Und dann war doch alles recht dieseitig, ganz im Gegensatz zum Titelversprechen, das uns etwas aus einer Jenseitswelt erzählen will.

    Diesseitig ist das biblisch anmutende Ährenfeld, in dem die Menschen rumstehen, ganz diesseitig, einmal mehr im Kino, die Idee der Familie, wenn auch etwas reduziert, George Clooney, der eine Zuneigung zu einem Robotermädchen entwickelt und mit diesem in den Armen von den Computeranimatoren durch den Raum gebeamt wird. Familie auch 1964, wo die Geschichte beginnt, die Damon Lindelof, Brad Bird und Jeff Jensen geschrieben haben und die Brad Bird inszeniert hat, auch hier ein Vater, ein Sohn und ein Töchterchen. Technische Tüftler allesamt.

    Töchterchen nutzt diese Fähigkeit, um auf einem Nasa-Gelände nächtens Sabotage zu betreiben. Söhnchen hat den Jetpack entwickelt, der ihn wie eine Rakete durch die Luft jagen kann; Versuche gehen erst mal daneben; das amüsiert am meisten die Frauen im Publikum. Dadurch lernt er den Chef einer Innovationsmesse kennen. Er ist der Bösewicht im Film, der sein Geschäft mit schlechten Nachrichten macht. Dessen Töchterchen wiederum, das Robotermädchen, bringt einen Anheftknopf, Pin genannt, der mehr wie eine Plakette aussieht, und auf der ein T zu lesen ist, ins Spiel, der in den Accessoire-Assoziationsbereich von Uniformen gehört. Damit lässt sichs trefflich reisen, bei Berührung mit der nackten Haut sind Zeitsprünge möglich.

    Womit ein weiteres, recht diesseitiges Thema in den Film eingeführt wird, welches eine Irrsinnszeithopserei in Gang setzt, die wirkt, wie ein Trip durch einen Flohmarkt für abgespielte Science-Fiction-Ausstattungen und -Computer- und Hologrammeffekte, alle altbekannt.

    Bis vielleicht auf den schönen Gag mit dem Eiffelturm, der sich teilen kann und aus welchem eine Rakete emporsteigt. Vielleicht ist dieses symbolische Bauwerk, das schon über 100 Jahre auf dem Buckel hat und noch steht wie eine Eins, sowieso das, was am ehesten dieses löchrig-schwankende Bewusstsein von Zeitreisen irgendwie nachvollziehbar macht, deren unsicheren Boden zu imaginieren vermag. Und gibt mit dem kleinen Wachsfigurenkabinett im Turmstübchen, was auch ausführlich geschildert wird, einen kleinen Einblick in die Vorgeschichte von Elektrizität mit den Figuren Tesla und Edison, die sich, so wird erzählt, gar nicht gemocht haben. Wie Schulstoff.

    Zwischen die Zeitsprünge sind notorische Faust- und Waffenkämpfe eingebaut. Dafür tauchen uniformierte und bewaffnete Figuren auf. Aber auch George Clooney und sein Gegner rangeln im Handgemenge.

    Und noch ein recht iridisches, heutiges Thema taucht elementar im Film auf: durch die Zeitsprünge, die zwar im Film mit Montage und Computereffekten leicht machbar sind, und die wir aus x Filmen schon bis zum Überdruss gewohnt sind, ist auch ein Blick in die Zukuft möglich: der Planet ist in Gefahr. Die Menschen müssen etwas unternehmen, ihn zu retten. Das ist ein höchst heutiges Topos.

    Fazit: viel Welt aus dem Jenseits ist hier nicht gerade drin. This is not: funny.
    Auch die Info, dass die Zukunft Angst machen kann, ist very diesseitig.

    Deformierende Schläge, die sind lustig für Kicherer, wenn einer eins übergebraten kriegt mit einer Art Stimmgabel und dann verformt sich das Gesicht per Computereffekt.

    Die naive Hoffnung, mit Zeitspringerei die Welt zu verändern.

    Und ganz heutig, ja direkt altväterlich: die moralische Aufforderung an die Jugend, sie sei die Zukunft und sie solle retten, was die Väter versaut haben.

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    Ein vermutlich erlebnisbasierter Themenfilm in fiktionaler Form, der sich mit dem Culture-Clash Westeuropa (Britannien) und Innerasien beschäftigt.

    Ben Hopkins hat die Regie geführt und mit Pawel Pawlikowski auch das Drehbuch geschrieben. Die Intention dürfte die einer Komödie sein, wenn auch nicht so bissig, schrill und überdreht wie Sascha Baron Cohens Der Diktator.

    Hopkins nimmt das Thema ernst, versucht das Abgleiten in die überrissene Karikatur zu vermeiden, verkauft sein Produkt dadurch allerdings nicht so zugkräftig wie Cohen seinen Diktator.

