Morgen geht’s nach Nürnberg, ich bin schon ganz gespannt. Wie ich ja schon schrieb, bin ich in der Filmkritiker-Jury beim Filmfestival Türkei-Deutschland. Ich hab keine Ahnung, wie stark ich eingespannt sein werde, wieviele Filme ich gucken werde, ob ich dazukomme, zu bloggen oder zu twittern. Laptop, iPhone und Fotoapparat hab ich dabei, ich bin also gerüstet.

    Im Blog gibt’s ein paar vorprogrammierte Beiträge (Reviews am Donnerstag zum Beispiel), und am Sonntag bin ich ja eh schon wieder da.

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    Über Twitter habe ich von diesem Blogeintrag erfahren. Offenbar gibt es doch nicht wenige Tools, die rückverfolgen, ob einem Texte geklaut wurden. Lese mich mal ein dieser Tage nächste Woche.

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    Hier meine Prognose für die Oscars 2010. Wie immer so neutral eingeschätzt wie möglich und nicht das pure Wunschdenken:

    Nachtrag: Tja, da lag ich mal wieder gewaltig daneben. Hier die Gewinner, diesen Eintrag editiere ich später noch um.

    • Bester Film: Avatar (lieber wäre mir District 9 gewesen)
      • Gewonnen hat The Hurt Locker. Fein! (0 Punkte für mich)
    • Bester Hauptdarsteller: Morgan Freeman (obwohl Jeff Bridges (der Dude!) immer noch keinen Oscar hat!)
      • Gewonnen hat Jeff Bridges, ich hätte mich einfach trauen sollen. (0)
    • Beste Hauptdarstellerin: Gabourey Sidibe
      • Gewonnen hat Sandra Bullock, aber ich habe The Blind Side nicht gesehen. (0)
    • Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz (obwohl Stanley Tucci ihn genauso verdient hätte)
      • Gewonnen: Christoph Waltz, yesss! (1)
    • Beste Nebendarstellerin: Anna Kendrick
      • Gewonnen hat Mo’Nique. Tja. (1)
    • Beste Regie: Kathryn Bigelow (mein persönlicher Favorit wäre allerdings Quentin Tarantino gewesen)
      • Gewonnen: Kathryn Bigelow (2)
    • Bestes Originaldrehbuch: The Hurt Locker (mein Favorit: A Serious Man)
      • Gewonnen: The Hurt Locker (3)
    • Bestes adaptiertes Drehbuch: An Education (mein Favorit: District 9)
      • Gewonnen: Precious (3)
    • Beste Kamera: Avatar (mein Favoit: Inglourious Basterds)
      • Gewonnen: Avatar (4)
    • Bester Schnitt: Inglourious Basterds (alternativ: District 9)
      • Gewonnen: The Hurt Locker (4)
    • Beste Art Direction (Szenenbild): Avatar (die Ausstattung war ja nun wirklich nicht zu schlagen)
      • Gewonnen: Avatar (5 Punkte hab ich mittlerweile)
    • Bestes Kostümdesign: Coco avant Chanel (Coco Chanel! Natürlich gibt’s den Oscar für das kleine Schwarze!)
      • Gewonnen: The Young Victoria (5)
    • Bestes Makeup: Star Trek (keine Ahnung, ist geraten)
      • Gewonnen: Star Trek (6)
    • Beste Filmmusik: Up
      • Gewonnen: Up (7)
    • Bester Filmsong: “Almost There” von Randy Newman
      • Gewonnen hat “The Weary Kind” aus Crazy Heart (7)
    • Beste Tonmischung: Avatar (da rappelt’s im Karton, äh, im Kino)
      • Gewonnen: The Hurt Locker (7)
    • Bester Tonschnitt: Inglourious Basterds (ist Wunschdenken)
      • Gewonnen: The Hurt Locker (7)
    • Beste Visuelle Effekte: Avatar (District 9 hatte zuwenige davon und Star Trek hat das schwarze Loch nicht verstanden, das ärgert mich)
      • Gewonnen: Avatar (8)
    • Bester Animationsfilm: Up (The Princess and the Frog war zu Disney-glatt, daran ist man schon gewohnt, und bei Fantastic Mr. Fox hat man erst gesehen, was Wallace and Gromit für eine Arbeit gewesen sein muss.)
      • Gewonnen hat Up. Hurra! (9)
    • Bester Ausländischer Film: Un propèthe (Das weiße Band ist trotz deutschen Geldes für mich ein österreichischer Film)
      • Gewonnen: El secreto de sus ojos (9)
    • Bester Dokumentarfilm: The Cove (Wunschdenken)
      • Gewonnen hat The Cove! Ich lag erstaunlich oft richtig! (10)
    • Bester Kurzdokumentarfilm: China’s Unnatural Disaster (oder The Last Truck, beides schön heiße politische Themen)
      • Gewonnen hat Music by Prudence (10)
    • Bester Animierter Kurzfilm: Wallace and Gromit in “A Matter of Loaf and Death” (muss natürlich sein)
      • Gewonnen hat Logorama (10)
    • Bester Kurzfilm: The New Tenants (geraten)
      • Gewonnen hat The New Tenants (11 Vorhersagen in 24 Kategorien habe ich richtig, nicht schlecht. Obwohl, das sind ja nichtmal 50%…)

