.

Auch die nervige Abtasterei und die unverschämte Beobachtung durch Nachtsichtgeräte nehmen wir hin. *zähneknirsch.* Ein Absatz im besagten Artikel scheint übrigens meinen Verdacht, daß diese Sicherheitsmaßnamen gegenüber der Presse in den USA nicht so sehr forciert werden wie hier, zu bestätigen.

Ich frage mich erneut, wo der Reiz bzw. die Gefahr einer Handyaufzeichnung liegt, und ob so eine Aufnahme wirklich den Besuch des Kinos ersetzen kann. Hier als Beispiel eine Kino-Aufnahme des Endkampfes von Rocky Balboa, die ich bei YouTube gefunden habe. Kann so ein Stück Film verhindern, daß ich ins Kino gehe? Gibt es wirklich Menschen, die sich komplette Spielfilme in so einer Qualität ansehen würden, um sich ein paar Euro zu sparen? Wenn sie zu arm fürs Kino sind, wären sie eh nicht gegangen, also ist mit einer Raubkopie nichts verloren, und wenn sie zu knausrig sind, dann sind sie selber schuld, wenn sie sich so quälen. Um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich sehe das Problem nicht.

Was anderes sind hochwertige Abtastungen oder Screener-DVD-Rips, die die Runde machen, aber dafür muß man weder die Journalisten, noch die Zuschauer im Saal ärgern. Finde ich.

Zur Info hier noch die Übersicht über derzeitige Standards von Videoauflösung. Handy-Videos liegen so ungefähr bei QVGA (der rote Knubbel oben links bzw, der grüne Rahmen, nicht verwechseln mit der Fotoqualität!), Kinofilme dahingegen bei QXGA (unten rechts bzw. blauer Rahmen, üblicherweise 2K-Bereich). Wenn man mal die Kasterl (danke, Skitch!) vergleicht, sieht jeder Laie, daß die Qualität der Kinovorlage noch lange nicht in Gefahr ist. (Normals DVDs liegen übrigens maximal in PAL-Auflösung vor.)

Wikipedia - Auflösungen Handy und Kino

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