    Hopkins Hauptfigur ist ein Regisseur, Matthew Macfadyen als Emil Forster. Der lebt mit seinem Hund in einem Londoner Loft mit Zugehfrau, die zu bezahlen er ständig im Rückstand ist. Er war mit einer prominenten Schauspielerin liiert. Die Beziehung ist beendet.

    Zwei Filme hat er bisher gemacht, einen über ein Thema mit dem Polarkreis und eine Beziehungsgeschichte „Line of Infinity“. Dadurch ist er bekannt geworden, ist von Festival zu Festival gereist.

    Jetzt hat er eine Einladung zu einem Filmfest nach Karastan erhalten, einer protoypischen innerasiatischen Diktatur. Was Emil allerdings nicht weiß: der Diktator ist ein Fan seiner Filme und möchte ihn als Regisseur für die Verfilmung des Nationalepos engagieren zur Mehrung des Ruhmes des Diktators.

    Dafür wurde auch ein internationaler Star engagiert, Xan Butler gespielt von Noah Taylor, und für die weibliche Hauptrolle hätte der Diktator, der ein äußerst umgänglicher Mensch ist, am liebsten die Ex des Regisseurs, nicht unbedingt ein glücklicher Einfall.

    Emil erlebt von der Ankunft in Karastan an die Dinge, die zu erwarten sind in so einem Land, die Korruption, die Überwachung, die attraktive Begleiterin und Betreuerin Chulpan, MayAnna Buring, einen ViP-Service und ein Festivalscreening mit Überraschungen und einen Dreh, in den die politischen Verhältnisse eindringen.

    Emil wird als ein seriöser, recht gewöhnlicher Mann dargestellt, der ein gewisses britisches Understatement pflegt, nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist, der sein Projekt von hoher geistiger Warte aus betreibt, der aber auch selber das Land erkunden will, der überhaupt nicht den Haudrauf spielt und der noch dazu von seiner Londoner Zugehfrau ständig genervt wird mit bedeutungslosen Anrufen. Da das alles eh nur ein Spiel ist, das sich zwar aus der Realität nährt, so kann man sich auch einen britisch-snobistischen Schluss einfallen lassen.

    Seriöser Erlebnisbericht in Spielfilmform denn Hopkins hat schon Dokumentarfilme in Innerasien gedreht.

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    Es geht um den Pressesensationsfall Amanda Knox, der jahrelang ein Medienhit, ein Medienhype war. Mich hat der Fall nie interessiert, mei, eine Beziehungstat, ein Mord an einer jungen Amerikanerin in der Toskana, mir war nie klar, warum das weltweit von Interesse sein sollte; ich hatte immer das Gefühl, dieser Fall soll mir von den Medien aufgepfropft, aufoktroyiert werden.

    Jetzt versucht der verdiente Regisseur Michael Winterbottom, The Look of Love, als müder Spätzünder auf diesen Hype aufzuspringen und sein Süppchen zu kochen und Einkommen zu generieren daraus.

    Er fasst das Thema von hochintellektueller Warte mit der spitzen Pinzette an, tut so als sei er ein Forscher, ein Wissenschaftler und kann doch seine geschmäcklerische Faszination an der Grausamkeit der Tat und der Lust der Medien daran nicht verbergen.

    Er will die Geschichte aus der Sicht eines Filmemachers erzählen, der über den Fall einen Film machen will und sich zu Recherchezwecken in die Toskana begibt. Er selbst verfängt sich damit in einer Erzählweise verklammernder Verklammerung.

    Herausgekommen scheint mir dabei zweierlei: einmal benutzt er die Figur dieses Regisseurs lediglich als eine Art Touristenführer durch die Bilder dieses Skandals, von denen er dem Zuschauer kaum etwas Aufgedrehtes, Gehyptes oder Sensationelles vorenthält, so wie es just die Sensationspresse praktiziert. Zum anderen mag es sein, dass unbewusster Zwecke des Filmes war, eine Portrait eines Filmemachers als eines jungen, leicht verwirrbaren Mannes zwischen eleganten Möbeln, Hotels, Restaurants, schönen Frauen, altem Gemäuer, anderen hübschen Darstellern und Darstellerinnen, Alpträumen und Irritationen in einer Toskana-Landschaft geschmackvoll zu kollagieren, eine Art Lifestyle-Magazin eines Filmregisseurs und -autors zu entwerfen.

    Als Alibi-Tanga gegen die doch recht nackt ausgestellten Sensations-Ambitionen hat Winterbottom Szenen eingefügt die sich um Dante drehen, wobei die Inhaltlichkeit der Anspielung sekundär bleibt. So glaubt der Filmemacher als Toskana-Fraktionist seriös zu bleiben.