    Zur Info: Leider habe ich auch dieses Jahr nicht jeden Film sehen können, der nun im Oscar-Rennen ist. Daher musste ich einen Teil meiner Entscheidungen aus den Aussagen von Kollegen über die anderen Filme ableiten. In manchen Fällen konnte ich nur raten. Dieser Eintrag wird wahrscheinlich nach der Oscarverleihung um die Gewinner erweitert.

    Ich bin gespannt, ob ich den Amazon-Gutschein von gutschein-codes.de gewinne!

    Nachbemerkung: Hätte ich doch The Hurt Locker gesehen…

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    Natürlich bin ich gegen Filmpiraterie. Ebenso gegen Musik- oder Softwarepiraterie. Wie übrigens auch gegen die eigentliche Piraterie, das Freibeutertum. Nur – die Filmpiraten haben nicht wenige echt starke Argumente für ihre Sache. Seht Euch mal die Grafik an. (via, Danke AF)

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    Der rote Erzählfaden, an dem sich der Zuschauer orientieren könnte, bricht ständig ab. Irgendwann im Film heißt es mit eingeblendeter Schrift „2 Monate später“ und einmal „6 Monate später“; ein Meister, wer dann noch sagen kann, wann das genau ist und wo.

    Es fängt schon mit der Merkwürdigkeit an, dass der erwachsene Henri 4 (der dann am Ende auch noch ermordet wird!) voice-over über sich als jungen Knaben, der gerade im Bild am Spielen ist, spricht, er wollte ein stinknormaler Junge sein und für ein Geldstück auch sich auf den Boden legen dürfen, und dann einem Mädchen, das breitbeinig über ihn schreitet, unter den Rock schauen, und meint dazu, er habe eine glückliche Kindheit gehabt. Aber er war halt der Prinz von Navarra.

    Was das mit dem Thema, wegen dem Jo Baier den Film angeblich machen „musste“, nämlich “Humanismus in einer inhumanen Zeit“, zu tun hat, bleibt unergründlich.

    Während der ersten Minuten denkt man noch, ja, das könnte wenigstens für den Grimmepreis reichen, VHS-Kino, deutsches Subventionskino, was viel erklärt und illustriert. Aber selbst davon wird man nach einiger Zeit abrücken.

    Wer hier unsere versammelten sogenannten Subventionsstars die Texte bellen hört (die Rede ist hier vom deutschen Cast-Anteil), wenn dieser Standard-Katalog-Cast ohne jede Überraschung in ständigen Close-Ups Szenen spielen muss, denen ganz offenbar der thematische Unterbau fehlt, so fragt man sich, was das mit dem Thema “Humanismus in einer inhumanen Zeit“ zu tun hat.

    Wenn Henri 4 in Paris einreitet, dann werden noch schnell in einer leeren Gasse zwei Schweine vor den Herannahenden gerettet: Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wenn Marie de Medici, die er später heiraten soll, während ihrer Reise in der Sänfte über die verschneiten Alpen in ein Schneefeld zum Pinkeln sich begibt: Humanismus in einer inhumanen Zeit. Wenn Henri 4 seine erste Frau von hinten nimmt: Humanismus in einer inhumanen Zeit.