    Was bei beiden möglichen Intentionen des Filmes allerdings sich als kein Beitrag zur Interessegewinnung auswirkt, ist, dass er sich mit dem Charakter des Regisseurs, den Daniel Brühl spielt, überhaupt nicht beschäftigt, mit allfälligen Konflikten oder Widerhaken (wenn er wenigstens mal gscheit onaniert hätte!). Insofern kann Daniel Brühl allenfalls Begabung zeigen, das tut er auch Winterbottom-gediegen und sein Englisch ist vorzeigbar, aber die Figur schafft es nicht, vom Drehbuch her nicht, als Interessengewinner dafür zu dienen, was Winterbottom uns mit diesem Film mehr erzählen will, als dass es ihn offenbar juckte, auf diesen Sensationshype aufzuspringen, dass es ihm offenbar keine Ruhe gelassen hat, dass der bislang ohne ihn hat auskommen müssen.

    Im Film heißen Amanda Knox und auch das Opfer anders; das tut weiter nichts zu Sache. Schade um den ganzen Aufwand, denn Winterbottom hat durchaus ein Auge und ein Feeling für die Kinowirksamkeit von Bildern; wenn sie auch noch eine Geschichte erzählen würden – oder: Winterbottom suhlt sich (missmutig) in einer diffusen Filmemacherbefindlichkeit, von der er nicht so recht weiß, ob es seine eigene ist, erwünscht oder abgelehnt.

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    Projekt: Wie kann ich aus einem heißen Thema einen provokanten Film machen, zum Thema „Behinderte und Liebe“, scheint sich Regisseurin Stina Werenfels, die mit Boris Treyer auch das Buch geschrieben hat, gefragt zu haben.

    Der Titel deutet auf die These hin, die der Film vertreten will, dass nicht die Behinderten behindert seien, sondern, zumindestens in sexuellen Dingen, die Eltern neurotisch. Klare Schuldzuweisung. Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft die ihn ablehnt, abgewandelt. Damit konnte man vor Jahrzehnten noch Aufregung verursachen.

    Das Thema wurde vor kurzem von der Kanadierin Louise Archambault charmant und anrührend behandelt. Bei Archambault war präzise definiert, woran die Hauptfigur leidet. Hier bei dieser schweizerisch-deutschen Koproduktion ist das nicht der Fall.

    Die Hauptfigur Dora ist volljährig und gilt als mündig. Sie schneidet viele Grimassen, macht Verrenkungen mit den Gliedmaßen und den Händen und tut sich schwer mit dem Sprechen. Sie kann sich aber durchaus artikulieren oder am Marktstand Äpfel verkaufen. Ob sie ein selbstständiges Leben führen kann, das ist aus dem Film nicht zu erfahren. Wie es denn sowieso scheint, dass die Szenen einzig zur Bekräftigung der These des Filmes dienen, ein typischer Themenfilm und fürs Fernsehen geeignet, aber nicht dazu, eine Geschichte zu erzählen.

    So wird in der dreckigen Wäsche gewühlt, auf dem Klo gesessen, gefickt, gekocht, gefrühstückt oder als Ausdruck des Glücks einmal ein Ausflug im offenen Cabriolet mit Glücksäußerungen und Sausekamera gezeigt, es werden Zähne geputzt, es kommt auf der öffentlichen Behindertentoilette zum Geschlechtsverkehr zwischen Lars Eidinger und Dora.

    Die Figur Eidinger ist vom Drehbuch her nicht weiter studiert. Deshalb verwundert es, wieso er sich auf eine Beziehung zu Dora einlässt. Die Unklarheit der Rolle übertüncht Eidinger geschickt mit verschlossenem Gesichtsausdruck. Soll der Zuschauer hinter sein Geheimnis kommen.

    Die Eltern von Dora müssen die Verstörten sein, die damit nicht umgehen können, dass Dora schwanger wird. Auch ihr Verhalten scheint weiter nicht durchdacht vom Buch her. Der Papa muss für eine Phase des Filmes in Zürich sein, damit er von einer Aussichtsterrasse Handygespräche nach Berlin führen kann, vermutlich aus dem einzigen Grund, weil auch in der Schweiz ein paar Fränkli Fördergeld locker gemacht wurden. So schamlos wurde das selten in einem Film ausgestellt; Stinkefinger an die Schweizer Förderer.

    Es ist alles kopfig. Der Zuschauer wird wie ein dummer Schuljunge mit Situationen konfrontiert, dass der Freund von Lars mit diesem und Dora einen flotten Dreier ausprobieren möchte, er wird damit konfrontiert, dass man kaum etwas erfährt über die Eltern von Dora und auch nicht kapiert, warum sie ausgerechnet Süßigkeiten für Burlesk-Parties herstellen; das wirkt so, als wolle die Filmemacherin zeigen, wie aufgeschlossen sie dem Obszönen gegenüber sei und wie kühn sie dieses inszeniere (was überhaupt nicht der Falle ist, es wirkt eher bemüht); vom Vater war einmal die Rede, dass er Privatdozent für Wirtschaftsprüfung ist. Auch das Verhältnis von Eidinger zu den Eltern der von ihm geschwängerten Dora bleibt nebulös. Alles zu dünne Informationen, um einen Geschichtsfaden daraus zu spinnen. So wirken die Situationen gewollt und themenorientert zusammengebastelt.

    Es gibt fette Produktwerbung im Film. BMW ist deutlich zu lesen, Air Berlin und das Pharmazeutikium Vigorin; das wird in einem Apothekenschaufenster richtiggehend als Werbung präsentiert von Lars Eidinger; hoffentlich hat er sich das entsprechend honorieren lassen. Vigorin, gut für die Schwängerung von Behinderten. Die Firmen sollten sich genauer überlegen, in welchem Zusammenhang sie ihre Produkte präsentieren.

    Die ersten Sequenzen wirken stylish. Schön, wie es anfängt, wie delirial auf unzusammenhängende Details fokussiert, seifenblasenhaft; Subjektive einer Verwirrten, Gestörten. Aber wie klar wird, dass es hier nur um die Konfrontation des Publikums mit Thesen geht und nicht um eine anrührende Geschichte, desto mehr verliert dieser Effekt seinen Reiz. Stellenweise erinnert der Film an jene merkwürdigen Aufklärungsfilme aus dem Amerika der 50-Jahre. Dieser Film fällt mehr mit seiner Provokationsintention durch seine Themenphilosophie denn durch seine Kinophilosophie oder -könnerschaft auf.

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    Hier hechelt das deutsche, zwangsgebührensubventionierte Kino Welterfolgen wie „Hang over“ Jetzt ist Bangkok dran, Hangover 3 und Sex on the beach, Sex on the Beach 2 hinterher; muss aber noch einiges lernen, wenn es an deren Erfolge anknüpfen möchte.

    So reichen Stretchlimousine, Panzer in Prag und die Aneinanderreihung öder, abgedroschener Klischees darüber, was verrucht sei, nicht aus, mit den Vorbildern gleichzuziehen. Hier schulden uns, den Zwangsgebühren- und Steuerzahlern, die Verantwortlichen Förderer von FFFBayern, FFA und DFFF schon eine Erklärung, warum sie diesen Film ermöglicht und unterstützt haben.

    Haben die Kulturfunktionäre des FFFBayern, von FFA und DFFF sich vielleicht blind von der Begeisterung des Regisseurs und Drehbuchautors Tim Trachte und des Produzenten Christian Becker vereinnahmen lassen, wie die ihnen vorgeschwärmt haben, dass es höchste Zeit für einen deutschen Hang-Over und einen deutschen Sex-on-the-Beach sei? Und haben die das Buch dann gar nicht erst gelesen?

    Haben diese Kulturfunktionäre nicht gesehen, dass die langatmige Exposition, bis die vier Gymnasiasten endlich ihren Roadtrip in Stretchlimousine durch das Prager Nachtleben beginnen, überhaupt keine Exposition ist? Dass die nebst kurzer Info über den Pragtrip und einem schulischen Hinweis auf die Panzer in Prag und nur allerminimsten Figurhinweisen auf die Protagonisten vor allem aus wild durcheinander geschnittenen Schnipseltexten besteht wie: Spack, Spast, Titten, scharf auf mich, Asthmaanfall wegen Nebelmaschine, Versicherungsvertreter, wir kriechen ganz tief rein, wenn ich auf den Sack gehe, ich glaub, mir ist schlecht, Kotztüten, Du siehst aus wie ein Zombie, Alter, was geht mit dir ab, hast du deine Schwester schon mal nackig gesehen, hier riechts voll nach Kotze, morgen wird fett, Asperger, Alzheimer, Autismus, soll super cooler Club sein, was geht ab, ein bisschen nuttig, supersexy short, es wird voll geil Mann, von Mösen besessen, perfekte Scheiße.

    Kamera- und Schnitttricks, versaute Begriffe statt Story, das scheint hier das Prinzip zu sein und Beschleunigungen; aber auch drei Cutter konnten offenbar kein spannendes Drehbuch aus dem Material rekonstruieren.

    Hinzu kommt ein gravierendes Besetzungsproblem: die Jungs sind alle nett, brav, sicher ordentliche Schauspieler – aber sie wirken alle wie das Abziehbild vom Konfirmanden, man traut ihnen ein Sexproblem gar nicht zu; kann ihnen also auch diese Abenteuer nicht richtig abnehmen.

    Insofern ist es nur konsequent, dass ganz in der Manier deutschen Erklärkinos am Schluss noch erklärt wird, was ihre Wandlung durch die nächtlichen Abenteuer gewesen sein soll. Denn filmempirisch ist so gar keine Veränderung ersichtlich. Sie sind am Schluss so brav und nett und lieb wie zu Beginn.