    Wenn überhaupt jede Schlacht auf dem gleichen Schlachtfeld geschlagen wird, wenn Bewegungen draussen alle durch das gleiche Kornfeld oder an den gleichen schroffen Felsen vorbei führen, wenn jedes Heereslager in der gleichen Kieshalde aufgebaut ist, wenn nur schwer ein Zusammenhang zwischen den Szenen herzustellen ist und man nie weiss, wo im Film man sich befindet, dann sieht man sowohl den Humnismus in einer inhumanen Zeit als auch die 19 Millionen Euro, die das Werk gekostet haben soll, sich in Luft auflösen.

    Fernsehkino. Oder nicht einmal das. Es gibt praktisch nur Nahaufnahmen und keine Szenen für emotionale Überhänger (den Trick beherrscht immerhin Frau Dörrie), ist auch gar nicht nötig, denn es gibt keine Konflikte in den Szenen. Aber Bemerkungen, wie die seiner Braut anlässlich der Hochzeit, die aus Konfessionsgründen vor dem Kirchenportal stattfinden muss, es sei „so heiß“. Humanismus in einer inhumanen Zeit.

    Dann kommen immer wieder Musikszenen, Filmmusik von Zimmer zum Überdruss, die aus jedwedem beliebigen anderen Streifen stammen könnten, genau so wie viele Hof- und Fickszenen.

    Der Protagonist vermag wenig zu überzeugen. Das Buch gibt ihm kein Futter. Oft ist er grob zu Frauen und Bediensteten. Humanismus in inhumaner Zeit.

    Die Kamera ist steif und unbeweglich, vielleicht erstarrt vor dem Budget. Ebenso die meisten Szenen; die Schauspieler bedienen die Kostüme und den unnatürlichen (aber nicht etwa auf das Thema hin frisierten) Dialog, zum Beispiel bei der ersten Begegnung mit der Medici-Braut in Paris. Ergibt alles weder Augenschmaus noch Hörvergnügen noch Erotik.

    Die Katastrophe fängt mit dem Drehbuchgebastel an, nimmt ihren weiteren Verlauf damit, dass keiner von den Produzenten und Geldgebern das anscheinend bemerkt hat, setzt sich fort über einen Cast, der vermutlich wider bessere Erkenntnis zugesagt hat und dürfte in ein Desaster an der Kinokasse münden.

    Verständnis für die Schmähungen in Berlin.

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    Zielgruppenfreundliche Verfilmung eines Kinderbuches für Mädchen, von der Geschichte her eher schnell, schnell nach dem Thema „Suche nach einer Freundin“ lose zu Faden geschlagen und insofern eher mäßig kinospannungsfreundlich und von voraussichtlich beschränkter Haltbarkeit, zudem mit einem nicht überbordend inspirierenden Erwachsenen-Cast bestückt.

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    Dann doch eine eher rührselige, sentimentale und amerikanische Geschichte. Vom alkoholsüchtigen Countrysänger über die Liebe zu einer jungen Lokaljournalistin zum Entzug und schliesslich einer erfolgreichen Spätkarriere als Songwriter. Alles viel zu schön, um wahr zu sein. Aber schön, amerikanisch schön, denn das Handwerk haben sie drauf und das Träumen noch nicht aufgegeben.

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    Diese spaßige Sammlung von typischen Kinosituationen habe ich hier gefunden. Weitere dieser Vereinfachungen bitte gern per Kommentar anfügen! Viel Spaß:

    Den Rest des Eintrages lesen »

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    Kollege Wortvogel hat wenig schöne Erfahrungen rund um den Beruf des Journalismus (und dessen Image) gemacht. Nachdem ich mich hier ja bisweilen auch kritisch zu äußern wage, wollte ich nur auf seinen Blogpost hinweisen.

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    Nicht zu fassen, sogar die Variety, das Filmblatt unter den Filmblättern, hat sich möglicherweise kaufen lassen. Zumindest wird das gemutmaßt, nachdem eine mittelprächtige Filmkritik nach Buchung einer $400.000-Kampagne durch das Studio sang- und klanglos aus dem Netz verschwand. Hier mehr, bildet Eure eigene Meinung!

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