    Auch am Rhyhtmus des Filmes hapert es merklich, der wirkt hackelig und wird immer wieder unterbrochen mit vernünftelnden Diskussionen, was jetzt zu tun sei – die bei dem Alkoholpegel, der den Jungs zugeschrieben wird, schlicht nicht plausibel sind.

    Da der Triebnostand der braven Buben nicht spürbar ist, ist auch nur schwer Empathie zu ihnen zu entwickeln. Kurz flammt sowas vielleicht auf, wenn der eine am Steuer des Panzers sitzt, da leuchtet inneres Engagement auf und man denkt, vielleicht sollten diese braven Buben lieber junge Nazis spielen, solche mit konsequenter Triebkompensation durch verbrecherische Ideologie, Machtgefühl an Waffen, Uniform und Rassismus.

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    Weitere Schaudergeschichten aus der medialen Wühlkiste der Nazizeit – aber man muss sie immer wieder hervorkramen, um sie nicht zu vergessen. Archivaufnahmen, egal wie bunt und wild zusammengeschnitten, haben noch dazu einen besonderen Reiz.

    Oliver Halmburger und Thomas Staehler nehmen sich für ihren dreiviertelstündigen Magazinbeitrag einen riesigen Themenkomplex vor.

    Raubkunst und zwar sowohl die räuberischen Vorgänge selbst, Hitler als Trendsetter zum Kunstsammeln, sein eifrigster Epigone Hermann Göring. Wie sie über Auktionen erst in Deutschland dann im besetzten Frankreich günstig an die Werke kamen, Hitler mit dem Ziel eines gigantischen Kunsthauses in Linz, seine ausführende Einkäuferin: die Gestapo.

    Der Aufstieg des dubiosen Kunsthändlers Weinmüller beruhend auf den arisierten Beständen des Kunsthändlers Lämmle.

    Das Thema „Monuments Men“, über die George Clooney kürzlich einen gut gemeinten Film gedreht hat und der Zug mit Görings Raubkunst, der am 8. Mai 1945 in Berchtesgaden von der Bevölkerung geplündert wurde, wo bis heute nicht klar ist, was alles verschollen ist oder irgendwo auf Dachböden vor sich hingammelt.

    Ausgangspunkt der Doku ist die Entdeckung von 44 Auktionskatalogen aus der Zeit von 1936 bis 1944 des Auktionshauses Weinmüller im Keller von dessen Nachfolgerin, dem Auktionshaus Neumeister in München unter der aktuellen Chefin Katrin Stoll, die diese zum Anlass einer Aufarbeitung der Geschichte des Auktionshauses genommen hat. Den späten Zeitpunt des Weißwaschvorgangs der Firma begründet sie mit dem hohen Stellenwert von Diskretion in ihrer Branche, dem Kunsthandel, dem Transparenzanspruch von Aufarbeitung konträr entgegengesetzt. Zur Abmilderung dieses krassen Auseinanderklaffens zwischen Geschäfts- und Aufarbeitungsinteresse im Auktionsmetier haben sich die Filmemacher für eine einbalsamierende Sprecherstimme entschieden.

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    Hauptfigur ist Max Riemelt. Drehbuchbeschreibung dürfte gewesen sein: junger Mann, nett und sympathisch wie Max Riemelt, keine weiteren Eigenschaften oder Konflikte. Er spielt einen Versicherungsvertreter, der auf dem Weg zu einer Vertretermotivationsveranstaltung im bayerischen Hinterland erst einem späteren Flinten- und Mörderweib begegnet und beinah dessen Ferkel überfährt; dann bekommt er es mit einem halbschlauen Polizisten zu tun.

    Dieses Weib haben die Autoren aus einem x-beliebigen billigen Horrorstreifen in ihr Machwerk nach Hinterbayern importiert. Es bringt den Running Gag des Ferkels mit sich, das ohne weitere Logik immer wieder auftaucht und einem Darsteller in den Arm gedrückt wird. Riemelt fährt es an. Daraufhin ist die Windschutzscheibe mit roter Farbe bedeckt. Der tumbe Polizist tunkt einen Finger darin, leckt daran und spricht ein Wort aus, das er gleichzeitig verschluckt, so dass es nicht zu verstehen war.

    Als Vertreter ist Riemelt zuerst das schwarze Schaf in der Gruppe, der nichts verkauft. Dann läuft er mit purem Massel in erfolgreiche Verträge hinein, einer ist sogar ein sogenannter Hauptgewinn. Just vom Flintenweib. Das ist haarsträubend. Und deshalb wird aus der angeblichen Versicherungsstory eine entsprechende Kriminalstory, mit wenig Logik.

    Der nette, sympathische Max Riemelt kämpft sich durch eine Welt bayerischer Zombies und Deppen, die in unglaubwürdigen, unrealistischen Situationen gefangen sind. Das fahrlässig zusammgestoppelte Drehbuch stammt von Georg Ludy und Nils-Morten Osburg und löst den Zorn des Zwangsgebührenzahlers aus, der sich bescheuert vorkommt, für so billigen, schnoddrigen Humbug von Gesetzes wegen zur Kasse gebeten zu werden. Für ihre unreife Kindereien werden die Autoren aus den Zwangsgebührengeldern entlohnt wie anständige, erwachsene Menschen. Der Zwangsgebührenzahler besteht darauf, ein Recht zu haben, zu erfahren, wieviel, wieso und was daran im Sinne des demokratischen Grundauftrages des öffentlich-rechtlichen Rundfunkes sei.

    In seinem Film „Schartl“ hätte ein Sigi Zimmerschied die Fernsehredakteurinnen Bettina Ricklefs und Amke Ferlemann, die hier den Kopf hinhalten müssen, für diesen Schmarren noch an einem Balken aufgehängt und baumeln lassen. Heute findet er es wohl apart und für seine Kasse günstiger, selbst mitzumachen und vom Gebührenkuchen dafür ein nettes Stück abschneiden zu können. Auch hier möchte der rechnen müssende Zwangsgebührenzahler erfahren, wie viel bittschön, zweitausend Euro am Tag, dreitausend, viertausend, fünftausend gar?

    Wenige der Zombiefiguren in diesem Machwerk hätten wohl ein Chance, im normalen Leben außerhalb dieses Filmes als Menschen durchzugehen: Axel Stein als Leiter der Versicherungsvertreter, David Zimmerschied als Jungpolizist.

    Dieser Fernsehfilm ist eine einzige Ansammlung von krampfig um Originalität bemühten Einfällen, statt dass er ernsthaft (oder auch witzig) eine Story mit Hand und Fuß liefert: das überfahrene Schwein, das nur in Stockstarre und nicht tot ist, der einfältige Polizist, der am vermeintlichen Blut auf dem Wagen leckt, ein sinnloser Kanarienvogel, eine Kalbsgeburt, ein Bahnübergang der ständig auf Rot ist, ein einarmiger Schankwirt, Plumprasur des Alten, aufgesetzter Rülpser des Alten, spontaner, wenig motivierter Mord mit Kofferraumdeckel, dummer Polizist, der, wenn ihm auf der Landstraße ein Auto entgegenkommt, das Blaulicht einstellt, und aus einem Stoffsack mit dem Kopf eines Ermordeten drin fällt das Gebiss des noch recht jungen Opfers raus und zum Schluss gibt’s noch eine depperte TüV-Pointe.

    Der Titel suggeriert zwar einen der üblichen TV-Themenfilme; taugt aber nicht mal dazu, weil selbst das Aufhängerthema nicht ernst genommen wird, nur als Vorwand für die Kriminalklamotte, die so gar nicht lustig ist. „ Die verrückte Mörderin mit der Flinte“, ok, mit so einem Titel könnte man vielleicht leben, dann könnte man sich wenigstens auf Trash einstellen; müsste dann aber erst recht die Frage nach der Berechtigung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellen.

    „Du lässt dauernd die Gläser fallen, weil du bloß einen Arm hast, der andere ist nämlich ab.“

    Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers. So ein Drehbuch zu bezahlen und auch noch zu verfilmen ist Verarsche des Zwangsgebührenzahlers.

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    Skeptischer Survival.
    “Mein Name ist Max, meine Welt ist Feuer und Blut”, so stellt Tom Hardy (No turning back, The Drop – Bargeld, “Kind 44″) sich mit dem Rücken zum Publikum in einer Wüstenlandschaft stehend vor. Der Sinn des Lebens ist ihm abhanden gekommen, er wird geplagt von Selbstvorwürfen, dass er nicht helfen konnte, umso mehr kämpft er ums Überleben.

    Hardy gerät er in einen merkwürdigen Ausstattungszirkus zwischen Love- und Militär-Parade mit abenteuerlich kostümierten und bewaffneten Figuren mit Wrestlermachogeprotze und -tattoos und diesen Wagen mit den Aufbauten wie die Prunkwagen beim Kölner Karneval angereichert mit Waffen und Panzerungen, aber auch mit Musik, der rote Rockgitarrist als Kühlerfigur, die Trommler hinten auf dem Ungetüm von Gefährt, allesamt wüstentauglich mit einem Sound, als wollten sie die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen.

    Diesem Ausstattungs- und Kostümaufwand aus der Ecke eines urigen Geschmackes zwischen Klamotte, Fasching, Techniknostalgie- und Tüftlertum sowie Wüsten-Indianertum begegnet Hardy teils mit Übernervosität, teils mit skeptisch-fragenden Blicken, so gar nicht cool; oft wirkt er seltsam zivilisiert, momentweise gar spießig in den diversen Desperadohaufen, in die er sich in diesem Film verlaufen hat und gegen die er ankämpfen muss, ja am Schluss mutiert er zum fürsorglichen Samariter bei einer Notoperation; für einen Actionfilm hat hier ein Schauspieler zu viel nachgedacht.

    Eine Eidechse flüstert ihm etwas zu, nähert sich ihm von hinten, er spürt das, zertritt sie mit dem Stiefel und verschlingt sie; hohe Sensibilität auf Regungen der belebten Wüste. Jetzt kann es los gehen. Gleich schon wird er verfolgt und grausam gefangen genommen, an Ketten geschmiedet und mit einer eisernen Gesichtsmaske zur Unkenntlichkeit entstellt. Er landet in einem gigantischen kleinen Staat, einem Industriebetrieb im Inneren eines Wüstenberges, Architektur und soziale Struktur sind deutlich an Fritz Langs Metropolis orientiert, Bebilderung maschinell gnadenloser Dialektik zwischen Unterdrückern und Unterdrückten. Der oberste Chef ist ein Kretin, umgeben von ephebenhaften Glatzköpfen und der strategische Heerführer ist eine Figur, einem Pavian nicht unähnlich mit Gesichtsmaske und Schläuchen daran, ein potenter Nachwuchserzeuger für seine blonden Gebärmaschinen.

    Die Frauen proben gerade den Aufstand, sie wollen nicht, dass ihre Kinder Krieger werden. Eine Gruppe von ihnen unter Leitung des Bubikopfes Charlize Theron als Furiosa wagt bei einer Wasserbesorgungsfahrt mit einem Tankwagen den Ausbruch, beginnt die Flucht.

    Auch Tom Hardy kann sich befreien. Bald schon ist er unterwegs mit dem Rudel von Bikini-Schönheiten um Furiosa in der Sandwüste Namibias und verfolgt von allerlei Gesinde und Gesindel in und auf skurrilen Gefährten und ausgestattet mit den verschiedenartigsten Waffenarsenalen, die nicht passiv bleiben werden.

    Es setzt große, gekonnt inszenierte, bald aber auch ermüdende Kämpfe mit enormen Materialschlachten, die George Miller, der mit Brendan McCarthy und Nick Lathouris auch das Drehbuch geschrieben hat, begeistert mit freigeistigen Farbeffekten aufmotzt. Schöne Details dabei sind manch gewagter Stunt, das Fahren ohne Steuerrad, die Kämpfer auf den meterhohen Stangen auf den rasenden Gefährten, das hat artistische Qualitäten, oder die Stachelautos der Verfolger, die wie eklige Krebse über den Wüstensand wieseln, in einem Fall stürzt sich ein Kämpfer aufopferungsvoll in die Stacheln oder nach einer Schlacht, wenn nur noch Feuerbälle übrig bleiben, erlischt ein Streichholz, leinwandgroß, mit letzter Flamme. Denn im Action-Strudel müssen auch Ruhephasen sein. Dabei scheint das Material für die Schlachten, der bunte Fuhrpark, wie die Katzen mindestens sieben Leben zu haben.

    Furiosa möchte mit ihren Frauen an den Ort ihrer Jugend zurück, an „den grünen Ort“, dumm nur, dass dieser längst vertrocknet ist, statt seiner gibt es noch eine nackte Frau auf einem alleinstehenden, kaputten Strommasten mitten in hohen Sanddünen, Dystopie pur; vorher streifte die Kamera en passant morbide Stelzenwesen um ein Baumgerippe herum, Assoziation Totenreich. So muss Furiosa die gefährliche Fahrt zurück antreten, was eine weitere Verlängerung der Materialschlacht bedeutet.

    Immerhin, wenn man nach der spät angesetzten Pressevorstellung aus dem grellen Licht Namibias in eine deutsche Nacht hinaustritt, kommt diese einem besonders dunkel und trist vor, so wie die Pressepräsentationspraxis von der Verleihfirma Warner Bros., die den Film wohl am liebsten gar nicht vorab gezeigt hätte, so sehr ängstigt sie offenbar das Feedback speziell aus dem Internet; denn die Internetjournalisten durften erst am Vorabend vor dem Kinostart den Film angucken und selbst dabei wurde ihnen noch bevormundend ein befristeter Maulkorb verpasst. Somit kann diese Review nur einen schnellen, ersten Eindruck vermitteln.

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    Systemkinematographie mit allen Zutaten, die das Zielpublikum erfreuen dürfte, Show- und Songacts voller Temperament, jugendlicher Frische, Schwung, Energie und Optimismus, immer wieder Einsprengsel von Schlüpfrigkeiten (mit oder ohne Schlüpfer?), Gender-, rassistischen und nationalistischen Jokes (to fick those German Dummkopfs) mit dem gewissen Understanding mit dem Publikum und eine einfache Wettbewerbsgeschichte, ob die Acappella Band „die Bellas“ von der Barden-Universität es zur Weltmeisterschaft in Kopenhagen schaffen und vor allem, ob sie die härtesten Widersacher, die Deutsche Sound Machine, schlagen.

    Dazu gibt es zarte Ansätze von Liebesgeschichten, vor allem die Dicke und der Dicke und eine fette Volkswagenwerbung. Wie überhaupt die Deutschen eine Rolle spielen als ernst zu nehmende Herausforderer mit hochtechnisierter Show.

    Dagegen haben unsere Bellas mit verschiedenen Rückschlägen und einem Neuzugang zu kämpfen und nehmen sich sogar eine Auszeit fürs Teambuilding, um wieder zu ihrem ureigenen Ton zu finden. Es ist der Ton einer Gruppe aus jungen Frauen, die alle noch in erwartungsvollen Collegezeit und vor dem Eintritt in den Ernst des Lebens und der festen Bindungen stehen. Das verbindet, das erzeugt Aufgergtheit, Power und Fickrigkeit, die in den Show-Acts gut kanalisiert, für den Film exploitet werden. Mit vollem Einsatz schmettern die Stimmen ihre Lieder, werfen die Girlies ihr Beine in die Höh und ihre Körper auf die Bühne.

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    Schlank und packend inszeniertes, nordisches Drama, das ans Eingemachte geht.

    Susanne Bier, Serena, Love is all you need, In einer besseren Welt, erzählt eine Geschichte biblischen Ausmaßes in unserer Zeit mit einem bannenden Gefühlskino, das den Geist und damit die Fragen nach dem menschlichen Handeln, ja, nach der Moral, nicht auslässt, sie als konkrete Konfliktsituationen in schicksalshaftem Kontext stellt und das mit einem hervorragenden Cast. Das Buch stammt von Anders Thomas Jensen, der bis auf Serena auch bei den anderen von ihr hier angeführten Filmen der Autor war, aber auch bei The Salvation.

    Andreas, Nikolaj Coster-Waldau, ist ein einfacher Polizist, jung verheiratet, er wohnt großzügig nordisch, sein Sohn, Alexander, ist noch ein Säugling, 7 Wochen alt. Der schreit nachts oft, aber Andreas macht sich keine Gedanken darüber.

    Mit seinem Kollegen Simon, Ulrich Thomson, wird er zu einem Paar Junkies gerufen, die in einem versifften Wohnblock wohnen, Alkohol, Drogen, und sie haben auch einen Säugling, Sofus, asoziale Verhältnisse, der Macker Tristan, Nikolaj Lie Kaas, war auch schon im Knast und Andreas kennt ihn sogar, denn er hatte ihn damals verhaftet. Allerdings sieht die Polizei keine Chance, dem verlotterten Paar das Kind wegzunehmen, dazu gibt es keinen Anlass.

    Überforderung mit der Mutterschaft scheint dagegen die Frau von Andreas durchzuleben. Eines Nachts ist der kleine Alexander tot. Ein Schicksalsschlag sondergleichen für den zuverlässigen Polizisten mit dem geordneten Leben und den geordneten Familienverhältnissen.

    Zu entdecken, dass sein Sohn tot ist, ist ein unfassbarer Schock für Andreas. Er kommt auf die ungesetzliche Idee, heimlich das tote Kind dem Drogenpaar unterzujubeln und stattdessen ihren Säugling mit nach Hause zu nehmen.

    Ein guter, braver Mensch tut ewas Böses, um Gutes zu tun. Er löst damit allerdings eine weit größere Katastrophe aus. Außerdem muss er mit seinem Kollegen Simon, der selbst wiederum Mühe hat, die häusliche Ordnung aufrecht zu erhalten, weil ihn ein Schicksalsschlag dem Alkohol und dem Rumhängen in Stripbars zugetrieben hat, den Kindstod bei dem Drogenpaar aufklären, vor allem Andreas setzt Tristan und Sanne, May Anderson, massiv zu mit Verhörmethoden, die nicht ganz koscher sind. Allerdings verplappert er sich einmal. Wodurch der Schlüssel zu einem recht versöhnlichen Schluss gefunden wird, wenn Menschen zu fehlerhaftem Handeln stehen können.

    Susanne Bier hat mit diesem Film zu berückend kinematographischer Erzählweise menschlicher Nähe gefunden. Geschickt schneidet sie der Stimmungslage entsprechend Naturaufnahmen dazwischen oder geht in schweren Momenten ganz nah an die Augen der Darsteller, als ob sie in deren Seelenabgründe hinabschauen wolle.

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